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Schwere Tausend

Es ist nahezu wie beim Scheffeln von Millionen, die erste ist immer die Schwerste. Das triff auch auf das Radeln zu, allerdings gibt es da schon einen wesentlichen Unterschied. Mit der Millionen auf dem Konto wird es nichts, egal wie man sich auch müht und quält, die ersten tausend Kilometer schaffen früher oder später wenn man nicht das Radeln gänzlich verweigert. In diesem Jahr  kommt diese Marke relativ frühzeitig, aber um fast keinen Deut leichter als sonst. Zu der Zeit als wir im Vorjahr noch Frost kannten und der Schnee noch reichlich in den Wäldern lag, liegen die ersten 1000 hinter mir. :mrgreen:

Ein Blick in die Statistik (ist ja auch mein Hobby) sagt mir dass es nicht außergewöhnlich ist die 1000 im April zu schaffen. Das ist sogar eher die Regel, nur 2013 schert da weit aus. Da war es der lange Winter der den Rhythmus bestimmt hat. So kommt es zu Stande dass ich schon mit über 800 Kilometern Vorsprung aufwarten kann. Das sieht eigentlich ganz gut aus mit Blickrichtung auf vielleicht die 7000 in diesem Jahr. Allerdings ist es nur eine Momentaufnahme. Niemand kann sagen ob das Wetter auf meiner Seite ist und die Gesundheit mitspielt. Im Moment scheint es dass der Rost den Körper verlässt. Zu den überaus heiteeren und warmen Tagen gesellt sich auch mehr die gute Stimmung die sich dann logisch auf die Leistung auswirkt. Mit der bin derzeit auch schon recht zufrieden, wenn es auch immer noch schwer geht. Mitunter fast zwei Stunden dauert es bis die Beine so locker sind dass man das Lächeln im Gesicht nicht erzwingen muss.

Es ist zwar schon eine Arbeit die man verrichtet, aber das Verhältnis zum Spaß ist maßgeblich für das gesamte Befinden. Wenn man bedenkt dass ich früher niemals so weit geradelt bin wie ich jetzt brauche um am Tag warm zu werden. Wahnsinn. Trotzdem nagt der Zahn der Zeit, unaufhörlich. Passt man dann sich nicht selber die Ziele und Erwartungen den Bedingungen an drohen andere Probleme. Deshalb ist es schon wichtig im Kopf ziemlich klar zu bleiben. Es müssen nicht immer mehr und neue Rekorde aufgestellt werden, auch wenn ich den einen oder anderen dann auch nicht ablehnen kann  Das steckt nun mal in mir und auch nach so vielen Jahren gibt es Dinge die man verbessern kann aber Letztendes nicht muss. Ich bin auf der Suche nach dem gesunden Verhältnis zwischen Ehrgeiz und Vernunft. Zumindest in Sachen Radeln bin ich recht nah dabei. 😉

Winterfell

Da wo es ihn gibt, den Winter (den „richtigen“), da stellen sich die Lebewesen darauf ein. Fellträger bilden ein Winterfell. Vögel können das nicht, sie machen sich aus dem Staub dahin wo es warm ist. Eine clevere Variante. Der Mensch ist aber kein Vogel, er könnte nur begrenzt in warme Zonen verschwinden. Viele wollen das, viele machen es, aber es kann nicht jeder und schon gar nicht dauerhaft. Der Mensch ist aber ein Säugetier und auch ein Fellträger. Eine Variante der Winterüberbrückung eines Teiles der Fellträger scheidet auch für den Menschen aus, der Winterschlaf . Wir sind auch Fellträger, das ist wohl schon in Vergessenheit geraten, ist aber so. Die genetische Entwicklung hat noch nicht alles weg rationalisiert. 🙂

Fellträger reagieren auf den kalten Winter mit Winterfell. Gleichlaufend mit den Jahreszeiten wird zweimal jährlich das Fell gewechselt. Der eine Wechsel ist kaum spürbar, der andere wohl in Abhängigkeit der Fellart umso mehr. Unsere Hunde „werfen“ ganzjährlich Fell ab. Es gibt sicher auch Zeiten wo es mehr aber auch weniger ist. Die Ridgeback-Haare sind jedoch kaum spürbar, wir sehen sie jedenfalls nicht wirklich, aber es gibt sie definitiv.

 Ich bin der Meinung dass auch Menschen Winterfell haben, ja doch :mrgreen: . Die Waage sagt es mir und auch in die Hose passt das Winterfell nicht so richtig rein. Das Winterfell macht auch Sinn, denn wenn man bei niedrigeren Temperaturen mit dem Rad unterwegs ist. Es blockt den doch kalten Fahrtwind auch wenn es wiederum hinderlich ist. Der große Nachteil, dieses Winterfell fällt nicht alleine aus. Da muss man hart arbeiten um es wieder los zu werden. Besser wäre es sich gar nicht erst anzuschaffen. Da liegt eigentlich auch das Problem. Begriffe wie Schokoladengesicht (nach der Winterperiode) sind auch bei Sportlern bekannt die manchmal nicht gut über den Winter gekommen sind. Jedes Kilo zu viel behindert den Formaufbau. Das kann ich so bestätigen, habe mich aber wohl oder übel auch damit abgefunden. Ich merke zudem das es jedes Jahr schwieriger wird und irgendwann muss man sich doch in Sachen Diät (welch hässliches Wort) Gedanken machen. Bis dahin dauert es ja wohl hoffentlich noch eine Weile. Kämpfen wir also alljährlich im Frühjahr den Kampf gegen das Winterfell. 😉

Neustart

Es ist nie einfach nach einer Pause wieder los zu legen. Egal was man tut. Egal ob in Sachen Arbeit oder sei es auch das Radeln. Einzig der Urlaubsantritt ist wohl meist unproblematisch nach einer (Urlaubs)Pause. Das ist aber nicht das Maß der Dinge. Besser man wäre Berufsurlauber, wer kann sich das aber schon leisten? 😉

Ich meine die jahreszeitlich bedingte Rad-Pause. Nicht nur die Kette ist (unter Umständen) fest, nein auch die Gelenke und die Muskeln gehen schwer. Ich will nicht auf dem Alter herum reiten, aber es wird Jahr für Jahr schwerer einen halbwegs sanften Wiedereinstieg zu erwischen. Es ist definitiv so, das Alter wirkt hier mit. Der Bewegungsapparat quittiert den alljährlichen Neustart im Frühjahr mit Protesten. Er protestiert auf seine Weise und nicht immer kann man diese Erscheinungen immer ausblenden oder gar ignorieren. Der Körper ist schließlich auch darauf ausgelegt so sparsam wie möglich zu arbeiten und mit den Ressourcen umzugehen. Darauf kann man wenn man sich bewegen will oftmals weniger Rücksicht nehmen.

Dabei war in diesem Frühjahr, das wir eigentlich noch gar nicht haben, die Pause recht kurz. In der Natur geht diesmal alles recht flott. Es fällt auch schwer zu begreifen dass auch „nur“ 4 Wochen Pause solche Wirkung zeigen. Es lag ja auch gar nicht am Schnee, aber das Wetter ist nicht immer mit dem Radfahrwilligen. Zum Wetter gesellten sich auch Viren hinzu die ihren Anteil am schweren „Gebälk“ haben dürften. Das Wetter und das momentane Gefühl ist oft trügerisch gerade im Frühjahr. Die Sonne motiviert und man fährt voller Tatendrang los. Gleich “große“ Strecken werden im Kopf gelegt, man nimmt sich viel vor weil man gut drauf ist. Bald schon stellt man fest, schon nach dem ersten Berg kommen an der geplanten Strecke Zweifel auf. Berechtigte Zweifel weil die Kraft schon früh zu Ende geht. Habe ich den ersten Höhenzug hinter mir, droht der zweite auch gleich weil ich ja dann wieder zurück muss. 🙁

Da sind dann auch falsche Eitelkeiten völlig fehl am Platze. Wenn man Ziele verfolgen will die der Jahreszeit entsprechend viel zu früh sind. Es fällt mitunter schwer das einzusehen, weil es ja besser erscheint als es ist. Natürlich ist es hier in den Bergen schwer geruhsame Strecken zu finden, zu selten kann man hier einfach mal gerade fahren und langsam die Belastung steigern. Man kann sie finden, muss aber im Kopf willig sein. Den Organismus nicht zu früh zu sehr belasten, das ist wohl die Kunst. Man sollte sich vorher die Frage stellen ob es unbedingt 1000 Höhenmeter oder gleich 60 Kilometer sein müssen? Ich gebe zu, hier liegen meine Schwächen … daran muss ich arbeiten. Weniger ist auch manchmal mehr. Mir nutzt es wenig zwar große Strecken geschafft zu haben aber noch Tage danach daran kauen zu müssen. Rad fahren darf weh tun, muss aber auch Spaß machen. Wen man sich dann durch die Gegend oder über kleine Hügel kämpfen muss …. Das macht wenig Sinn. 😐

 

Das „Radjahr“ 2013

Ich komme nicht umhin auch am Ende 2013 wieder mit Zahlen herum zu werfen. Das Ganze passiert auch nicht ganz ohne Stolz und mit einem zufriedenen Lächeln. Sicher ist hier ein hohes Maß an Verrücktheit erforderlich um solche Leistungen abzuliefern. Mir ist es vergönnt die Zeit für dieses doch intensive Hobby zu haben und warum soll ich das nicht nutzen? Es ist natürlich nicht rein uneigennützig, denn für mich persönlich fallen da entscheidende „Produkte“ ab. Das wichtigste „Abfallprodukt“ ist der körperliche Zustand den man damit erreichen kann. Die Tatsache, dass ich im Jahr 2013 nicht eine Sekunde bedingt durch Krankheit gefehlt habe, ist schon entscheidend auch wenn das Radeln alleine nicht die Ursache ist. „Nebenbei“ haben wir ja unsere beiden Fellnasen die täglich bewegt werden wollen/müssen. Wollen weil Bantu immer will und müssen weil Bashira sonst auf der Couch anwachsen würde ;).

Nachdem das Jahr denkbar ungünstig los gelegt hatte, die 8 Tage Frühlingswetter Anfang Januar klammer ich mal weg, hat uns der Winter mit all seinen Erscheinungsformen fest im Griff gehabt. Es war bis Ende März kein Gedanke zu verschwenden das Rad auszuführen. Darum habe ich die Zielstellung auf 5000 (herunter)gesetzt, das erschien mir realistisch. Auch ist eine recht lange Pause trotz der vielen Hundewanderungen am Anfang sehr hinderlich. Man muss erst wieder in die „Gänge“ kommen wie man so schön sagt. An eine Überbietung der Vorjahrswerte (so was macht man ja gerne) war nicht zu denken. Irgendwann im September deutete sich die Chance an doch wesentlich mehr schaffen zu können. Da kam der verloren geglaubte Ehrgeiz wieder zurück. Die Ziele wurden nach oben korrigiert und wenn es machbar ist über eine Kür nachgedacht. Die Kür mit der Überbietung der 2012-er  Werte  war in Reichweite und am Ende gab es sogar noch einen Aufschlag. ❗

Unterm Strich kam ich dem durchaus erfolgreichen Radjahr 2013 auf recht brauchbare Zahlen.

6504,31 Kilometer, mit 107.154 Höhenmetern verteilten sich auf insgesamt 84 Touren. Das sind trockene Zahlen und ich neige dazu die Statistik zu übertreiben (was ich natürlich vollkommen anders sehe). Bemerkenswert in dem vergangenen Jahr waren Dinge die ich erreicht habe die nicht zu vermuten waren. Einige „Rekorde“ zählen dazu, Rekorde mit denen ich nicht gerechnet habe. Klar ist, die Spritzigkeit die noch vor Jahren ansatzweise vorhanden war und zur Teilnahme an Radrennen gereicht hatte ist nicht mehr so präsent. Zahlen sagen aber schon einiges aus. 😀

Die 84 Touren verteilen sich auf durchschnittlich 1276 Höhenmeter pro Tour und 77,43 km. Davon gingen 47, also mehr als die Hälfte davon, über 4 Stunden Fahrzeit. 67 Mal wurden mindestens 1000 Höhenmeter geschafft. Die „Schallmauer“ 100 Kilometer wurde auch 14 Mal „durchbrochen“. Das ist genauso viel wie 200??. Die richtig große Strecke war nicht dabei, aber die 112 km muss man trotzdem erst einmal bewältigen. Außergewöhnlich und auch prinzipiell als eine Art „Rekord“ zu bezeichnen sind die 34 Touren über 4 Stunden Dauer am Stück hintereinander. In Sachen Ausdauer für mich ein sehr befriedigendes Ergebnis. Das bekommt noch mehr Bedeutung wenn man bedenkt dass gut 3 Monate durch den langen Winter weg gefallen sind. 😐

Ich habe nun genug mit Zahlen gelangweilt :mrgreen: . Es muss ja nicht gelesen werden, aber ein wenig stolz bin ich schon wenn ich so zurück schaue. Ich betone aber nochmals, nur durch die günstige Arbeitszeitregelung und den schier unerschöpflichen Möglichkeiten im Thüringer Wald wäre das nicht möglich. Das sind zusammen genommen auch 335 Stunden auf dem Rad. Wenn man bedenkt dass auch die Hunde ihren Teil abbekommen haben, denn auch da waren es über 1800 Kilometer mit den Fellnasen was am Ende auch 350 Stunden aus dem vergangenen Jahr „beansprucht“ hat. Genau weiß ich das gar nicht so genau. Gibt es da etwa eine statistische Lücke? Daran muss ich arbeiten :mrgreen:. Aber es macht ja auch Spaß und die körperliche Verfassung bestätigt mich und das ist gut so. Die Krankenkassen könnten das schon mehr honorieren 😉 !!! Mir reicht jedoch schon dass es mir gut geht und die Hunde sich freuen. Es gibt nicht viel schöneres als Bewegung in der Natur. 😉