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Wiking Laws

Noch immer geistert mir Norwegen durch den Kopf. Ist nicht schlimm im Gegenteil, denn Urlaub soll ja dazu beitragen das man lange von den schönen Dinge zehren kann die man erlebt hat. Selbst dann noch wenn man täglich weniger schöne Dinge tun muss. Damit ist die auch die Arbeit gemeint, die ja nur im Idealfall Spaß machen kann. Ich konnte mein Hobby nicht zum Beruf machen 🙁 … ich kann und muss damit umgehen. Inzwischen bin ich aber trotzdem doch zufriedener damit, das aber nur am Rande.

Bei den Typischen Dingen in Norwegen habe ich ja noch die guten alten Wikinger vergessen. Wobei die ja nicht nur norwegisch sondern eher nordisch insgesamt sind. Alle Nordländer können sich in ihrer Geschichte auf diese „Rabauken“ berufen. Die Rabauken mit den Bärten, die auf Schiffen kamen und ziemlich viel Unruhe verursacht haben sollen mit ihren Schilden aus Holz und den Schwertern. So manche Beule wurde so hinterlassen auf dem großen Festland. Deutlich erkennt man die alte Verwandtschaft an der Gestaltung der Landesfahnen. Norwegen und Dänemark waren ja einmal zusammen, besser gesagt Norwegen war eine dänische Provinz von 1537 bis 1814. Daher der Rote Untergrund mit dem weißen Kreuz. Anschließend ging man eine Union mit Schweden ein, welche 91Jahre dauerte. Erst 1905 ist das Land als selbstständiges Königreich zu sehen. Die schwedische Zeit wird durch das blaue Kreuz, eingebettet im weißen, in der Flagge repräsentiert.

Wikinger waren sie irgendwie alle oberhalb der Ostsee. Auch in Sachen Sprachen gibt es große Ähnlichkeiten die sich auch in typisch nordischen Buchstaben nachvollziehen lassen. Hat man die Sprache auch live erleben können, ist gut erklärbar das die Erscheinung der Wikinger im Vormittelalter in Verbindung mit der robusten Aussprache schon den einen oder anderen Schauer erzeugt haben kann. Aus den alten Zeiten sind nicht mehr viele Dinge übrig geblieben, allerdings muss man sagen, die Menschen dort schon in ihrer Statur kräftiger sind. Hungerhaken wie teilweise in der hiesigen Damenwelt habe ich dort nicht gesehen. Ich habe auch nicht überprüft ob es tatsächlich alles Norweger sind. Es ist aber aufgefallen das auch die Mädels schon einen kernigeren Eindruck machen. Oh nein, nicht etwa übergewichtig, kerniger eben und das sieht sogar recht gut aus. So kommen sie wohl auch alle besser über die nordischen Winter :mrgreen:. Natürlich ist das nur der männliche Blickwinkel der diese Einschätzung getroffen hat. Mein Blickwinkel, so will ich das weiter einschränken.

Ja, irgendwo in einem Museum habe ich dann auch eine Postkarte gefunden. Eine von Unmengen natürlich die es ganz sicher überall gibt. Ein ohne Bild und nur mit Text. Es gab sogar welche die die Runen „übersetzt“ haben. Der Tourismus bietet viele Möglichkeiten. Also dann, clever forever ;), habe ich sie kurz entschlossen noch vor Ort fotografiert. „Wiking Laws“, die Wikinger-Gesetze. Das hat mich dann doch ein wenig neugierig gemacht. So auf die Schnelle war da nichts mit merken. In meinem Alter auch irgendwie normal. Beim durchkämmen der Bilder bin ich wieder darauf gestoßen und habe sie gleich nieder geschrieben. Allerdings hätte ich mir das sparen können, das Netz ist voll von solchen Bildern :|.

§ 1 Mutig sein und aggressiv

Seien Sie direkt
Schnappen Sie sich alle Möglichkeiten
Verwenden Sie unterschiedliche Methoden des Angriffs
Seien Sie vielseitig und wendig
Greifen Sie nur ein Ziel zu einer Zeit an
Planen Sie nicht alles im Detail
Verwenden Sie hochwertige Waffen

§ 2 Seien Sie vorbereitet

Halten Sie Waffen in gutem Zustand
Bleiben Sie in Form
Finden sie gute Kampfkameraden
Einigen Sie sich auf wichtige Punkte
Wählen Sie einen Chef

§ 3 Seien Sie ein guter Kaufmann sein

Finden Sie heraus, was der Markt braucht
Machen Sie keine Versprechen, die Sie nicht halten können
Fordern Sie nicht Überzahlung
Vereinbaren die Dinge so, dass Sie zurückkehren können

§ 4 Bewahren Sie die Ordnung im Lager

Halten Sie die Dinge ordentlich und organisiert
Vereinbaren unterhaltsame Aktivitäten, die die Gruppe stärken
Stellen Sie sicher, jeder tut nützliche Arbeit
Rufen Sie alle Mitglieder der Gruppe zur Beratung

Es ist ja nun nicht so dass diese Dinge heute unmodern wären. Ich würde sagen sie sind zeitlos und zutreffend. Es gibt sicher noch die eine oder andere abweichende Veröffentlichung, diese Regeln sind die am meisten genannten. Man kann sich getrost mit dem Inhalt anfreunden. Schließlich sollen es die die Wilden Gesellen ja bis nach Amerika geschafft haben. Das war natürlich nur mit starkem willen und nur gemeinsam zu bewältigen. Bei den Gedanken an die Wikinger fallen mir da nur ein paar Textzeilen aus einem Song ein, der die Sache aus der Humor-Ecke betrachtet:

Wir saufen den Met bis keiner mehr steht unser Häuptling heißt Rote Locke.
Wir verbrauchen viel Frau’n und tun Leute beklau’n und hau’n uns reichlich auf die Glocke.

Na dann mal Prost !!! :mrgreen:

Typisch norwegisch

Nicht erst nach unserer Heimkehr aus Norwegen befasst man sich mit den Dingen die typisch sind für das tolle Land. Sylvester, der Guide aus Kenya, schrieb beim Betrachten der Bilder das es topografisch sehr schön ist in Norwegen. Dem kann man nur vorbehaltlos zustimmen, zumal Kenya auch eine Menge zu bieten hat, wie eigentlich nahezu jedes Land. Selbst Grönland soll ja seine Reize haben. Ich werde das nicht vor Ort überprüfen. 😛

Norwegen, das Land der Trolle. Trolle hier und Trolle da, Trolltunga und Trollstiegen. Ein Troll war ursprünglich ein Oberbegriff für plumpe und unheimliche Wesen, häufig auch Schaden bringende Riesen, der nordischen Mythologie. In vielen Märchen und Sagen kommen Trolle vor. Trolle gibt es auch in Schweden und Dänemark :mrgreen: . Als holzgeschnitzte Puppen gehören sie zum Kunsthandwerk und sind als Souvenir überall zu haben. Die Ausführungen und der Variantenreichtum ist schier unerschöpflich. Wir haben bei unserer ersten Reise bereits einen importiert ;).

Ein Troll

ganz klein und vielleicht lustig? Wer stand hier bloß Modell?

mittelgroß als Bewachung

dann auch mal grimmig

aber am Ende doch freundlich

In Sachen Essen merkt man schon die paar Kilometer deutlich. Man hat einige typische Essereien hier zu bieten. Da gibt’s Boller – Rosinenbrötchen oder auch Kuchenbrötchen, manchmal auch mit anderem Inhalt. Es gibt Smultringer, eine Backware so in der Art des Kräpfels also leicht frittiert, aber auch weich und ohne Inhalt. Oder auch Lefse godt, wieder etwas weiches, ein Fladenbrot mit Füllung aus Marmelade, Vanillecreme oder Zimt in der Art der Milchschnitte. Überhaupt, knusprige Dinge habe ich nicht finden können, das ist auf Dauer etwas gewöhnungsbedürftig. Selbst das Brot in Norwegen, hier gibt es zum Glück mehrere Varianten, ist alles, nur nicht knusprig. Da muss man vielleicht mit einem Toaster nachhelfen wenn es sein muss. Natürlich gibt es auch Smør, hier ist die gesalzene Ausgabe aber weiter verbreitet. Es gibt sie auch ungesalzen meist im 500 g Pack. Auch Brötchen kennt man, die heißen hier Rundstücke, wir hatten keine probiert. Auch Knäckebrot, hier Knekkebrød – Helsprøtt (wohl die Art oder Hersteller) geschrieben gibt es dort. Ist allerdings auch anders wie wir es kennen, das von uns probierte hatte eine gepresste Vollkornmischung (Rugog Speltkli war noch die Aufschrift).

Lefse godt - die restlichen "Proben" haben den Shooting-Termin nicht mehr "erlebt"

Typisch Norwegen auch die Lebensweise. In Norwegen gibt es das sogenannte Jedermannsrecht, “ Allemannsretten“. Es erlaubt jeden sich frei in der Natur zu bewegen, egal ob Wald, Wasser, Gebirge und egal von den Besitzverhältnissen. Es gibt natürlich gewisse Regeln im Umgang miteinander. Die Norweger sehen das alles ziemlich gelassen, man sollte aber nicht übertreiben und die Regeln entsprechend respektieren. Nur so kann diese gewisse Freiheit die nun auch einen Urlaub in Norwegen ausmacht erhalten werden. Dass inzwischen wesentlich mehr und vieles besser zu erreichen ist verdanken wir auch der norwegischen Baukünste. In Sachen Häuser und Bauwerke haben sie eine alte Tradition, aber wir teilweise im Straßen- und Brückenbau gesehen haben ist schon der Hammer. Ich dachte immer die Schweizer wären Spitze in Sachen Tunnelbau, die Norweger sind Weltmeister. Ich denke dass sie auch statistisch die meisten Tunnel haben. Sie liegen zwischen 200 Metern und über 20 Kilometer. Kreuzungen und Kreisverkehre aber auch Spiraltunnel, hier gibt es wirklich nichts was es nicht gibt.

Fjordstraße, Brücke in den Tunnel, Tunnel raus auf Fähre, es flutschte eigentlich immer

Als auch typisch norwegisch würde ich die durchaus beeindruckende Verkehrsdisziplin bezeichnen. Zumindest erscheint die Kultur auf den –Straßen in den nordischen Ländern auf einem wesentlich höheren Niveau zu stehen. Hier steht Paragraph 1 auch an erster Stelle, das geht auch gar nicht anders. Zu oft lassen die Bedingungen auch nicht viel Spielraum, man muss sich arrangieren können und tut es auch. Sicher gibt es einige die es eiliger haben, aber die „groben Dinge“ wie sie hier viel zu oft erlebbar sind. Auf norwegischen Straßen herrscht doch ziemliche Ruhe. Das liegt auch nicht daran das dort nur 0,2 ‰ erlaubt sind. 😉 Inzwischen ist jedoch das Fahren mit Tageslicht nicht mehr nur eine nordische Angelegenheit. Schon längst bewegen sich in Deutschland eine Menge Autos auch am Tage mit Licht. Es ist aber in Norge immer noch mit 1500 Kronen (ca. 190 Euronen) ein teures Vergehen es zu vergessen. Für Norweger mögen die empfindlichen „Erinnerungsgelder“ an Verkehrssünden vielleicht erschwinglich sein,  als Urlauber gehen da aber bei „kleinen Delikten“ schon einige Tagessätze in die Staatskasse. Das muss man nicht haben.

Es ist ja auch nicht so das es woanders keinen Käse gibt, aber der norwegische hat schon Besonderheiten in Sachen Geschmack und Art. Da gibt es den sogenannten Braunkäse. Das ist Käse aus Molke von Ziegen-, Schafs- und Kuhmilch der karamellisiert wird. Der Geschmack ist süßlich-herb und bedarf schon einer gewissen Eingewöhnung, ist aber geschmacklich doch gut. Das liegt auch darin, dass es für unsere Zungen fremdländisch daher kommt. Gudbrandsdalsost oder Ekte Geitost sind zwei Arten. Wobei Geitost Ziegenkäse bedeutet. Der Besuch in Unredal galt neben der kleinsten Stabkirche auch einem bekannten norwegischen „Käsezentrum“. Es ist aber nur ein Ort wo Käse gemacht und der aber auch ziemlich bekannt ist. Dort Leben ca. 80 Menschen und gut 300 Ziegen. Einmal im Jahr ist sogar ein 3tägiges Käsefestival. In Unredal selber kann man auch die heimischen Käsesorten probieren bevor man sie kaufen darf. Dass der Käse aber auch ein teures Vergnügen ist erwähne ich nur am Rand, denn richtig guter Käse ist überall nicht nebenher zu bekommen.

Der Braunkäse - noch steht er im Kühlschrank

 

Helly Hansen … ist noch etwas typisch Norwegisches. Es ist ein bekannter norwegischer Hersteller von Schlechtwetterkleidung und vor allem in Sachen Segeloutfit bekannt. Dass die Norweger genug Testmöglichkeiten haben konnten wir erleben. Es soll wohl die meistgekaufte Merke sein, allerdings haben wir so viele Norweger nicht damit gesehen. Das hat nichts zu sagen. Wir hatten ja unser eigenes Testfeld gehabt. Ziemlich am Beginn bei unserer Wanderung im Husedalen und teilweise auch in Richtung Hovdungo. Dort standen sich Tschibo :mrgreen: , Adidas-Kampfrichterjacke 😉 und Helly Hansen direkt auf dem „Regenfeld“ gegenüber. Dabei hat sich meine Helly Hansen Jacke frühzeitig der Feuchtigkeit ergeben. Sie war sicher froh endlich in der Heimat zu sein und war dem Regen gegen äußerst empfänglich. Von dem Adidas-Träger ist nicht wirklich überliefert ob die Feuchtigkeit mehr von Außen oder gar von Innen (der Anstrengungen geschuldet)kam. Die Tschibo-Testperson schwor auf ihr wasserresistentes „Billigprodukt“. Da haben wir wieder den Salat. Auch kann man sagen dass es nicht am Geld gelegen hat, Qualität ist anders messbar.

Wir haben in der Zeit bei weitem nicht alle norwegischen Spezialitäten erleben und verspeisen können. Es ist auch hier also genug Raum vorhanden um einen weiteren Urlaub hier zu begründen. Wenn es den Junior vielleicht doch irgendwann nach Norwegen ziehen sollte, haben wir gleich mit unserem Erscheinen zwecks Urlaubsgestaltung gedroht. Er wird dann vor Ort wieder die Reiseleitung übertragen bekommen, bis dahin kreiselt aber noch jede Menge Wasser über die Landschaften der Fjorde.

Was treibt man auf dem Campingplatz?

Um es gleich vorweg zu nehmen, sooo viel Zeit bleibt meistens gar nicht am Abend. Es kommen wohl nur die Tage in frage, wo man mehr als einen Tag verweilt oder vielleicht schon recht frühzeitig ankommt. Das liegt in der Natur der Sache. Es mag sicher auch andere Camper geben die das wesentlich besser im „Griff“ haben. Wir als Gelegenheitscamper haben da viel zu viel Unruhe im Tagesablauf. Das sage ich so unter dem Aspekt dass wir nach einer Woche doch selber (so ist unsere Einschätzung) schon wesentlich ruhiger und abgeklärter geworden sind. 😉

Hier werden böse Dinge ausgegoren

und gleich geplant

Hektik gehört in kein Wohnmobil, das wissen wir. Vermeidbar ist sie nie völlig, man muss lernen damit umzugehen. Hin und wieder beobachtet man auch andere Camper, wie sie rein äußerlich betrachtet ihre Situation meistern. Wenn man auf einem Platz ankommt, sich festgelegt hat hier zu bleiben, sollte man vorab Klarheit über seinen Standplatz haben. Es ist nicht so günstig wenn man sich erst eincheckt und dann auf Platzsuche „herumgurkt“. Vielleicht unterscheiden sich die Erfahrenen von den Neulingen? Spätestens nach dem 2. oder 3. Platz kann man das verinnerlichen. 😛

Es gab jedenfalls auch viel Spaß

aber die Wäsche musste auch trocken werden

Die täglichen Abläufe werden dann auch recht schnell zur Routine. Das Meiste spielt sich außerhalb des Mobiles ab, duschen, aufwaschen und Toilette. In unserem Fall ist das auch alles gestaffelt wegen der Hunde. Sind sie draußen muss man ohnehin aufpassen und auch sonst ist es besser wenn nicht alle zusammen das gleiche tun. So viel Platz ist ja nicht da. Aus diesen Gründen ist diese Prozedur um einiges länger als „normal“. In Norwegen kommt hinzu, dass es, wenn überhaupt, recht spät dunkel wird, wenn überhaupt. Das ist der Sache eigentlich nicht zuträglich ist, weil man das Zeitgefühl etwas verlieren kann. Erst ein später Blick auf die Uhr lässt uns manchmal leicht erschrecken. Deswegen sollte man die Uhr im Blick haben ohne sich von ihr treiben zu lassen.

Bier in Norwegen, das ist schon ein Thema für sich

Ringnes, Carlsberg oder Lysholm?

egal ... hau wech

das wirkt dann so

oder auch so

Das abendliche gemütliche Zusammensitzen erfüllt mehrere Funktionen. Man kann den Tag an sich vorbei rauschen lassen, den nächsten Tag planen oder auch nur den Abend genießen. Ein Bierchen, ja das geht auch ohne Weißbier. Norwegisches Bier gibt es ja eigentlich fast gar nicht. Der Sechserpack Ringnes oder Lisholm wird eigentlich hin Dänemark abgefüllt, das haben wir aber erst später heraus gefunden. Trotzdem muss man eigentlich das Bier aus Schnapsgläsern trinken, denn 4,5 Euronen für den halben Liter ist schon eine Ansage. Dafür kann man bei uns so manch Schnäpschen erwerben in einer 0,7er Flasche.

Egal ob bewachen ...

... oder einzeln chillen ...

oder gemeinsam

Wir haben uns auf solche Abende allerdings vorbereitet und einige Spiele dabei gehabt. Auch ein Buch kann man schon mal lesen, allerdings fehlte mir dafür etwas die Ruhe. Ich bin immer nur ein paar Zeilen weit gekommen. Meistens haben wir gewürfelt, Kniffel. Das ist auf einem Campingplatz nicht das leiseste Spiel. Das Klappern der Würfel auf dem Tisch ist sicher gut zu hören. Das war uns aber auch egal und beschwert hat sich keiner. In Flåm haben wir auch Rommee gespielt, das ist natürlich wesentlich leichter. Begleitet wurden die Spiele durch Knabbereien die wir mitgebracht hatten und das „gute“ Bier oder Rotwein. Um das  Weinkontingent hat sich Astrid alleine gekümmert. Das sowohl beim Einkauf als auch bei der Vernichtung. Drei Liter ist ja auch nicht sonderlich viel. Der Captain Morgen hatte auch nicht ewig gereicht. Der größte Captain Morgan Absatz war in Flåm, weil es dort recht frisch war und auch der Tisch inklusive Rommee-Karten ihren Anteil abbekamen. Am Ende wurde aus Captain Morgan auch schon mal Jack Wolfskin :mrgreen:, oder lag es am vielleicht schrägen Standplatz? Den letzten Schluck haben wir uns für die Henkersmahlzeit vor der Besseggen-Wanderung aufgehoben :mrgreen: .

Die Henkersmahlzeit von Besseggen

oder auch woanders

Der Hunger war immer recht gut

 

Als Anreiz haben wir dann festgelegt dem Verlierer Aufgaben zu übertragen, ungeliebte aber notwendige Aufgaben wie Abwaschen wurden somit verteilt. Das war aber mehr der Gag, denn schon längst lief  ja rund und jeder hat im täglichen Getriebe mitgewirkt. Nur das Wohnmobil fahren konnte ich so nicht los werden. Die Auslobung des Fahrerplatzes wurde vom Familienrat nicht angenommen. Einmal Fahrer immer Fahrer. Schier unerschöpflich waren dabei die  Ausreden, Insgesamt muss man sagen dass wir recht schnell doch auch Gelassenheit und Ruhe gefunden haben.  Abläufe nehmen nun mal Zeit in Anspruch und Hektik gehört in kein Wohnmobil, schon gar nicht wenn es voll ist. Zur inneren Ruhe tragen halt solche kleinen Spielchen bei.

Würfeln

Rommè mit feuchten Beilagen

Das war dann der Preis ... abwaschen

Manchmal, so kennen wir es aus Frankreich, konnte man draußen sitzen. Markise raus, Markise rein, mal viel Wind, mal weniger. Wir hatten keine zusätzlichen Heringe dabei und gingen kein Risiko. Auch  mit den Hunden haben wir eigentlich die Kontrolle behalten. Insgesamt waren sie unproblematisch aber bevor wir sie außerhalb des Mobiles zwar an der Leine postierten und sie unseren gemütlichen Sitzplatz inkl. Markise abräumen konnten, blieben sie meist im Mobil. Unglücklich erschienen sie nicht, denn dort war es kuscheliger und sicher auch wärmer. Zu groß war die Wahrscheinlichkeit dass sie jeden von uns annektierten Platz mit Revierverhalten dekorieren könnten. Auf manchen Plätzen war ja auch ständig Bewegung. Diese Abende boten uns jedoch Entspannung und wir konnten sie auch genießen. Auch wenn bei einer Rundreise solche Ruhepunkte seltener sind, das war schon wichtig. Bei allem Stress der in der Sache liegt, es gehörte einfach dazu. 😀

Es war ja doch recht schön ...

Camping in Norwegen

Nach einer gewissen Zeit und auch im Rahmen der Aufarbeitung unserer schönen Zeit in Norwegen, kann man mit etwas Abstand schon eine Wertung vornehmen. Gerade wenn man die ganzen Bilder (noch bin ich ja nicht durch) an sich vorbei rauschen lässt, stellt man Unterschiede zwischen den Plätzen fest. Man ist in der Lage nun eine Bewertung vornehmen zu können. Unser Einblick in die Situation der Campingplätze in Norwegen beschränkt sich jedoch nur auf die beiden Wochen dieses Sommers. Eine Einschätzung und Wertung kann daher auch nur vor diesem Hintergrund gemacht werden. Das ist mit Sicherheit nicht repräsentativ. Wir haben insgesamt „nur“10 Nächte „geregelt“ auf einem Campingplatz verbracht auf insgesamt 8 Campingplätzen. Mit dem zeitlichen Abstand setzte eine gewisse  Reihenfolge in unseren Erinnerungen fest.

Allgemein fällt halt auf dass es in Norwegen einfach zu campen ist. Die Plätze haben sehr lange geöffnet und haben auch so gut wie immer Plätze anzubieten. Macht man eine Rundreise muss man sich keine Sorgen machen. Auch haben die meisten Plätze neben Caravanplätzen auch Möglichkeiten zum Zeltstellen und viele sogar kleine Hütten. Eine Rundreise im Auto ohne Zelt ist demzufolge auch gut möglich. Man muss also kein Wohnmobil haben. Über Vor- und Nachteile kann ich mich nicht auslassen und will es auch nicht. Für uns wäre es in der Situation mit den Hunden nicht gut möglich.

Wir haben kleine und große Plätze besucht. Gelegen an den Fjorden oder in den Bergen, freundlich waren sie überall. Man konnte ohne Komplikationen kommunizieren und immer frei den Platz wählen, das ist eigentlich sehr gut. Wenn man dann den Platz auskundschaftet und dann erst zum Platz fährt ist das auch in Ordnung. So manch Camper macht die Stellplatzsuche mit dem Mobil, das ist nicht ideal.

In Norwegen ist das Duschen immer extra, mit Münzen – in der Regel 10 Kronen – oder Chips. Das sollte man im Vorfeld immer erfragen, man lernt es ziemlich schnell. Das Strom auch extra ist sollte klar sein. Das Angebot an Sanitäreinrichtungen erscheint auf den ersten Blick nicht ausreichend. Vielleicht denkt man auch in deutschen Maßstäben. Fakt ist jedoch, es gibt zwar kleinere Staus, aber alles ist beherrschbar und recht unkompliziert. Im Urlaub hat man ja schließlich Zeit dabei und mit etwas Timing kann man hier Einfluss nehmen. Einen großen Vorteil haben Norwegens Campingplätze, sie sind gut ausgeleuchtet :mrgeen:. Die Sonne geht ja fast nicht unter und somit verteilt sich das leben auf den Plätzen auf ein paar Stunden mehr. Vielleicht ist das der Schlüssel für die Ruhe?

Platz 1 Strandheim Camping Leira

Das ist die Nummer 1, der letzte Platz den wir besucht haben aber auch der beste. Das Duschen dort nur 5 NOK und überhaupt, die Details die so wichtig sind. Frische Blumen, Musik im Sanitärteil, das Ambiente überhaupt und der Chef. Das habe ich ihm auch deutlich gesagt. Dieser Platz wurde auch schon ausgezeichnet, kein Wunder und nur berechtigt.

Leira - idyllisch gelegen

Der Chef wohnt auf dem Platz

nochmal Leira

Platz 2 geht an Flåm-Camping        

Der Platz war weiträumig und in Etagen angeordnet. Das liegt generell an der geografischen Lage an den Fjorden. Der Sanitärbereich war sehr gut und bot alles was man und Frau brauchte. Die Anwesenheit einer Waschmaschine und eines Trockners kam uns sehr gelegen. Das haben nicht so viele Plätze zu bieten.

Flåm Camping

Flåm

Platz 3 vergebe ich an gleichberechtigt an Åndalsnes und Geiranger.

Beide Plätze waren ziemlich dicht am Wasser. Baden kann man zwar kaum in den Fjorden, aber die Lage ist schon ziemlich cool. Wobei es in Geiranger auch wegen der Bekanntheit doch hektischer wirkte aber die Ziele und die Möglichkeiten größer waren. In Åndalsnes empfand ich es als angenehm fast nur Nordländer anzutreffen. Wenige Deutsche kommen wohl dort hin.

unsere Nachbarn in Geiranger

In Geiranger zeigten wir Markise

Åndalsnes

 

Platz 4 und danach

Die anderen Plätze würde ich allesamt danach einordnen. Es ist schwer hier noch abzustufen. Die Eindrücke vor Ort stehen auch unter dem Tageseindruck und den Bedingungen die wir gerade hatten. Odda fiel da zunächst etwas ab. Ich muss aber gestehen dass es mit Abstand betrachtet anders wirkt. Auf diesem Platz kam dazu dass wir Sonntag ankamen, wir hatten Glück denn 20 Uhr ist dort Feierabend, und daher keine Ansprechpartner für die Wechselgeld und Duschfrage antrafen.

Unser Stellplatz im Fjellpark Maurvangen

Fjellpark Maurvangen - der obere Bereich

Kvandal

Odda, ungünstig direkt unter Bäumen

 

Preikestolen Camping

Alles in Allem kann man sehr zufrieden sein. Klammern wir das insgesamt hohe Preisniveau mal aus, denn das ist ja in ganz Norwegen und auf allen Ebenen so, ist es gabz angenehm für Camper. Dabei ist egal ob man mit oder ohne Räder unter dem Heim und/oder mit oder ohne Zelt unterwegs ist. Norwegen bietet alle Möglichkeiten und es gibt wohl selten verschlossene Türen. Allerdings gibt es Regeln, die man einhalten sollte, das ist aber selbstverständlich. Neben den hervorragenden Bedingungen hat Norwegen genug Plätze sich jahrelang aufzuhalten. Selbst den Einheimischen dürfte es schwer fallen auch nur näherungsweise die möglichen Sehenswürdigkeiten zu besuchen.