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Der 6.Sinn

Sie wissen wenn es Gewitter gibt, da sieht man nocht nicht mal die Wolken am Himmel.
Dieser Spruch geht mir häufig durch den Kopf. Gehört habe ich ihn bei einem Ridgeback-Züchter, als wir zum ersten Mal diese Hunde gesehen haben. Erlebet oder gespürt haben wir das so bisher noch nicht. Das ist ja nicht so schlecht, denn wer mag schon brenzlige Situationen. Andere meinen sie wissen genau was sie tun – in jeder Situation. Hier stimme ich schon mal zu, besonders wenn ihre Belange berührt werden. Wenn sie zu ihrem Vorteil Situationen ausnutzen wollen, das ist aber keine Ridgeback-Eigenschaft. Nahezu jeder clevere Hund hat so seine Register die gezogen werden wenn es passt. Was wir noch nicht hatten waren brenzlige Situationen, die Palette der Möglichkeiten ist da schon recht groß. Wenn man zum Beispiel irgendwie bedroht wird und die Hunde bereit sind zur Verteidigung. Das muss man nicht haben. Auch wissen wir gar nicht was passieren würde wenn vollkommen Fremde unser Haus – ihr Reich natürlich auch – betreten würden. Erkennen sie die Lage? Die Stories und wahre Begebenheiten hierzu sind reichhaltig. Wir haben noch keine Versuche gestartet. Was wir wissen ist, fremde Menschen dürfen nicht das was wir und Freunde dürfen. Sei es nur ein ausgiebiges Knuddeln, an das Ridgeback-Fell darf nicht jede Hand auf jede Weise ran ;). Das ist ja ihr gutes Recht selber zu entscheiden was sie zulassen möchten. Sie kommen schon von selber wenn sie Interesse haben.

Ridgebacks sind in erster Linie Jagdhunde, aber auch territorial bezogene Tiere, damit auch Wachhunde. Das muss man auch wissen und man muss sich Gedanken machen so gewisse Dinge wegzutrainieren. Wenn Bewegung um das Grundstück ist, vielleicht auch mit anderen Hunde, da wird schon mal Rabatz gemacht. Ich glaube schon dass man mit Konsequenz und Beharrlichkeit erzieherisch etwas erreichen kann. Allerdings wäre das ein Punkt ziemlich am Ende einer Aufgabenliste und erst nachdem alle anderen Zonen bearbeitet wurden wäre das eine Trainingsoption. Ich glaube kaum dass wir uns damit befassen werden. Fast jeder Hund passt auf sein Gebiet auf und das darf und soll er vielleicht auch? Auch wenn es oftmals nicht wirklich zu verstehen ist warum die beiden gerade aus dem vermeintlichen Tiefschlaf hochschnellen und mit durchdrehenden Pfoten in den Garten stürmen. Es hat offensichtlich immer einen Grund, nur wir sind nicht immer in der Lage diesen heraus zu finden. Oftmals sind es eben Hunde oder andere Tiere die gemeldet werden, sieht man nichts war da bestimmt etwas. Tagsüber und auch am Abend immer zu beobachten. Offensichtlich gibt es bei Menschen die am Zaun vorbei gehen Unterschiede, denn nicht alle werden gleich „beachtet“! Da kann man schon spekulieren ;).

Auch fahren zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten Autos durchs Viertel. Scheinbar können sie auch hier unterscheiden was gut und bekannt ist und was nicht. Am Dienstag, genauer in der Nacht zum Mittwoch, ich war noch nicht aus Hamburg zurück, fuhr ein Gefährt die Straße entlang. Sofort und ziemlich heftig sprangen beide Hunde auf. Sie lagen in ihren Betten im Schlafzimmer und waren sofort von 0 auf 180 und kaum zu beruhigen. Erst als nichts mehr zu hören war gaben sie Ruhe. Das hat Bashira früher gemacht wenn die Zeitungsausträger einen Radwechsel am Karren gemacht hatten :mrgreen: . Plötzlich Schritte, jemand rannte die Straße runter. Wieder das gleiche Szenario, vor allem Bantu schien sich nicht beruhigen zu wollen. Als ich kurze Zeit später nach Hause kam war alles vorbei. Was die Beiden wohl nun angetrieben hatte so zu bellen?

Am nächsten Tag haben wir erfahren, dass die Geräusche eng mit einem versuchten Moped-Diebstahl bei Nachbarn zu tun hatten. Oha … war er da der 6.Sinn? Zuerst das Auto mit den Dieben und dann einer auf der Flucht rennend. Ich denke ja, es kann gar nicht anders sein. Offensichtlich stimmte etwas nicht und die Hunde haben „angeschlagen“. Sind ja nicht nur Schoßhunde, nein auch doch Wachhunde eben mit sensiblen Sinnen ausgestattet. Das macht mich in dieser Richtung optimistischer, wobei Restskepsis immer angebracht ist. Verlassen darf man sich nicht darauf und für Futter tun sie nun mal fast alles.

Tag der Waage

Es war mal wieder an der Zeit das Gewicht der Fellnasen zu überprüfen. Bei Bashira ist das weniger kriminell, denn sie ist ja kerngesund und sieht prächtig aus. Schon alleine der optische Eindruck ist gut, sie wirkt super gesund. Bantu steht ja unter Kontrolle wegen seiner Bauchspeicheldrüse und wir müssen öfter nach dem Gewicht schauen. Bashira wiegt mit ihren 68 cm Schulterhöhe 35,2 kg. Das sind gute Werte auch wenn sie etwas zu groß geraten zu sein scheint. Das Fell glänzt und die Rippen sind zu sehen, stehen aber nicht vor. Sollten sich hier Änderungen ergeben muss man halt die Futterration ändern. Bisher ist sie aber recht stabil und das ist ein gutes Zeichen.

Bantu hat mit 35,4 kg wieder leicht zugelegt. Eigentlich kann er ja nicht dicker werden. Einmal wegen der Bauchspeicheldrüsengeschichte und zum Anderen weil er immer auf Achse ist und sich jugendlich wild gibt. Er ist leicht zu animieren und macht nahezu allen Blödsinn mit. Im Freilauf ist er sehr agil und vor allem schnell, schnell wie ein Windhund. Die Futterration liegt bei ihm über dem Limit und wir warten noch auf die Explosion des Rüden. So langsam wird er sich noch mal entwickeln, kompakter und kräftiger werden. Wie bei Bashira glänzt auch sein Fell und die Rippen sind zu sehen und stehen nicht wie früher hervor. Im Moment verliert er noch Fell was wohl mit den Hormonschüben zu erklären ist. Also auch bei ihm alles im Grünen Bereich. Di Enzyme sind nun schon 10 Tage weg und es sieht recht gut aus. Wir sind zufrieden …

100 Tage bis Kenia

In 100 Tagen heben wir ab, ist es soweit und die große Reise beginnt. Was sind schon 100 Tage? Hört sich viel an, ist aber schnell vorbei. Man merkt ja selber wie schnell doch die Zeit vergeht. Diese Woche hatten wir auch einen Probesommer alá Afrika. Um die 30 Grad und recht feuchte Luft. Ob es in Kenia so ist werden wir ja selber zu spüren bekommen. Auch wenn es im November wohl noch Ende Frühling ist. Wir lassen uns da überraschen. Hier bei uns ist wohl am Wochenende dann erst mal wieder Schluss mit warm.

Die Reisepässe haben wir schon, der Flug ist gebucht, die Hunde sind unter, ein paar Klamotten sind besorgt. Das ist noch nicht so viel, aber es ist ja doch noch Zeit. Wir wollen da mal nicht in Hektik verfallen. Die Beiden in Nairobi haben da mehr die Ruhe weg und da wollen wir uns mal anstecken lassen. Es ist ohnehin viel zu hektisch hier und diese Hektik wollen wir auch da lassen wo sie jetzt ist … gefälligst. Sonst wird es ja kein Urlaub ;), jedenfalls kein richtiger. Mit jedem Tag steigt die Vorfreude und das nicht so berauschende Wetter derzeit berührt uns nicht so sehr, wir holen uns unseren Sommer schon noch ;). Es wird nur noch wenige Wochen dauern bis wir uns die notwendigen Impfungen abholen werden. Gelbfieber, Hepatitis und Typhus. Die Malaria-Vorsorge gibt es als Tabletten während des Aufenthaltes. Das werden wir im September angehen, alles zu seiner Zeit. Wir werden dafür drei Mal nach Erfurt fahren müssen, aber egal. Was man nicht so alles tut?

Im Moment ist noch nicht ganz klar für mich ob die Nervosität vorm Urlaub, die Frage nachdem was uns dort erwartet oder der Bammel vorm ersten Flug größer ist. Da nutzt es nicht viel wenn „Geflogene“ meinen dass es nichts Besseres gäbe als Fliegen. Da müssen wir wohl selber durch. Ich will nicht von Angst sprechen, wenn das so wäre dürften wir das so nicht machen. Außerdem ist das Fliegen ja ziemlich sicher laut Statistik ;). Aber nun genug, wir freuen uns riesig und das zählt.

Endlich Sommer

Lange gemeckert und nun ist er da. Der Sommer meldete sich an und das ist dann schon gleich gewaltig. Zum ersten Mal wurde die 30-Grad-Marke geknackt und schon passiert es wieder – es wird wieder gemeckert. Das verstehe wer will und ich glaube nicht das es andere sind die meckern, manchmal kann man es eben niemanden recht machen. Ich persönlich komme mit den Temperaturen inzwischen gut klar. Früher war das mal anders, aber im Moment ist es gut so. Besonders aus Sicht eines Schönwetterradlers kann ich es nur begrüßen. Die Muskulatur muss nicht erst lange erwärmt werden, es geht schneller und man läuft „rund“. Zusehens kann man die Pfunde auch „abtropfen“ sehen und die Haut, soweit die Sonne sie erreicht – nimmt Farbe an. Allerdings muss man immer genug trinken, das ist wichtig. Wenn man eben nicht alles mitnehmen kann muss man wissen wo man Wasser etc. finden kann. Hier im Thüringer Wald ist das durch Ortskenntnis gut möglich und der Regen der ganzen Wochen lässt die Quellen auch sprießen.

Früher, zu Zeiten von Benny haben wir auch viel unternommen bei warmen Sommerwetter. Allerdings war es auch hier wichtig immer etwas Nasses auf die Strecke zu kriegen. Er hat sich in nahezu jede Pfütze geworfen und gebadet 😉 . Bewegen wollte er sich aber dann auch nicht wirklich, denn das reichliche Fell ließ den Sommer nicht zu seinen Jahreszeiten zählen. Er hat aber eben mitgemacht und wenn er keine Lust hatte, war er einfallsreich. Die Vortäuschung von Verletzungen gehörte da auch dazu. Ein Humpeln an richtiger Stelle nahm oftmals auf die Entscheidung welcher Weg genommen Einfluss. Nachdem dann die kürzere Strecke gewählt wurde ließ die Wunderheilung nicht lange auf sich warten :mrgreen:. Da sage doch Einer, das die Luft im Thüringer Wald nicht gesund ist?

Da für die Zeit nach Benny nun die Wahl auf afrikanische Hunde fiel, waren wir dann auch irgendwie mit der Hoffnung unterwegs dass Ridgebacks die höheren Temperaturen besser wegstecken können. Sind ja Afrikaner, dort ist es ja warm und das war ihre Heimat. Zumal sich auch noch kurzes Fell haben und Wärme offensichtlich gut gebrauchen könnten. Der erste Sommer mit Bashira war ja irgendwie getrübt durch den Beinbruch. So richtige Erkenntnisse gab es auf dieser Strecke nicht wirklich im ersten Jahr. Inzwischen, trotz des schwachen Sommers 2011 und den wenigen warmen Tagen in diesem Jahr, können wir eine Aussage machen. Auch Ridgebacks sind ja nicht bescheuert. So wie in der Regel der Mensch und nahezu jegliches Getier bei Hitze auf Ruhe umstellt, so tun es auch afrikanische Hunde 😉 . Darauf hätten wir auch selber kommen dürfen ❗ . Beispiele gefällig?

Bashira im Sommer

Bantu im Sommer

Sparsam in ihrer Bewegung, kühlere Orte suchend, sie verbringen den Tag mit dem was man auf den Bildern sieht. Einzig Bantu ist schneller zu Bewegung zu überzeugen. Das war aber auch bei Bashira noch so als sie jünger war. Es sieht ja fast so aus als ob sie schon auf dem Altenteil liegen würde. Hunde sind aber recht clever, die schon wissen was so abläuft. Bashira hat durch ihre Lebenserfahrung mit uns schon die gewisse Ruhe weg. Bantu ist da noch unbekümmerter. Bashira war ja auch mal so und der Bursche muss das erst verinnerlichen. Es ist ja nicht so dass sie sich gar nicht mehr bewegen wollen. Stimmen die Temperaturen und die Stimmung und auch die Lust geht nach wie vor die Post ab im Garten oder auf dem Feld. Es gehört aber nach unserer Meinung zu einem entscheidenden Charakterzug der Beiden, sie müssen nicht jeden Tag dermaßen Zwangsbespaßt werden und fordern die täglichen Ausläufe nicht zwingend ein. Bantu ist da flexibler und nimmt alles was kommt, Bashira lässt sich auch schon mal gerne bitten oder gar überzeugen. Sie weiß aber genau dass sie sich nicht wirklich wehren kann. Bewegung ist trotz Hundewetter wichtig für die gute Figur, die beide haben.