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Schon wieder

Ist es schon wieder so weit? Am Sonnabend gab das periodisch zu beobachtende Szenario. Aufstehen, kurzer Gang in den Garten dann Anstellen in der Futterzone. Das ist morgendliche Routine mit den Beiden. Bei Bantu fiel mir auf das er schon „lustloser“ als sonst wirkte. Er ist ja zum Glück nicht mehr der schlingende Futtersauger, aber das sah diesmal nicht ganz so willig oder auch hungrig aus. Anstellen in der Speisezone und warten auf das Kommando. Als wenn man einen Schalter umlegt, Bashira geht immer zielstrebig an die Mahlzeit, Bantu ist da verhaltener. Er „beansprucht“ beim Futtern seine Ruhe. Man kann frühzeitig erkennen ob oder ob nicht. So dauerte es auch nicht lange und nach einem kurzen gelangweilten Blick in den Napf drehte er ab und legte sich auf ein Pad. Aus der Erfahrung heraus weiß ich, da hilft keine Überzeugungsarbeit. Ich lasse ihn gehen und muss aber die Schüssel sicher stellen. Sichern vor Bashiras Kontrollblick und der vielleicht möglichen Hilfeleistung gegenüber Bantu beim Schüssel leeren. Da ist sie richtig Kumpel :mrgreen:

Es ist also wieder die Zeit der läufigen Hündinnen. Alle (halbe)Jahre wieder? Vielleicht zweimal im Jahr, vielleicht auch nicht. Es ist eben so. Wir führen darüber kein Buch und lassen es auf uns zu kommen. Das ist auch ein Grund warum er wohl nie „dicker“ werden kann. Wenigstens ein richtig Schlanker in der Meyerei sage ich mir dann immer. Vom Fleisch fallen tut er deswegen noch lange nicht, denn die anderen Mahlzeiten, abends und die dazwischen, nimmt er mit Lust und Hunger. Bedenklich wird es wohl erst wenn er gar nichts mehr aufnimmt. Im Freien merkt man dann meist warum er gerade nicht so den Hunger hat. Oft sabbernd und manchmal Zähen klappernd und die Nase immer unten, so zieht er durch das Gelände. Das Handling mit ihm ist dann nicht so einfach, aber inzwischen kommen wir damit gut klar. Die Natur ist eben so ausgerüstet und wir werden da nicht eingreifen sondern „nur“ darauf entsprechend reagieren. Solange wir es mit dem Reagieren irgendwie regulieren können gibt es nichts weiter zu tun auf dieser Strecke. 😉

Schlachtplan

Bantu und die Auto’s, eine haarige Geschichte. Was kann man wirkungsvoll unternehmen und dieses Verhaltensmuster zu löschen? Wo ist die Reset-Taste? Guter Rat ist nicht nur teuer, denn hier habe ich wirklich keinen Plan parat. Zur Sicherheit aller wird dann eben so gut wie nie abgeleint, die Schleppe gibt die Sicherheit dass wahrscheinlich nichts passiert. Auch wenn schon mal ein Haken „adios“ gesagt hat und der Hund auch, das ist aber recht selten. Unser Haken ist erst relativ neu. Sicher kann man aber nie sein. 😉

Bevor man versucht das Muster von hinten oder besser gar gleich von Anfang an umzulenken, überlegt man worin der Grund der Auslöser des Verhaltens ist. Nun muss ich gestehen, auch Bashira zeigte solche Verhaltensmuster und irgendwann hat sich der kleine Mann das abgeguckt. Leider nicht nur das, er hat es für sich perfektioniert und Bashira zeigt nur noch höchst selten jagdliches Interesse für klappernde Fahrzeuge. Eigentlich hat sie ihren „Job“ ja irgendwie getan. Die „Aufgabe“ gegen die fahrenden Geräusche zu arbeiten hat sie ja abgegeben wenn man so will. Dieses „Auftragswesen“ glaubte ich schon mehrfach beobachtet zu haben bei den Beiden.

Woher nur das ganze Dilemma herrührt ist für uns wirklich schwer bestimmbar. Das macht es nicht einfacher dagegen anzugehen. Im Moment versuche ich in Situationen bei Begegnungen Bantu genau zu beobachten. Er ist nicht gänzlich jedes Fahrzeug allergisch. Kommt ein lautes Fahrzeug und noch dazu schnelles, ist er schon sehr interessiert. Viel zu sehr, denn selbst aus Dingen die ihm scheinbar Spaß machen (toben mit Bashira oder mit uns) setzt er fast ohne Vorzeichen an. Ich habe das Gefühl dass mit jeder Einlage die Liste der erforderlichen auslösenden Reize länger wird. Ganz besonders ist dabei die Reaktion auf die für Förster oder Jäger typischen Geländewagen. Allgemein kann man sagen dass dabei die grüne Farbe eine vermeintliche Hauptrolle zu spielen scheint. Man kann nicht sagen dass ein nur grüner Jeep auslöst. Zu seinem Freundeskreis gehört auch mindestens ein silbernes Exemplar, ein Pickup der trotz silberner Farbe alle anderen „Verhaltensmuster“ zu bieten hat. 🙄

Nun, ein wenig Verständnis für Bantus Abneigung ist schon in mir. Meistens denken die Fahrer dass es im Wald nichts weiter außer sie selber gibt.. Fußgänger, Wandere und auch Radler stören da nur und es ist eine Frage der Zeit wann jemand auf der Motorhaube zur Landung kommt. Haben wir dererlei Begegnungsverkehr, merken die Hunde das Kommen am schnellsten. Ich geh das gleich zur Vorbereitung über um das Heft des Handelns während der Begegnung im Griff zu haben. Alleine die Zeit fällt eng aus, da sie recht schnell auf gleicher Höhe sind. Das ist ein Problem, denn bei aller Ruhe die man bei so einer Begegnung geben möchte, es wirkt trotzdem hektisch. Ich bin bestrebt den oder die Hunde vor Schaden zu bewahren, heize sie aber durch mein Verhalten eigentlich noch mehr an. Das ist nicht gut und hier ist auch mein Anteil im Lernprozess als Hundeführer zu sehen. Auch wenn wir durch die „Schulung“ der Hunde einen gewissen Grad an Coolness aufweisen können. Das reicht noch nicht und hilft auch im täglichen Leben enorm.

Es hilft aber nichts, wir müssen hier eine Lösung finden. Eine dauerhafte und möglichst recht kurzfristig ohne es übers Knie brechen zu wollen. Geht die ausgewählte Strategie nicht in die richtige Richtung kann sich das Problem auch verstärken. Viele Fehlversuche haben wir da sicherlich nicht. Wie gesagt, wir brauchen einen Schlachtplan, wir suchen noch. Dazu werden wir als erstes mit unserer Trainerin den Istzustand genau analysieren und dann Schritte festlegen. Wie diese im Einzelnen aussehen weiß ich nicht. Im Kopf existieren Vorstellungen, ob sie umsetzbar sind? Wir werden sehen. 😐

 

 

 

Bantu der Jäger

„Housten wir haben ein Problem“ … welch ein berühmter Spruch. Wir leben nicht in Housten, aber ein Problem haben wir. Das, also unser Problem, hat 4 Beine ist braun und hört gelegentlich auf den Namen Bantu. Nein er ist vom Grundsatz her kein ungehorsamer Hund. Im Gegenteil, er hört (was bedeutet eigentlich hören? ❓ ) eigentlich besser wie Bashira und das liegt auch daran dass es nicht ganz so ein Sturkopf ist. Noch nicht, da bin ich vorsichtig. Er selber empfindet das sicher auch niemals als ein Problem. Prolembehaftet wird es nur wenn Verhaltensmuster nicht ins Umfeld passen.

Bantu hat ein Jagdproblem, nein wir haben es ja eigentlich. Ridgebacks sind Jagdhunde, auch wenn es einige Exemplare gibt die sich dabei nicht vergnügen können. Bantu zeigt grundsätzlich für alles Interesse was sich schneller bewegt. Das ist solange ein Fell daran ist nicht unnatürlich. Bei Federvieh hat er inzwischen begriffen dass er da wohl normal ohne Chance ist. Besonders bei Kolonien mit Krähen auf dem Feld versucht er es eigentlich nicht mehr. Katzen oder sonstige Fellträger wenn es nicht gerade Pferde sind, sind da für ihn interessanter. Auch was kleine Hunde betrifft meine ich das er denken wird es seien Katzen.

Seit einer Begegnung mit einer „Klitschko-Katze“ hat er diesen Mitbewohnern gegenüber auch keinen Toleranzbereich mehr. Eine Ausnahme ist eine sich nicht bewegende Katze. Da ist offen sichtlich Punkt 1 des Beutetriebes nicht erfüllt. Das Fehlen dieses Reizes schützt jedoch nicht vor einem „Ausbruch“. 😐

Das, also Bantu’s ominöses Jagdobjekt ist groß, bewegt sich meist schnell, macht oftmals stark klappernde Geräusche, hat Räder und die Bauart ist über der Größe eines Kombi’s angesetzt. Ja es sind Autos. Ich habe Hunde gesehen die gehen jedes Auto an was an ihnen vorbei fährt. „Zum Glück“ ist das bei Bantu nicht so. Ist Bantu im Freilauf (immer da wo wir das Umfeld relativ weit und sicher beobachten können) scannt er immer die Umgebung. Wir haben hier ein ziemlich großes und übersichtliches Wiesengelände zwischen der Bebauung und dem Wald. Hier kann auch ein oder zwei Ridgeback’s ordentlich Gas geben und sich austoben. Bantu und Bashira befassen sich mit sich oder alleine. Am Waldrand führt eine recht schlechte Straße entlang, die Haupteinflugschneise für diejenigen die in den Wald oder zum Sportplatz fahren wollen. Sieht man ein Fahrzeug am Rand fahren ist die Zeit gekommen Bantu „dingfest“ zu machen. Schafft man das nicht und er visiert das Auto an und nimmt die Verfolgung auf. In diesem Moment ist alles zu spät, weder Pfeife oder gar Rufe zeigen Wirkung. Bantu ist auf seinem Jagdtrip. Haben wir Glück, verliert er die Lust weil das Auto zu schnell oder er zu langsam ist. Haben wir Pech ist er direkt hinter dem (meistens) Jeep her.

Bisher, das ist unser eigentliches Glück, ist es immer gut gegangen. Auch wenn er (bei der einen Szene war Bashira und Bantu im Doppelpack unterwegs) nach wenigen Minuten die mir immer wie eine Ewigkeit erscheinen, relativ ausgepowert zurück gekommen. Ohne Kollision oder sonstigen Ärger. Unterwegs kann da schon einiges an Ärger auflauern. Eigentlich möchte man ihm dann den Ridge lang ziehen, mit ihm schimpfen und zusammen stauchen. Eigentlich, aber bei Hunden läuft das anders. Das sind immer die Moment wo wir auch lernen die Fassung zu bewahren. In unserem Fall ist das alles nur nicht einfach. Ich habe es mir angewöhnt ihn wortlos in Empfang zu nehmen, ihn gelegentlich zu ignorieren und so versuche ich dem in seinen Augen keine große Bedeutung beizumessen. Die bekäme das erst wenn ich in welcher Form auch immer „Tam-Tam“ machen würde.

Ein solches Szenario ist für den Hund hochgradig gefährlich und trägt auch für uns nicht zur inneren Ruhe bei. Man ist hilflos und verzweifelt weil man machtlos ist. Wir jedenfalls und in solchen Situationen. 🙁

 

Mantrailing

Beim Mantrailing gibt es keine Saison, das muss zu jeder Jahreszeit und jedem Wetter funktionieren. Der Montag ist ja bei uns immer fest gebucht für diese Veranstaltung. Ausnahmen bilden eigentlich nur blöde Wettersituationen wo man keinen Hund vor die Tür schickt, da ist der Ridgeback auch nicht das Maß der Dinge. Im Sommer ist es sicher angenehmer und bietet auch mehr Möglichkeiten. Wir können aber daran nichts ändern und ziehen das im Winter auch durch. Im Winterhalbjahr ist es organisatorisch dann auch komplizierter, denn wenn das Tageslicht fehlt  muss man Plätze suchen wo man trotzdem gut trailen kann und auch etwas zu sehen ist. Beleuchtete Parkanlagen sind dazu wie geschaffen und auch für entsprechende Ablenkung ist automatisch gesorgt. Trainingsbeginn ist derzeit immer 17 Uhr mit wechselnden Orten.

Winnie, Benji, Simba, Gunda und Bantu trailen in unserer Gruppe. Natürlich sind die Zweibeiner immer dabei. Einer muss ja den Hund führen und andere dienen als Suchobjekt. Jeder bringt Geruchsproben mit und es geht Reih um. Je nach Situation und Teilnehmer schaffen wir auch schon mal 3 Trails. Ich gebe ja zu, wenn so eine Horde Menschen scheinbar ziellos durch Parkanlagen schlendern wirkt das schon komisch. Anwohner werden aufmerksam denn wer weiß schon wer da so am Grundstück herum streicht? Dunkle Gestalten sind wir dann irgendwie alle, oder?

Nach gut 4 Wochen „Zwangspause“ über den Jahreswechsel haben wir das Training wieder aufgenommen. Ein wenig Spannung war schon dabei, denn wir waren trainingsfaul. Gewollt hätten wir schon gerne, aber die Zeit verging so schnell und man muss ja auch Personen finden die das Spielchen auch mitmachen, möglichst aber keine aus dem eigenen Haushalt. Man plant zwar zu üben aber die Geschwindigkeit der Zeit überrollte uns förmlich. Wir haben Bantu dann auf die Suche geschickt, „trailing“ ist das Kommando und siehe da, Bantu lief los und es fühlte sich an dass er nichts vergessen hatte. Wir hatten eigentlich keinen Zweifel, er wusste was Sache war und arbeitete gewohnt in seiner eigenen Art, aber gewissenhaft und am Ende mit Erfolg. Die Belohnung für den Erfolg nimmt er auch gerne in Kauf. Es gibt Katzenfutter :mrgreen: !! Ja, richtig, Katzenfutter. Hunde scheinen das auch besonders zu mögen, die Info kam von Besitzern die es schon eingesetzt haben das Fremdfutter. Es hat zudem den Vorteil gegenüber Geflügel-Wienern (unsere bisherige Belohnung) das es abgepackt und länger haltbar ist. Hauptsache er miaunzt eines Tages nicht ;).

So ein Trail im Dunkeln birgt aber auch so einige Gefahren. Es ist ziemlich ratsam selbst gute Augen zu haben. Deswegen kommt es prima wenn für Menschen eine halbwegs ausreichende Beleuchtung am Ort ist. Man ist aber nicht sicher vor diversen Hindernissen die sich gerne ein wenig verstecken. Solche Poller, Papierkörbe ober auch Wegekanten und Steine sind schädlich wenn man sie nicht rechtzeitig erkennt. Hunde brauchen kein Licht, ihre Nase ist hell genug, heller als unsere Augen es jemals sein können. Ein schwacher Trost für den Menschen dass die Augen besser sind, die Hunde sind am Ende die Gewinner. Das zeigt uns immer wieder das Training.

Je mehr man selber dabei ist, den Hunde bei seiner Arbeit beobachtet und man mitlesen kann was er gerade tut umso sicherer wird das Team insgesamt. Die Signale die vom Hund ausgehen sind oftmals so gering dass nur geschulte Augen sie erkennen können. Das ist ohnehin ein Manko des Menschen gegenüber dem Hund. Die Vierbeiner sind geniale Beobachter und gut beobachtet ist mehr als nur die Hälfte kommuniziert. Versteht man die kleinen Gesten versteht man auch den Hund wesentlich besser als „Otto-Normal-Hundehalter“. Diesen Anspruch haben wir auch für uns entdeckt, das „Mehr“ Wissen und damit die Möglichkeit zu bekommen vielleicht besser zu reagieren auf das Tier. So eben Problem in ihrer Entstehung angehen zu können. Keine Angst, wir haben trotzdem genug Baustellen offen und selbst die größte Mühe bewahrt uns nicht vor Fehlern, kleinen aber auch großen. Ich finde es schon ein wenig schade wenn man bedenkt wie viele Erfahrungen man so im Laufe der Jahre anhäufen kann, diese aber irgendwann nicht mehr selber anwenden zu können. So viele Hunde werden unser Leben nicht mehr betreten können. Schade drum aber aus diesem Grund arbeiten wir mit unseren dann auch etwas intensiver. Das hat auch für den Menschen einen gesundheitsfördernden Aspekt. Das ist ja auch immer hin Bewegung an der frischen Lust. Vielleicht kann Bantu auch mal seine Nase zur echten Hilfe anwenden, wer weiß das heute schon. Wir wollen ihm und uns das Rüstzeug für eben diesen Ernstfall geben.