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Gedanken an Benny

Der 28.Dezember ist ein ominöser Tag. 2008 hat uns Benny für immer verlassen müssen. Das ist nun schon 3 Jahre her und es kam so plötzlich, wir hatten keine Vorbereitung. Am Mittag sind wir noch gemeinsam übers Feld gegangen. Benny war entgegen seiner sonstigen Art ruhig und relativ gelassen. Aufgefallen ist es uns nicht wirklich gleich. Er zeigte eigentlich kein Verhalten was uns zu Sorgen veranlasste. Erst später, sein Blick, als wir nach Hause kamen und nicht zusammen ins Haus gegangen sind. Er hat uns angesehen als wollte er fragen was das soll. Es hatte ihn wohl nie interessiert. Heute erahnen wir was die Blicke sagen wollten. Leute kommt wenigstens meinen letzten Gang können wir gemeinsam tun … oder warum nicht? Verstanden haben wir ihn nicht, leider.

Wieder zu Hause lag er im Wohnzimmer, er war ja auch schon etwas älter, aber trotzdem voller Power. Am späten Nachmittag stellte Florian eine Verhärtung im Bauchbereich fest. Komisch, er ließ nicht vermuten ein Problem zu haben, trotzdem war es wohl da. Uns war schnell klar dass hier Handlungsbedarf ist und die Suche nach einem Arzt begann. Unser Tierarzt war nicht zu erreichen, also kam nur eine Notfallstelle in Frage – die Tierklinik in Bad Langensalza. Sofort kamen mir die Gedanken nicht, erst später ging mir wieder der 21.Juli 1999 durch den Kopf. Nein, Benny musste geholfen werden. Also fuhren wir los.

Man erwartete uns schon und Benny konnte inzwischen nicht mehr gut laufen. Im Wartezimmer lag er hechelnd und spätestens jetzt war der Ernst zu erkennen. Auch hat er zum ersten Mal die Sprechstundenhilfe angeknurrt, nicht schlimm aber es war deutlich zu hören. Sie wollte ihm nur helfen, das tat ihm wohl sehr weh. Das war dann wohl noch ein Signal wie ernst es war. Er wurde in den Behandlungsraum gebracht mit einem Wagen. Bange Minuten des Wartens, was passiert nun? Wie schlimm ist es? Was kann getan werden? Dann die Ärztin … leider keine guten Nachrichten. Benny zeigte schwere Vergiftungserscheinungen, sein Bauchraum war trübe und im Röntgenbild nicht zu untersuchen. Offensichtlich hatte er innere Blutungen und … große Schmerzen, eine Punktur ergab Flüssigkeit mit Blut getränkt. Sein Allgemeinzustand war bereits so schlecht dass es kritisch war. Die Frage aller Fragen, was tun. Eine OP war sehr möglich aber ein großes Risiko, anders kann man ihm nicht mehr helfen. Und dann, die Feststellung das es doch nicht geht? Ich konnte mich kaum noch auf den Beinen halten, mir war übel zu Mute und zu fassen war das nicht, auch nicht für Astrid. Wir mussten eine schwere Entscheidung treffen. In Anbetracht seines Zustandes, der Schmerzen und der Diagnose auf der einen Seite und dem Wunsch ihn wieder gesund zu sehen, haben wir gemessen an den Chancen die bestanden haben entscheiden müssen ihn gehen zu lassen. Gehen zu lassen über die Regenbogenbrücke, ihn zu befreien von den Leiden und dem Leid was noch gekommen wäre. Ich konnte es leider nicht – das beschäftigt mich heute noch – aber Astrid blieb aber bis zum Schluss bei ihm.

Mir tat das alles irgendwie sehr weh. Langensalza, ja … damals war es Bruno und nun Benny. Ich glaube wir kommen hier nicht wieder her mit einem Tier. Ich weiß genau das es nicht an der Klinik liegt, schon gar nicht am Personal, aber irgendwie bleibt hier etwas hängen. Eigentlich will man so etwas nicht wieder erleben, aber es gehört eben auch zum Leben dazu. Benny haben wir wohl vor größerem Leiden bewahrt, haben dabei selber Leid auf uns genommen. Wir haben ihn mit nach Hause genommen. Hier hat er seinen letzten Platz und jeden Tag kann ich diesen Platz gut sehen. Benny hätte auch seine Freude an Bashira gehabt, bestimmt.

Benny mochte Hündinnen und wir hoffen dass er mit der Auswahl von Bashira und nun Bantu zufrieden ist. Er hat für sie den Platz frei gemacht ohne dass wir da schon wussten was kommt. Der Platz im Herzen bleibt für ihn auf immer. Wir gedenken den schönen Stunden, Tagen und Wochen die wir mit ihm haben durften und hoffen dass er sich immer wohl gefühlt hat bei uns …

Tour de France

Es gibt natürlich auch noch andere Themen als unser Thema Nummer 1 – die Fellnasen. Gerade in diesen Tagen läuft sie wieder die Tour de France 2011, die 98. Tour quer durch Frankreich. Ein Ereignis dem wir schon mehrfach beiwohnten und das Flair genießen konnten. Das einzigste Sportereignis was zu den Zuschauern nach Hause kommt, allerdings nur in Frankreich. Woanders könnte ich mir das allerdings auch nicht vorstellen.
Als ausgemachter Radfan ist die Tour immer ein Thema, nur im Moment liegen die Prioritäten aber etwas anders und das spürt auch mein Fahrrad, was noch nie im besten Radmonat des Jahres so viel Ruhe hatte. Selbst die Tour zu verfolgen ist schwierig im Moment, denn die kleinste Unaufmerksamkeit beschert mitunter Überraschungen die man vermeiden wollte. Ich glaube aber fest daran dass ich diese Zeit schadlos, wenn auch nicht ganz Pfundlos, überstehen werde.

Der Galibier

Morgen geht es zum Beispiel auf der möglichen Königsetappe hinauf zum Col du Galibier. Dabei soll der Col Agnel, Col d’Izoard und der Col de Lautaret vorher bezwungen werden. Gegenden die wir selber schon mit dem Wohnmobil, aber auch dem Fahrrad befahren haben. Das ist ein guter Zeitpunkt einmal eine Brücke in die Vergangenheit zu schlagen und sich an Dinge zu erinnern die man selber erlebt hat. Wenn die Kameras die Fahrer verfolgen erkennt man oft Punkte an denen man selber die einmalige Landschaft live genießen konnte. Gerade dieser Tage bestimmten diese Berge die Schlagzeilen einmal wegen der Tour und zum Anderen weil das Wetter nicht wirklich zum Freund der Fahrer wird. Gemeldet wurden ab 2500 Meter 20 cm Neuschnee im Juli und Temperaturen um die null Grad. Kaum vorstellbar wenn man die Bilder von damals sieht. Ein Novum ist es allerdings nicht, denn schon 1996 gab es schon mal eine Abkürzung einer Etappe um dem Wetter zu entgehen. Auch damals war der Juli nicht der Brüller in Sachen Sommerwetter.

In diesen Regionen versperrt kein Baum den Blick mehr

das strahlt Ruhe aus

2005 waren wir letztmalig zu Besuch bei der Tour. Unser Wohnmobil stand unter Anderem bei Valloire und die Strecke hinauf zum Galibier durfte ich selber erradeln und atemberaubende Bilder schießen. Das Wetter damals war uns recht wohl gesonnen und eben auch richtig sommerlich. Die Strecke vom Galibier hinunter nach Briancon ist 40 km lang, diesmal allerdings müssen die Fahrer umgekehrt nach oben radeln und es soll dort eine Bergankunft geben. So etwas ist nach meinem Geschmack, nur eben nicht bei Schnee und Kälte 😳 .

Hunderte Wohnmobile säumten die Strecke an vielen Stellen

Der Blick hinunter nach Briancon ... diesmal muss man hier hoch kommen

... und ich ganz oben ...

Begleitet hat uns damals noch der gute Benny. Er war recht geduldig und ein ruhiger Vertreter dem solche Unternehmungen nichts ausmachten. Selbst in Alpe D’Huez, damals beim Bergzeitfahren 2004 war er tapfer mit dabei. Dort mussten wir ihn an einem Busch festbinden damit er uns nicht bergab verloren ging 🙂 . Insgesamt waren wir zwischen 2002 und 2005 Zuschauer bei 6 Etappen der Tour, in den Alpen und den Pyrenäen. Na klar in den Bergen, da hat man die Chance etwas mehr von den Fahrern sehen zu können. Cormet de Roselend, Col de Agnes, Alpe D’Huez und Mount Ventoux, bei diesen Namen springen die Radlerherzen schneller. Die Landschaften sind wunderschön so dass man auch immer herrliche Ausblicke genießen kann.

Am Hang im Gebüsch "geparkt" ... Benny hat alles verfolgt

Es waren schöne Tage, vor allem die Sonne konnten wir genießen, aber auch Schattenseiten waren dabei. 2004, als wir trotz „Wachhund“ an Bord, ausgeraubt wurden. Der Verlust von Wertsachen ist zu verschmerzen, viel wichtiger was das uns nichts passiert ist. Der größte Schaden für mich war dabei noch der Verlust der vielen schönen Bilder. Auch deswegen haben wir es 2005 nochmals gestemmt nach Frankreich zur Tour zu fahren. Wir haben es nicht bereut und werden bestimmt wieder einmal zur Tour aufbrechen. Vielleicht schon 2013, dann steigt die 100. Tour de France. 

Ein Blick auf eine Gruppe von Fahrern ... hautnah

Mein vielleicht schönstes Bild der Tour ... Lance Armstrong damals auf dem Weg zum 7.Sieg

noch mal der Blick zum Col ...

Mahlzeit

Wenn man manchmal überlegt was man schreiben „soll“ (vorausgesetzt man will auch schreiben :whistle: – ja ich will :mrgreen:) kommen keine Ideen. Oder es fehlt einfach der Anfang. Manche Tage „flutscht“ es nur so, da möchte man den Klempnernotdienst anrufen damit die Leitung verschlossen wird und es gibt Tage da herrscht geistige Trockenheit. Was nicht bedeutet das nix passiert, nein es fehlt einfach der Einstieg. Ich glaube unsere Hunde, egal wie sie heißen und wie sie auch aussehen und welcher Rasse sie angehören, sie bieten uns jede Menge an. Ich möchte auch nicht einen Tag mehr missen ohne die Begleiter neben uns, die auf ihre Art immer wieder unsere Aufmerksamkeit fordern, die Ideen haben und (auch wenn es manchmal schwer ist die Fassung zu behalten 👿 ) uns am Ende immer ein Lächeln abgewinnen können.

Hunger? Nö wir doch nicht ...

Ganz großes Kino ist dabei eben das Thema Fressen, mit samt den Episoden und Situationen beinahe täglich um uns herum. Ich glaube das Menschen die mit solchen „Biestern“ umgeben sind wesentlich gesünder leben. Gesund weil man einerseits vor Schokolinsen, überflüssigen Bananen, zu viel gekauften Brötchen, herum stehenden Schokoladen Eierlikörbechern, zum Trocknen aufbewahrten Brot … und und und „befreit“ wird. Der Besen in der Küche verstaubt weil man braune Besen am Laufen hat ;), man keine Kehrschaufeln mehr braucht und manchmal die Mülleimer Vorhängeschlösser brauchen. Vielleicht liegt ja darin das Geheimnis bei Bantu, der seine Tagesration von 350 g verschlingt und aber mindestens das Doppelte aufs Schäufelchen macht !!! und dabei noch zunimmt und das nicht zu knapp. Ja aktuell hat er gestern 11,9 kg, frisch gewogen. Ja momentan sieht er aus als hätte man einen Wagenheber eingebaut. Andere Welpen kommen daher als Schlummerrolle mit Gehfäden unten dran, Bantu sieht eher aus wie ein Gerüst von Fensterputzern 😐 . Das Einzigste was wächst bei ihm sind Hunger, Beine und besonders die Pfoten. Und falls die Fragen kommen sollten, seine Rippen geben KEINE Töne ab, außer ein leidvolles quietschen. Das Hauptgeräusch wenn Bashira und Bantu miteinander ringen, keine Spur von Tonleitern …

Hunger ... seht ihr das nicht?

Bei aller Beobachtung … es gibt Rasseübergreifend Solche und Solche … und eben Solchen F…. Monster. die tragen offensichtlich in den meisten Fällen braune Felle … 😳 . Benny war auch so ein „Schlinger“ (ja und manchmal auch ein Schlingel, sind sie aber irgendwie alle durch die Bank) der Einzigste „Schlinger“ ohne braunes Fell der mir begegnet ist. Wir haben ihm das Futter eingeweicht damit nichts passieren kann. Die Aufteilung auf 2 Mahlzeiten hat er irgendwie nicht akzeptiert. Das Einweichen war natürlich auf Reisen nicht so einfach umzusetzen. Es musste aber sein weil er so geschlungen hat das man befürchten musste die „Kullern“ kommen gleich wieder hinten raus geflogen. Man war geneigt ein Pflaster auf die Öffnung zu kleben. Bruno war ein ruhigerer Futterer, aber zu seinem Verhalten an der Schüssel können wir nicht so viel mehr sagen. Die schöne Zeit war einfach zu kurz, mehr sind die Anstrengungen in Erinnerung um ihm das Leben zu erhalten. Das ist wirklich schade.

nun wird's aber doch Zeit ... gell Bashira? Sag doch mal was ...

Bashira haben wir auch nach dem Kriterium der Art der Futteraufnahme ausgewählt. Das ist natürlich nicht das Entscheidende 🙂 … aber noch heute kaut sie das Trockenfutter recht ordentlich und auch Leckerli’s egal wie klein die auch sind. Obwohl es manchmal schwer ist ruhig zu stehen mit dem Motivationsmittel zwischen den Fingern wenn sie mit Maximaltempo auf den Futterhalter zukommt. Sie hat aber ABS und kommt meist rechtzeitig zum Stehen und nimmt die leckeren Sachen recht sanft. Bei Benny musste man erst nachschauen ob die Finger noch dran sind. Bantu … ist wieder ein Kandidat für ein Pflaster. Man bekommt Angst um den Futternapf wo er bestimmt eines Tages den Boden durchdrückt. Ich glaube das Futter kommt gar nicht an die Zähne, es ist als ob eine Tür auf ist und der Luftzug die Schüssel entleert. Wir werden daran arbeiten müssen, wobei ich nicht glaube dass es Erfolg bringt, aber versuchen werden wir das schon … kleiner Mann 😉 . Auch wenn es für ihn hart wird … dabei muss er keine Angst um sein Futter haben, Bashira respektiert sein Futter. Vielleicht haben wir auch einen Fehler gemacht. Bantu hatte einmal nicht die ganze Ration genommen, da haben wir Bashira den Rest futtern lassen. Das war die letzte unausgeleerte Schüssel des Kleinen …

Wer kann schon unter Palmen speisen?

Benny’s 11.Geburtstag

Obwohl Benny uns schon körperlich verlassen hat, seinen Platz im Herzen hat er auf ewig. Wir denken heute an seinen Geburtstag natürlich an ihn. Wir gedenken in Form von Bildern, Bilder die in uns verankert sind – tief und fest –  und bei Betrachtung heute immer wieder ein Lächeln in die Gesichter zaubern.

Ein stolzer Bursche

Die Ruhe in Person ... außer bei Katzen, die mochte er gar nicht

Der letzte Urlaub mit ihm in Österreich

Die Wasserratte

Sein Platz im „Körbchen“ ist jedoch noch leer. Bashira ist wohl skeptisch in dessen Benutzung. Vielleicht stört sie das Knirschen des Weidengeflechtes, vielleicht auch ist es auch etwas anderes und vielleicht hält sie es auch nur wie die Ridgebacks. Sie lieben es weich zu liegen, wenn möglich auf einem Pad, einer Couch oder einem Bauch des Rudels. Weil sie die Nähe zum Menschen mögen und die gibt’s im Korb eher nicht – es sei denn der Mensch ist klein. Nur deswegen sieht wohl Benny’s Korb noch so wie er ihn verlassen musste, wir haben schon andere Körbe nach der „Ridgeback-Bearbeitung“ erlebt …

in ganzer Größe

... und zwischen den Blumen

Ein Bild mit dem Körbchen, ja das fehlt noch. Ich werde suchen und es hier rein stellen … versprochen.