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Der Sommer neigt sich

 

Diese "Gefleckten" sind in diesem Jahr sehr relaxt

Da kann man sogar mal schnuppern gehen

Alle Jahre wieder, immer dann wenn die Rinder die Felder hinter unserem Haus „bewirtschaften“ ist der Sommer auf Abschiedstour. Nicht nur die Rinder vermelden das nahende Ende, auch die Thermometer neigen nicht mehr zu Spitzenwerten am oberen Ende. Besucher im Garten deuten auf eine intensive Winterquartiersuche hin, Schwalben intensivieren die Flugstunden und machen Ausdauertraining. Im Wald sprießen die Pilze aus dem Boden, abends zieht die eine Nebelwolke schon mal (noch ziemlich flach) übers Land. Der kurze, aber dafür recht intensive Sommer ist wieder in einem Regensandwich eingepackt. Dafür ist der Rasen wieder ziemlich grün und recht feucht – also mal gar nichts für Ridgeback-Füße. Es ist schon manchmal komisch anzusehen was Bashira alles versucht um keine nassen Füße zu kriegen. Komisch ist auch, sie ist durch unsere „Behandlung“ (sagen wir besser Abhärtung) schon ziemlich regenresistent geworden. Regenresistent aber nur so lange wie die Tropfen einzeln kommen. Hängt der Regen jedoch an einem Faden, treffen flehende Blicke das andere Ende der Leine, flehende Blicke doch einen Platz bereit zu stellen wo es nicht herab tropft und wo der Regen als Minimum nicht mit zu viel Wind waagerecht ins Gesicht schlägt. Das sind eigentlich DIE Bedingungen um einem Hund das „Bei Fuß“ gehen ohne Leine schmackhaft zu machen. Eigentlich, denn auch für ziemlich jeden Hundeführer ist das Wetter mindestens genauso schlecht. In dieser Angelegenheit gehe ich mit Bashira in volle Übereinstimmung, Regen möglichst nachts und bei angenehmen Temperaturen.

Auf der Suche nach einem Quartier

Auf der Suche nach einem Quartier

Ein selten gewordener Gast im Herbst

Schwalbenflugschule

Schwalbenflugschule

 

Da gibt es doch Leute die meinen dass für Schwalben einige Freileitungen bestehen bleiben sollten. Wie man sehen kann finden sie ihre Plätze und fanden die auch schon früher in Zeiten wo es noch kein Strom gab. Die Natur findet immer wieder Mittel und Wege um sich anzupassen.

Es gibt jedoch auch Momente wo es selbst Bashira scheinbar völlig egal ist wie nass es ist. Eine Bedingung bleibt jedoch – die Füße müssen noch irgendwie Bodenkontakt haben und das möglichst laufend. Ja inzwischen darf das Wasser auch schon mal bis zum Bauch gehen. Es gibt aber noch keine Leckereien die sie bewegen konnten zu schwimmen. Vielleicht kennt sie ihre Fähigkeiten alle noch gar nicht? An diesem Punkt kommt allerdings ein Veto. So manch „Fähigkeiten“ die sie kennt und tut, naja – solche brauchen wir nicht noch mehr. Wir haben uns gerade an die bisherigen gewöhnt.

Auf feuchtem Grund mit entsprechender Geschwindigkeit ... das spritzt mal schön

Traditionell, seit einigen Jahren jedenfalls, „mauserte“ sich der August auch wieder zum Schmuddelmonat. Nachvollziehen kann ich den „Tränenreichen“ Abschied vom Sommer schon. Ein wenig mehr Optimismus in Form von Sonne fände ich schon angenehmer. Bashira und ihrer Freundin Sally kommt das allerdings zu Gute. Die Bewegungsfreudigkeit der Hunde nimmt bei niedrigeren Temperaturen scheinbar proportional zu, wie es die nachfolgenden Bilder zum Ausdruck bringen.

da wird mal kräftig "gerungen" und "gesprungen"

... und morgen gibt's die Auflösung des Knotens

Wenn man den beiden zuschaut – und das ist mitunter wirklich besser wie Fernsehen – kann man schon verstehen dass nicht viele Hunde ein solches intensives Spiel vertragen. Von den ganz Kleinen will ich mal gar nicht reden. Selbst Große Kerle (mit den Mädels ist das bei Bashira momentan so eine Geschichte) sind ziemlich schnell „satt“ und lassen sich kaum noch auf die wilde Maus ein. Nein, Angst haben sie nicht, sie ist ihnen nur zu heftig. So viel Bewegungsdrang erhitzt die Tiere und man kann sich kaum vorstellen das nur Minuten nach dem Spiel vollkommene Ruhe diese Hunde umgibt, vorausgesetzt sie sind dann alleine :-).

Die Geschichte von BEN

 

Heute möchte ich einmal eine Geschichte erzählen, eine von denen die sich leider viel zu oft wiederholen und nicht immer einen guten Ausgang finden.

Es geht um BEN, ein fast 3-jähriger Ridgeback-Labrador-Mix. Auch gibt es solche Geschichten nicht nur bei Ridgebacks. So etwas bewegt uns immer und man kommt aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Wer mit Tieren nicht umgehen kann … der kann das auch nicht mit Menschen. Diese Aussage bestätigt sich immer wieder – und viel zu oft.

Das ist also Ben. Auf der Seite des RBC kann man ein Bild aus Zeiten seines alten "Heimes" sehen

Ein Hund wird angeschafft und in vielen Fällen finden diese auch gute Bedingungen vor. So war es wohl auch bei BEN. Es kann aber auch einmal passieren dass sich die Gegebenheiten ändern, dass Umstände eintreten die das gewohnte Umfeld nicht mehr erhalten können. Es ist die Pflicht dem Tier gegenüber einen guten Willen aufzubringen um trotzdem das Beste im Visier zu haben, das Beste für das Tier. Nicht immer kann man das Tier dann auch behalten, trotz Willen und Bereitschaft. Ideal ist natürlich die „kleine“ Lösung im direkten Umfeld zu finden, oder auch außerhalb der Familie. Sofern es auch klappt und richtig funktioniert, ist es dann schon die große Lösung. Alles wird gut auch für das Tier. Dass es aber auch mal nicht funktionieren kann zeigt das Schicksal von BEN. Ein Tier im Haus ist selten eine Angelegenheit nebenbei, das muss man immer beachten. BEN musste sein gewohntes Umfeld verlassen, zog in eine andere Familie innerhalb der Familie. Nicht mit umgezogen ist der Familienanschluss. Ein Hund ist ein Rudeltier und eben genau dieses Rudel lebt ja auch nicht im Zwinger, ich kann so was nicht nachvollziehen.

Der junge Rüde kam – fast logisch – mit dieser Situation nicht klar. Er versuchte immer wieder auszubrechen, seine Art des Protestes. Die Reaktion kam wohl auch prompt – nein kein Familienanschluss, sondern Anschluss an eine Kette. Alleine der Gedanke verschafft mir Gänsehaut und Wutgefühle. Trotzdem hatte es BEN hin und wieder geschafft das ihm unangenehme Grundstück zu verlassen. Er legte sich zu anderen Menschen vor das Grundstück, zu Nachbarn die ebenfalls zwei Ridgebacks hatten. Wer schon mal flehende Hundeaugen gesehen hat, kann das gut nachvollziehen. Solche Augen reden dann in ihrer Sprache … Er wurde von den Nachbarn auch ab und zu auf ihren Hunderunden mitgenommen. Fast logisch ist dann auch dass sich diese Situation recht schnell zugespitzt hat. Man wollte sich des Hundes einfach so entledigen, egal wie und so schnell wie möglich. So wie er gehalten wurde lässt das nicht viele Möglichkeiten zu. Einem Hilferuf der Nachbarn folgend wurde mit Unterstützung des RBC gehandelt. BEN wurde aus dieser Haltung befreit, schnell eine Pflegestelle gefunden und am letzten Wochenende durch eine Fahrkette in diese Pflegestelle gebracht. Wir selber durften mitwirken. Wir haben BEN in Gotha übernommen und ihn zur nächsten Etappe nach Göttingen gebracht.

Angekommen in Göttingen - erst mal Klappe auf und nur gucken

BEN lernten wir also nur kurz kennen, ein lieber und ruhiger Vertreter, aber auch zurückhaltend der Bursche. Sind wir aber einmal ehrlich, nach den Erfahrungen wäre das wohl auch jeder. Dazu ist er noch ein schöner Kerl, wo schon 3 Tage gute Pflege deutlich gewirkt haben und ihn von Durchfall und Flöhe befreit hatten. Er sah richtig gut aus, der Bursche.

Es gibt erst mal ein Leckerli, er nahm es gerne und auf der Weiterfahrt "bröselt" er ja nicht in unser Auto ...

Streicheleinheiten nahm er gerne und scheint es auch wieder genießen zu können

 

In seinen Bewegungen spürte man die schlechten Erfahrungen, aber auch die Bereitschaft uns doch zu vertrauen. Die Hunde spüren wohl genau von wem Gutes zu erwarten ist und von wem nicht. Trotz leichter „Männervorsicht“ konnte man ihn auch streicheln, Frank dann sogar etwas knuddeln.

Frank nahm ersten Kontakt auf, etwas skeptisch schaut BEN zwar noch ...

Der Platzwechsel in das neue Gefährt ging ratz fatz, BEN fährt gerne Auto

Der Blick zeigt gewiss noch keine Freude, ich meine aber dass er spüren konnte auf einem guten Weg zu sein, ohne zu wissen was eigentlich heute passierte. Mit jedem Kilometer fasste er mehr Vertrauen und die ersten Nachrichten aus der Pflegestelle bestätigen das. BEN hat nun die Chance wieder Hund sein zu dürfen, mit allem was dazu gehört.

Wir finden dass er ein gutes zu Hause verdient hat und er wird sich dankbar zeigen - trotz seiner Erfahrungen

Ein Dank von unserer Seite geht in erster Linie an die Menschen die nicht weggeschaut haben sondern perfekt gehandelt haben. Das ist leider nicht mehr selbstverständlich aber trotzdem noch vorhanden, zum Glück für BEN als nur einer der Betroffenen. Das wir uns in die Kette eingereiht haben bedarf keines Dankes, wir sehen das als selbstverständlich an. Auch Bashira hatte ihr Pad BEN für eine möglichst angenehme Reise gerne geliehen.

Wir wünsche BEN alles Gute, Danke an Josephine, Dank an die Pflegestelle und Dank an Frank, es war perfekt vorbereitet.

Dem RBC wünschen wir noch ein glückliches Händchen bei der Vermittlung – BEN hat es so verdient.

Hier nochmals der Link, dort gibt es noch andere Hunde die ähnliche Wege gegangen sind und das Glück hatten nun in den richtigen Händen zu sein.

 http://www.rhodesian-ridgeback-care.de