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Über den Berg

Gestern war es nun so weit. Mit großer Spannung fuhren wir nach Erfurt in die Tierklinik. Die Nachuntersuchung mit einer Röntgenaufnahme stand auf dem Programm. Klar war auch das man so eine Granate nicht so ruhig bekommt das man in Ruhe die Aufnahmen machen kann. Folgerichtig gab es kein Mittag, was uns irritierte Blicke einbrachte. Bashira hat ja grundsätzlich immer Hunger und schlägt in den Bemühungen der Futterfindung (zumindest das was erst mal so aussieht) locker jeden Vorwerk oder Kobold. Einzig die Geschichte mit dem Staubbeutel ist nicht zu regulieren in ihrem Fall.

Im Wartezimmer zeigte sie keine Ängste. Die Ohren und Nasen der recht netten Mädchen der Klinik und der sonst Anwesenden waren hochinteressant. Dann kam aber ein noch interessanteres Doppelpack. Ein mächtiger Ridgebackrüde mit einem weiteren kleinen Mädchen – die Hunde der Familie Hempel. Bashira war einigermaßen irritiert und zeigte einen Anfall von „Ridgebackhusten“ und wollte durch leichtes angedeutetes Knurren sich der Situation stellen. Gerne hätte sie gespielt und gemacht – was verständlicherweise an diesem Ort und dem Zustand schlecht ging.

Bashira wurde nun in den Schlaf geschickt und „fotografiert“.

Wie uns der Tierarzt zeigte war alles recht gut verheilt, nur Fachleute können erkenne das etwas gewesen ist, weil die Knochenstruktur nicht mehr so deutlich zu sehen ist. Die Knochenstruktur ist schon wichtig, aber viel wichtiger dass wir damit den Berg überschritten hatten. Da die eingebaute Platte ziemlich stark überwuchert ist haben wir auch gleich den Entschluss gefasst, die Implantate so schnell wie möglich zu entfernen. Dies soll am 3.Juni erfolgen. Leider bedeutet das aber dann wiederum zwei Wochen Leinenzwang danach. Auch den Trichter sollen wir mitbringen, wir werden ihr das vorher nicht verraten. Im Endeffekt sind wir doch recht glücklich dass wir dieses Missgeschick in einem recht kurzen Zeitraum hinter uns bringen können. Und geht es in jedem Fall besser wenn unserer Maus das sein kann was sie ist, ein wilder Ridgeback.

Nach einer Narkose sieht man selten gut aus

Nach einer Narkose sieht man wohl selten gut aus

 

... mal sehen ob es nun endlich auch Futter gibt ...

... mal sehen ob es nun endlich auch Futter gibt ...

Besonderen Dank, natürlich auch im Auftrag von Bashira, richten wir hier nochmals an die gute Arbeit in der Tierklinik in Erfurt mit dem Team um Dr. Hempel. Den letzten Schritt werden wir genauso gut überstehen wie die anderen auch und wir wissen unsere Maus dort in guten Händen. Irgendwie hat er es ja auch ziemlich gut, denn keine Krankenkasse erteilt Beschränkungen für das Budget. Einzig die Besitzer der Tiere entscheiden. Die Entscheidung ist auch nicht vom Geld abhängig. Die Tiere geben uns viel mehr als das was sich in Zahlen ausdrücken lässt, sofern das überhaupt geht.

Für heute möchte ich mit einem Zitat Friedrich des Großen schließen:

„Seit dem ich die Menschen kenne habe ich die Hunde Lieben gelernt“

Erinnerung an Benny

Die Kleine Bashira hat uns die letzten Wochen ziemlich auf Trapp gehalten. Warum und wieso erzählt sie uns, beziehungsweise lässt sie uns erzählen. Wir haben nun etwas Zeit zur Besinnung gefunden und möchten nun auch unserem Benny die Ehre zu Teil werden lassen die er verdient hat.

Am Freitag dem 29.Mai wäre unser guter Benny 10 Jahre alt geworden. Ein Alter was im Normalfall auch locker zu erreichen ist. Leider war es ihm und uns nicht vergönnt diesen Tag zu erleben. Gerne denken wir immer wieder an die vielen schönen Jahre mit ihm, seine Leistung die er für uns und unsere Bekannten erbracht hat. Ich werde einmal versuchen diesen Kerl zu beschreiben. Vor allem seine Leistung und seinen Platz den er innehatte.

Ein Bild Weihnachten 2000

Ein Bild Weihnachten 2000

Benny, ein Golden Retriever, knuddelig und knuffig. Schönes und friedvolles Gesicht (ganz wie Fuchur), nie unfreundlich aber auch nicht wirklich so einfach zu „bedienen“. Er hatte einen ausgesprochen schönen Kopf und eine perfekte Figur. Was uns am Anfang auch bewogen hat (auch auf Bitten der Züchterin) diverse Ausstellungen zu besuchen. Zweimal ergab es eine Bewertung V1 und Anfragen ob er Deckrüde sein soll. Wir haben darüber nachgedacht. Bevor eine Entscheidung fallen konnte, hat er gewissermaßen selber entschieden. Nach dem Zahnwechsel stellte sich heraus dass ein Zahn fehlte. Der bis Dato vorhandene aufgesetzte Milchzahn steckte in einem Holzstück. Im Ansatz gab es aber keinen Richtigen Zahn. Dieser „Fehler“ hat unsere diesbezüglichen Bemühungen sinnvoller Weise beendet. Sinnvoll deswegen, er mochte alle Hundemädchen über das Normale hinaus, es hätte ihm sicher nicht gut getan. Selbst bei Ausstellungen war er ein ständiger Unruheherd wenn eine Hundedame in der Nähe war – soll es auf Ausstellungen ja geben. Also war es nichts mit Futter selbst verdienen, wir haben es ihm aber gerne weiter gegeben.

Mit Benny kamen nun die Änderungen ins Haus die wir gewollt haben. Um 360 Grad drehte sich unser Leben möchte ich behaupten. Der Tagesablauf wurde auf ihn abgestimmt und wir stimmten selbst die Urlaubsplanung auf ihn ab. Von nun an waren wir ein Team. Egal ob in Österreich, Dänemark, Frankreich oder im Wohnmobil, Benny war immer dabei. Ein Familienmitglied was gleichberechtigt an unserem Leben teilnahm. Wir wollten keinen Wachhund und wir wollten auch unseren Freundeskreis erhalten. Das ging recht gut mit dem Burschen auch wenn er grundsätzlich jeden Besuch zu Boden knutschen wollte. Er zeigte immer große Freude gegenüber uns, den Verwandten und Bekannten und auch gegenüber Fremden. Besonders „freute“ er sich wenn er Katzen gesehen hat. Ich weiß nicht mehr genau wie oft er mich vom Rad geholt hat, dazu später mehr.

Er war auch ein kleiner Macho, aufgeplustert und trabend wie ein spanisches Hofreitpferd konnte er sich präsentieren. Wenn es aber eng wurde zog er die Unterordnung vor, nur wenn seine Kumpels Jack (ein Berner Sennenhund gleich nebenan) und Buck (ein Goldie) in Gefahr waren, wollte er helfen, genau wie sie es auch getan haben. Die Drei verstanden sich wirklich gut.

So wie wir ihn in Erinnerung behalten

So wie wir ihn in Erinnerung behalten

Den fehlenden Wachtrieb haben wir nicht als Mangel angesehen. Spaßig waren wir der Meinung, dass ein Einbrecher eher über ihn fallen könnte als von ihm vertrieben zu werden. Dass wir das am eigenen Leib spüren „durften“ konnten wir ja nicht wissen. 2004 in Südfrankreich wurden wir mit Hund im Wohnmobil schlafend ausgeraubt. Wir wissen nicht ob wir der dortigen Polizei klar machen konnten dass wir einen dabei Hund haben. Das ist gut so, sie hätten gezweifelt an der Anzeige. Benny hatte die Angelegenheit verschlafen, keine Reaktion seinerseits.

Niemals haben wir einen bösen Blick von ihm erlebt, ein böses Bellen oder gar andere Dinge. Egal wie viele Kinder ihm an den Ohren hingen und gezupft haben. Egal wie viele in seinem Korb gelegen haben, wir waren stolz auf unseren Benny. Er hatte Stärken und Schwächen wie jeder und er hatte panische Angst wenn es knallte – wir litten immer mit.

Natürlich war nicht immer alles so Prima, natürlich wollten wir ihn auch mal auf den Mond schießen (zum Glück hatten wir keine Starterlaubnis erhalten) und schließlich warteten wir bis zum letzten Tag das er mal etwas ruhiger wird. Die Ruhe die er nun hinterlassen hatte wollten wir aber nicht.

Abschließend für diesen Beitrag möchte ich nur zwei Aussagen von Menschen aus unserem Umfeld zitieren die ihn kannten:

„Die Familie Meyer bestand immer aus Astrid, Stephan, Flo-Meyer und Benny, er gehörte für uns immer dazu.“ – Familie Schulze, die Hunden gegenüber recht ängstlich waren. Benny hat ihre die Angst wesentlich lindern können.

„Schade das Benny nicht mehr da ist, er hat mir die Angst vor Hunden genommen.“ – Tochter einer Nachbarfamilie

Schließlich und endlich hat er uns mehr gegeben wie wir zu erwarten gewagt hatten. Florian kann nun recht gut mit Hunden umgehen, seine panische Angst ist einem gesunden, aber sinnvollen Respekt gewichen. Er hat uns zu neuen Menschen gemacht und uns viele Kilometer begleitet, egal ob zu Fuß oder am Fahrrad. Wir haben versucht es ihm auch recht schön zu machen, hunderte Schweineohren waren nur ein kleiner Teil davon.

 

Unsere Kinder

Unsere Kinder

In Gedenken an ihn zu seinem 10.Geburtstag war es mir wichtig diese Zeilen zu schreiben. In unseren Erinnerungen und vor allem in unseren Herzen hat er seinen Platz schon sicher.

Um welch imposanten Kerl es sich handelte, werde ich versuchen in weiteren Stories und vor allem in Bildform versuchen darzustellen.

 Tambach-Dietharz am 28.Mai 2009

Fäden Adé

Gestern war es nun so weit, die Fäden wurden gezogen. Die Heilung verläuft fast perfekt und gibt zunächst erst mal keinen Anlass zur Sorge.

Die Fäden sind nun endlich weg

Die Fäden sind nun endlich weg

Der Heilungsprozess kann weiter voran schreiten und hoffen dass es weiter so glatt geht. Hier ist es nochmals an der Zeit dem Tierarzt – Dr. Feest – Danke zu sagen. Bashira wird hier bestens versorgt, das ist schön so.

Lassen wir sie aber selber mal berichten.

Alle Dinge im Leben haben gute und schlechte Seiten. Ich bin erst mal froh dass ich keine lebende Lampe mehr sein muss. Mal abgesehen von dem blöden Reisverschluß am Bein (da muss ich wenn die Kerle kommen die Beine zusammen klemmen) bin ich optisch nicht unheilbar geschädigt. Da mir nun inzwischen auf dem Bauch auch Haare wachsen denke ich dass man das vielleicht mal nicht mehr sehen wird. Wenn doch … nun da habe ich eine Heldenstory die ich erzählen kann.
Es wird nun auch Zeit das alles wieder normal wird. Ich glaube schon das Mama und Papa so langsam mit der Trägerei von mir genug haben. 22,6 Kg und fast 60 cm … da braucht man kein Fitnesstudio 😉 (dafür haben die beiden derzeit wenig Zeit 🙁 )

Jetzt wo mein Horizont wieder größer wird kann man schon wieder mit Spaziergängen beginnen. Leinenzwang … *tz* so was doofes, ich will ja nur Spielen und Toben und Springen. Aber genau das darf ich noch nicht – schade.
Auch schade ist das meine Zeit im großen Bett nun wieder vorbei zu sein scheint, ich darf erst mal nicht mehr rein. gut, daran arbeiten wir allerdings weiter, obwohl – ich freu mich das ich ohne Anbauten derzeit wieder in mein Bett passe. Kommt Zeit kommt Rat.

Leider ist nun aber derzeit nicht wirklich mein Wetter. Es ist zwar warm, aber verdammt viel nass … auch wenn mir das Donnern und Blitzen nichts ausmacht, wer hat schon gerne nasse Füße?

das war gestern ... einfach schlimm

das war gestern ... einfach schlimm

 Da wird schnell mal das Katzenkissen aus der Küche gemaust, gut positioniert und fertig sind die Träume. Von wegen ich mag keine Katzen … ähmm, was sind eigentlich Katzen?

.. da bleibt nur eine sinnvolle Beschäftigung

.. da bleibt nur eine sinnvolle Beschäftigung

Alles wird aber gut und besser werden. Ich habe gehört dass bald die Terrasse überdacht und das ganze Dach neu gedeckt werden soll. Da kann man auch im Regen draußen liegen ohne nass zu werden, genial. Es fehlt dann nur die Sonne unter dem Dach – das kriegen die aber auch noch auf die Reihe. Das ist übrigens mein zu Hause:

Bashira's Home mit alten Dach

Bashira's Home mit alten Dach

In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Männertag. Leider kann ich in diesem Jahr mit der Mädchengruppe an keiner Gegendemo  🙂teilnehmen. Das verschieben wir aber auf das nächste Jahr. Die Familien-Männer wollen heute etwas radeln und die Mama passt auf mich auf. Nur eine kleine Dehnrunde … mehr wird es noch nicht werden.

Bis bald grüßt Euch Bashira

Neues aus der Krankenstube

Hallo …

Das vorerst Schlimmste scheint erst mal überstanden. Die Wunde macht gute Fortschritte und verheilt. Es ist sogar so gut, dass die Fäden von selber Bashira verlassen. Sie hat jetzt quasi eine Öse zum Aufhängen 🙂 . Das beruhigt uns alle sehr, was sie aber nicht daran hindert ihre Wildheit rauszulassen. Wenn all das was sich die letzten Tage in ihr gestaut hat explodiert … na dann Prost.

Optisch ein guter Zustand - das macht uns froh

Optisch ein guter Zustand - das macht uns froh

Da immer noch strikte Ruhe und Leinenzwang vorgegeben ist, heißt das für uns dass man jede Kontaktaufnahme mit ihr wohl überlegen muss. Ein „falsches“ Signal, eine Bewegung und sofort ist sie voll da. Entweder die Nase im Auge, alle vier Pfoten vorm Gesicht, so wie Ridgebacks sind, von 0 auf 160 … und das sofort. Am Sonnabend habe ich nur mal „na wie geht’s Bashira“ geflüstert … dann war es auch schon passiert – Sprung – Landung – großes Weinen. Sie hat sich weh getan. Das ist für uns ein großes Manko. Man kann sich nicht wirklich so mit ihr befassen wie sie es braucht und auch erhalten sollte. Deswegen sind nur dosierte Spaziergänge und Freilauf nur unter strenger Aufsicht möglich.

"Frei"-Gang mit "Mama" in der Sonne

"Frei"-Gang mit "Mama" in der Sonne

 

Dosierter Freilauf

Dosierter Freilauf

 Eine Pflegephase hat auch seine Guten Seiten … Wenn nur ein Streifen von 25 cm Sonne da ist, gehört zuerst ein Ridgeback hinein 🙂 .

... da wo die Sonne ist ...

... da wo die Sonne ist ...

 ... da ist auch Bashira ...

... da ist auch Bashira ...

Wir und auch der Tierarzt sind sehr zufrieden. Nicht auszudenken wenn das gar nicht passiert wäre. Wir sind nun auch noch sensibler geworden und beobachten jede Bewegung mit Argwohn und Sorge. Am Mittwoch kommt dann eine erste große Erlösung, der Lampenschirm wird erst mal wieder in den Keller wandern und die Fäden werden gezogen. Wir hoffen dass weiter alles glatt geht mit der wilden Maus.