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Jahrestag

Heute vor genau einem Jahr, meine Güte wir waren da schon recht nervös, hatten wir unseren Jungfernflug. Zum ersten Mal im Leben haben wir in Leipzig ein Flugzeug betreten. Ein Flugzeug das am Ende auch fliegt, den in einem ehemaligen Flugzeug umgebaut als Gaststätte hatten wir schon gesessen. Die Nervosität war schon gewaltig, denn es ging mal eben nicht nur ebenso um die Ecke. Unser Ziel hieß Nairobi, das war unser erstes Ziel außerhalb Europas. Der direkte Abstand beträgt 6.295 km Luftlinie. Mit dem Fahrrad eine komplette Jahresleistung für mich 😉 . Wir hatten aber damals keinen Direktflug gewählt auf Grund von Insider-Tipps. Ein Direktflug ist fast so teuer wie unsere Route die wir gewählt hatten über Istanbul. Ein wesentlicher Vorteil ist bei der Verbindung Leipzig-Istanbul-Nairobi, dass man in Istanbul nur ca. 1 Stunde Aufenthalt hat. Man liegt damit nicht in irgendwelchen Wartehallen auf der Haut und kann die Urlaubszeit nahezu optimal nutzen. Das Ganze hat natürlich auch seinen Nachteil, wie sollte es auch anders sein. Verspätet sich das Flugzeug kann die Zeit zum Umsteigen ziemlich knapp werden. Ob es symbolischen Charakter hatte das ausgerechnet unser erstes Flugzeug auch gleich Verspätung hatte? Der verspätete Start in Leipzig hat uns am Ende doch ziemlich rennen lassen in Istanbul. Mit Abstand betrachtet hatten wir schon ziemlich viel Glück. Ich weiß nun gar nicht genau ob man auf uns gewartet hätte da wir ja Verspätung hatten. einer unserer Koffer hatte bei der Hektik auch den Anschluss ja verpasst ;).

Zwischen Leipzig und Istanbul liegen 1714 km Luftlinie und bis nach Nairobi kommen nochmals 4774 km dazu (macht zusammen 6488 km). So viel mehr Kilometer wie ein Direktflug sind das auch nicht. Wir wissen ja auch gar nicht ob wir dann nicht noch weiter als Leipzig zu einem Flughafen hätten fahren müssen. Leipzig als Startplatz ist schon voll in Ordnung und auch relativ schnell zu erreichen. Zählt man nun alle unsere Flugkilometer zusammen, haben wir schon stolze 12976 „gemeistert“. Trotzdem sind wir noch blutige Anfänger, die aber beim nächsten Mal schon ein gutes Stück schlauer sein werden.

Egal, heute mit Abstand betrachtet kann ich behaupten dass es doch eine ziemlich sorgenfreie Reisevariante ist. Man kann sich relativ entspannt auf das Kommende vorbereiten und versuchen zu relaxen. Dieser Versuch war natürlich beim ersten Mal nicht so von Erfolg gekrönt. Wir haben die Aufregung halt im Handgepäck gehabt. Haben aber trotzen alles recht gut überstanden, sind auch in keinem Luftloch durcheinander gewirbelt worden. Den Spruch das nur Fliegen schöner sei können wir nun auch nachvollziehen. Selbst die „Einengung“ in Sachen Gepäck ist bei Turkish Airlines nicht wirklich gegeben. Selbst in 3 Wochen Kenia reichen die zulässigen 46 kg pro Kopf aus. Die 8 kg Handgepäck lassen auch noch eine Menge zu wobei man das weder nachgemessen noch nachgewogen hat. Das ist wichtig für die vielleicht nächste Flugreise nach Kenia. Darüber machen wir uns jetzt schon wieder Gedanken. 2015 vielleicht im Januar :mrgreen: … ich bin schon fast wieder aufgeregt ;). Das gehen wir dann schon gelassener an, denn auch wenn es keine Routine ist aber wir wissen nun wie es geht. 😀 😉

Deckel drauf!

Nun ist es fast schon ein Jahr her, seit unserer großen Zeit in Kenya. Immer noch nahezu täglich kreisen unsere Gedanken um Afrika und natürlich Kenya. Es ist sicher normal dass Nachrichten nachdem man selber dort war intensiver verfolgt. Auf diese Entfernung gibt es wenige Meldungen die zu uns durch kommen. Es sind dann nur die großen Schlagzeilen, die aber in den wenigsten Fällen auch positiv sind. Sehen wir von den Wahlen im vergangenen März ab, kommen kaum gute Meldungen hier an. Das interessiert hier wohl die wenigsten, was nicht verwundert.

Zum Einen war es der große Brand in Nairobi bei dem der internationale Flughafen betroffen war. In Zeitungsbildern mit denen wir durch unsere Freunde versorgt wurden zeigten die Plätze die wir auch durchlaufen sind. Die Abfertigung, die langen Gänge mit den einzelnen Gates, die große Empfangshalle wo Steffi und Micha uns erwartet hatten. Alles ist so ziemlich zerstört worden. Für Kenya und Ostafrika eine schwere Situation. Wie es im Moment aussieht kann ich gar nicht sagen. Es wurden große Zelte gestellt damit der Flugverkehr möglichst schnell weiter gehen konnte. Er geht wohl auch weiter. 😐

Kenya

Ein weiteres dunkles Kapitel war dann vor Wochen der Anschlag auf das Einkaufszentrum „Westgate“ in Nairobi. Nach dem Anschlag auf die Botschaft der USA 1998 wieder eine solche Aktion. Das hat uns ziemlich betroffen gemacht. Waren doch gerade erst die Wunden von damals etwas verheilt. Wir waren selber nicht in diesem Gebäude, aber nicht weit weg davon waren wir in ein der Gaststätte am 6.November zum Essen. Dort hatte ich den besten Kartoffelbrei meines bisherigen Daseins gegessen 😉 . Nun ist es ja nicht so dass in Kenya bisher ein gutes Pflaster für Terror wäre. Es gibt Regionen wo auf der Strecke mehr passiert. Schlussendlich wird man es gerade auch in Afrika wohl nie ganz verhindern können. Das ist leider so. Die Leid tragenden sind neben den Opfern auch alle Menschen in Kenya. Solche Aktionen wirken sich negativ aus und Kenya braucht den Tourismus als Einnahmequelle. Uns wird das nicht abhalten nach Kenya zu reisen wenn die Gelegenheit dazu ist. 🙂

Nicht nur in den Gedanken lebt unsere Reise nach. Vor kurzem haben wir voller Schreck gemerkt, dass wir ja noch etwas offen haben. Im Zusammenhang mit den Impfungen kam uns zu Bewusstsein, dass noch eine Impfung fehlte. Die dritte Impfung gegen Hepatitis A und B fehlte noch. Es sind insgesamt 3 Impfungen erforderlich, nach 1 Monat die Zweite und nach einem halben Jahr die Dritte. Wir hatten am 21.März sogar schon unseren Termin. Dieser war aber schon vorbei und irgendwie in unserem Bewusstsein nicht gespeichert. Nur durch Zufall beim ansehen einer Sendung im Fernsehen fiel es uns auf. Noch am Freitag, wir hatten ja noch unseren Brückentag, haben wir im Gesundheitsamt angerufen und haben uns such gleich die „letzte Impfung“ abgeholt. Nun sind wir auf diesem Gebiet für 15 Jahre abgesichert. Insofern rechnen sich dann auch die Kosten alleine für diese Impfung, mit ca. 170 € pro Person. In unserem Fall hart es ja die Krankenkasse übernommen. Das macht ja auch Sinn weil eine gewisse Gefährdung im Alltag immer möglich ist. 😉

Diese Impfung war nun nicht der letzte Deckel der beim Kenya-Urlaub noch gefehlt hat. Leider und aus welchen Gründen auch immer gibt es noch den Bearbeitungsstau in Sachen Bilder und deren Aufarbeitung. Noch immer gibt es noch kein Zwischenergebnis in Sachen Fotobuch und Bildervortrag auf DVD. Ich schäme mich da schon etwas, möchte aber auf den Zeitfaktor verweisen. Ich brauche eigentlich mehr wie 24 Stunden pro Tag. Das habe ich schon seit langem gefordert, aber mich erhört da sicher niemand. Meine große Hoffnung ist still und heimlich ein Winter der mir die nötige Zeit verschaffen kann. Das will ich aber nicht zu laut verkünden, denn ich komme sonst in eine Zwickmühle, denn eigentlich will ich ja auch noch eine Weile mit meinem Fahrrad am Kilometerzähler „schrauben“. Ich verspüre in dieser Beziehung weiterhin Optimismus, es wird schon klappen. 😉

Wo ist der Geist?

„Man kann Afrika nicht einfach besuchen und dann wieder wegfahren. Man wird vielmehr ein Teil davon und das Land nimmt einen tiefen Platz in der eigenen Seele ein“

John Strelecky in seinem Buch „Safari des Lebens“

Ich möchte voran schieben, ich habe dieses Buch nicht gelesen und beabsichtige es auch nicht wirklich, jedenfalls im Moment. Zitate aus dem Zusammenhang heraus zu nehmen ist immer eine unsichere Sache. Ich kenne aber grob die Geschichte des Buches und denke dass es in diesem Fall möglich ist. Der Autor, ein erfolgreicher Geschäftsmann, schildert dort seine Erkenntnisse die es ihn ermöglichen das Leben neu zu betrachten. Es handelt davon wie er eine neue Einstellung und Lebensweise entwickelt hat. Es geht um die Findung seiner Lebensziele, die er mit Hilfe einer alten Afrikanerin während eines Aufenthaltes auf diesem Kontinent für sich entdeckt hat. Er bezeichnet sie als seine Big 5, in Anlehnung an die Großen 5 Afrikas.

Es ist ein Spruch der trefflicher nicht sein kann. Irgendwie ist es schade dass er nicht von mir ist. Es ist aber ein Glück ihn gefunden zu haben. In diesen beiden Sätzen, recht einfach und verständlich, steckt so viel Inhalt. Ein Inhalt den man wirklich erst begreift wenn man den Kontinent erleben konnte. Ich kann also John Strelecky auch wirklich gut verstehen. Er hat für sich den Sinn seines Lebens wohl gefunden. Wie gesagt kann man es in nun inzwischen schon mehreren seiner Bücher nachlesen und sogar Vorträge hält er ab. Da bin ich dann immer wieder skeptisch, weil das so wirkt wie ein Export von, wie in diesem Fall, Ideen und Vorstellungen. Ich denke dass jeder Mensch für sich seine Ziele bilden und verfolgen sollte. Der Eine wird sie früher finden, Andere wohl später. Manche suchen vergeblich und brauchen vielleicht einen Kick von Außen.

Für mich ist dieser Spruch zutreffend, weil ich ja immer noch meinen Geist vermisse. Ist er da geblieben wo es vielleicht schöner zu sein scheint? Ist es vielleicht sogar der Geist der mehrfach wöchentlich Nachrichten via Handy aus Kenia zu mir schickt? Nein, es ist kein Hexenwerk. Ich habe nur meine Prepaid-Karte, die ich in Kenia gekauft habe, noch im alten Handy. Mir war nicht wirklich klar was in Deutschland passieren würde. Plötzlich, eine SMS von Safaricom trudelte eines Tages ein. Haben die mich nicht vergessen? Siehe da, ich kann in Deutschland mit dieser Karte über Vodafon telefonieren. Das muss einfach mein Geist sein. Rufe ich eine Nummer an, erscheint wie es sich gehört die Nummer aus Kenia. :mrgreen: Geist und Körper gehören zusammen, daran werde ich wohl nun mehrfach die Woche erinnert. Es wird langsam Zeit dass eine Wiedervereinigung erfolgt. Es fällt aber schwer, vor allem und gerade wenn man aus dem Fenster blickt. Einerseits der Schnee und andererseits mit einem Auge auf dem Thermometer. Dann die Aufarbeitung des Urlaubes, die Bilder sortieren und zusammenstellen. Immer und immer wieder flattern dabei die Gedanken hinweg.

Neben den aktuellen Tarifen von Safaricom, die paar Schillinge bringen mich nicht weit, stehen da noch andere Kontakte. Egal ob SMS, Mail oder WhatsApp – eine durchaus sinnvolle Geschichte – wir tauschen ständig Neuigkeiten. Steffi und Micha sind da voll dabei mit durchaus seelischer Folter. Wir bekommen sonnige Fotos aus Nairobi 👿 , das ist manchmal nicht fair. Was heißt manchmal, es ist nicht fair. Es verstärkt die Sehnsucht und auch die Erinnerung an die schönen Tage. Noch können wir nicht herunter zählen wann wir wieder starten, eines Tages werden wir es tun. Sei es auch nur um nun-„endlich“ den Geist wieder einzufangen … wenn er sich fangen läßt. Der Aufenthalt in Afrika hat mir nun keinen neuen Ziele aufgezeigt, er hat mir aber eine andere Sichtweite gegeben. Kleinigkeiten die in unserer Gesellschaft hier völlig untergehen.Vermeindlich banale Dinge die schon wichtig sind aber für uns hier viel zu klein. Warum die Faszination aber am Ende doch so groß ist kann ich nicht sagen. Sie wird auch nicht jeden Besucher ereilen. Mich haben diese Tage dort in einen Bann gezogen und sie lassen mich nicht mehr los 😐

Wieder eine Premiere

Der Gedanke über unseren Besuch in Kenia zu berichten ist ja schon hier auf dem Blogg umgesetzt. Ich habe gedacht, dass es vielleicht auch für andere Tambacher interessant wäre zu wissen, wie unsere Visite im kenianischen Tambach war. Es ging nicht darum ausdrücken zu wollen, he  – wir waren in Kenia. Die Geschichte und der Ablauf des Besuches mit seiner Eigendynamik war es schon wert erzählt zu werden. Aus diesem Grund habe ich mit Einverständnis des Bürgermeisters von Tambach-Dietharz einen Artikel verfasst. Er ist ja gewisser Maßen der Chefredakteur des Blättchens. Anbei der Link zur Januarausgabe (Seite 19), solange sie online ist :). Das ist nun sozusagen meine journalistische Premiere. Möglich ist auch dass dadurch noch weitere Nachfragen folgen werden. Ich hoffe, dass einige Leute den Bericht mit Interesse lesen werden.

http://www.tambach-dietharz.de/fileadmin/user_upload/pdf/Stadtkurier_1-2013.pdf

Es ging ja nur um insgesamt knapp 30 Stunden unseres Aufenthaltes in Kenia, die es zu beschreiben galt. Bei der Zusammenfassung des Besuches merkt man außerdem welche Intensität diese Geschichte schon inne hatte. Wie bekommt man die wenigen Stunden in einen Rahmen der das Amtsblatt nicht zum Sprengen bringt, das war die Hauptaufgabe. Es sollte ja alles schlüssig erklärt sein, verständlich und auch etwas fordernd. Fordernd für Interessenten, die vielleicht tiefer eindringen möchten. Unser Besuch in Tambach hatte ja auch schon in Afrika Neugier geweckt, auf Seiten der dortigen Bewohner. Die Verbindungen die wir nun geknüpft haben gilt es zu halten und auszubauen. Wir haben noch viel Mail-Verkehr und hin und wieder auch ein Telefonat. Etwas Werbung wollen wir hier auch noch machen :D, auch wenn wir nichts davon haben, aber Sylvester hat ja ein Geschäft und braucht Kunden, wir können ihn wärmstens empfehlen. Schwer vorstellbar dass man das so erlebte noch toppen kann.

Nachdem ich nun eine gute Seite des Blättchens beschrieben hatte, macht es Sinn auch den Text mit Bildern zu hinterlegen. Das Auge will nicht nur Buchstaben sehen und Bilder hatte ich ja genug. Die Auswahl ist dann schon schwierig, auch wenn es so viele Fotos in Tambach eigentlich nicht gab. Der Schwerpunkt lag ja mehr auf der Besichtigung. Wenn wir wieder nach Tambach kommen, das ist fest eingeplant ;), werden wir uns alles noch viel genauer ansehen. Wenn man so betreut wird, gebietet die Höflichkeit dass man nicht nur wie ein Paparazzi durch die Gegend schießt. Die Begebenheit im Gefängnis ließ mich außerdem vorsichtig werden. Ich wollte nicht so einen gestreiften Anzug haben :mrgreen:.