August 2012
M D M D F S S
« Jul   Sep »
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Kategorien

Jäger

Rhodesian Ridgebacks sind Jäger, der eine mehr der andere weniger. Alle Hunde sind eigentlich Jäger – zumindest gewesen. Das sollte man bedenken vor einer Anschaffung. Auch die Rassen die heute nicht als Jagdhunde gelten könnten jagen, bei Jagdhunden ist eben diese Eigenschaft beibehalten worden. Ob bewusste oder am Anfang auch unbewusst sei dahin gestellt. Die Jagd gehörte zum Überlebensprogramm der Hunde in der Wildbahn bzw. den Wölfen als Urvätern. Wir haben keinerlei jagdliche Ambitionen und das war auch kein Grund bei der Rasseauswahl. Rhodesian Ridgebacks werden ja auch als Löwenjagdhunde bezeichnet. Das war eine der Hauptbeschäftigungen in früheren Jahren und Kriterium bei der Zuchtauswahl über viele Generationen. Nur weil es hier keine Löwen gibt heißt dass nicht das diese Hunde nicht jagen. Es gibt verschiedene Jagdarten. Das sage ich als Nichtfachmann, weil ich nicht die Jagd nach Reh und Hirsch durch den Menschen meine, sondern die Arten wie Hunde jagen. Das Schicksal (wir haben es wohl selber so ausgesucht 😐 ) hat uns aber mit einer Jägerin garniert.

Bashira war bis zum 9.Monat alles andere als vom Jagdtrieb erfasst. Eines Tages war es dann so weit. Sie ist vom Jagdtyp gesehen der Sichtjäger. Ein Blick in den Wald, stehendes und weglaufendes Wild und prompt ihre Reaktion mit eben der Fähigkeit die Situation sofort erfasst zu haben und für sich die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben. Dafür lief sie auch durch eiskaltes Wasser und war aber nach einer gefühlten (fünfminütigen) Ewigkeit wieder bei mir. Das war der letzte Freilauftag im Wald bei uns.

Bantu, lief lange Zeit nebenher ohne Leine und seinem Folgetrieb gehorchend immer bei uns. Als der Radius dann immer größer wurde haben wir auch ihn an die Leine genommen. Eine gute Entscheidung, denn der Bursche ist ein anderes Kaliber Jäger 🙁 . Er hat eine sensationelle Nase und schon der leiseste Geruch lässt ihn in Anspannung verfallen und hochkonzentriert geht er jedem Geruchspartikel nach. Dass er auch mit den Augen gut dabei ist erwähne ich mal so am Rande. Also hießt es auch für ihn im Wald immer an der Leine zu bleiben. Dafür gibt’s ja Schleppleinen die zumindest ansatzweise einen halbfreien Spaziergang ermöglichen.

Beides also unterschiedliche Typen, die aber doch gleich reagieren. Das verlangt vom Leinenhalter schon eine hohe Konzentrationsstufe, denn wenn  so ca. 74 kg auf 8 Beinen den Turbo auflegen wird’s mit der Standfestigkeit bedenklich. Da reicht ein Eichhörnchen und man bekommt die Kraft zu spüren und versteht auch Menschen im Norden die Ridgebacks sogar vor den Schlitten haben 😉 . Trotz ihrer unterschiedlichen Art, sie sind just im Augenblick der Zielerfassung ein Team, das mit Sicherheit genau weiß was zu tun wäre. Das merkt man an Kleinigkeiten, dann wenn ein Hund reagiert und der andere selbst bei räumlichem Abstand sofort mitten drinnen ist statt nur dabei. Das lässt den alleinigen Hundführer schon mal im besten Fall dämlich da stehen oder gar herumliegen. Hat man erst mal den sicheren Stand eingebüßt wird die Sache auch nicht besser, davon kann ich ein Lied singen. Der Sichtjäger lässt sich dann nach dem Verschwinden der Beute ziemlich schnell wieder auf ein normales Level bringen, Bantu riecht der Sache noch eine ganze Weile nach …

Wunschtraum oder Alptraum?

JA, es war unser Wunsch einen zweiten Hund zu haben. Das liegt nun schon über ein Jahr zurück und wir nennen uns Zwei-Hunde-Besitzer 😉 . Nach dieser Zeit kann man schon einmal Bilanz ziehen, zurück blicken und sich auch die Frage der Überschrift mal stellen. Die Antwort fällt nicht kompliziert aus und ist auch genauso kurz wie die Frage: Sowohl als auch oder noch einfacher … Beides! Das war ja wohl klar. Es ist im Leben zumeist so dass man die guten Seiten besser in Erinnerung behält, wobei man damit zugibt dass es auch schlechte Seiten gibt. Das gesamte Spektrum der Zweihundehaltung haben wir bis heute mit Sicherheit noch nicht erlebt. Dessen sind wir uns schon bewusst. Es geht meist noch „schlimmbesser“? Egal, wir haben nun die Beiden Fellnasen und das mit aller Konsequenz und auch aller Freude und auch dem Spaß. Nicht zu vergessen sind auch die Leiden, sofern man sie so auffassen mag. Wenn man es als nicht störend empfindet wenn die Nachbarn die eigenartigen Gangarten mit zwei Hunden belächeln, ist das ja auch nicht schlimm. Wenn man dann recht blöde wirkt, im Gras liegend, einen Hund haltend und dem anderen nachschaut auf seiner Katzenverfolgung, wen juckt das schon außer einem selber? Gut, solange es die Katze noch schafft ist es ja ok. Wenn sich der Kollateralschaden in Grenzen hält mag man hinweg sehen und vielleicht an seiner Aufmerksamkeit arbeiten. Das bedeutet, man muss immer einen Schritt oder Blick weiter sein. Hier ist die Zahl der Augen nicht so von Bedeutung. Die 4 Hundeaugen sehen vielleicht nicht unbedingt mehr als die eigenen 2 – ABER wenn Bantus Nase dabei ist … naja. Es gab und wird genug Szenen geben an denen die Beiden zweibeinig im Seil hängen. Man hat nur eine reelle Chance bei guten Reaktionen und den dazu gehörigen Bewegungen mit denen man blöde Situationen abwenden kann.

Doppelter Ridge = Doppelt Action

Bashira ist schon recht deutlich

und Bantu erträgt es wie ein Mann

Da wir nun ein „Paar“ haben, Paar nicht im Sinne von Gemeinschaft, Paar im Sinne der Geschlechter, kann es durchaus sein das einige Situationen nun nicht (vorläufig?) mehr so glatt gehen. Bantu behütet „seine“ Hündin und das mit aller pubertär gestärkten Kraft. Da sieht man auch schon recht bescheiden aus. Selbst Bashira mixt dann auch zumeist mit was keinen friedlichen Eindruck hinterlässt. Kompliziert wird’s wenn ein Rudel ein Rudel trifft. DAS versuchen wir ja zu vermeiden soweit es eben geht. Im Moment noch und im Einzeltraining, das muss man auch machen. Es geht darum das sich Bantu so besser konzentrieren kann und seine „Schutzfunktion“ gegenüber Bashira nicht ausüben muss. Im täglichen Leben kommen sie beide gut miteinander aus. Bashira lässt gerade das zu was sie möchte und Bantu hat sich wohl daran gewöhnt. Das Zepter hat und wird sie ihm so schnell nicht überlassen. Es ist wie im richtigen Leben ;). Offensichtlich ist auch das „wortlose“ Verständnis der Beiden. Selbst bei „Einzelführung“ aber in Sichtweite sind sie immer irgendwie miteinander verbunden. Auch deswegen ist es aus jetziger Sicht doch besser eventuelle Problemzonen – wie andere Hunde oder jagdbare Objekte – möglichst mit räumlichem Abstand zu begegnen oder gar zu umlaufen. Ist man alleine unterwegs ist nicht viel mit Begegnungen im Abstand, da ist ausweichen angesagt um eine Vertiefung der Reaktionen zu umgehen. Das sind nun die nicht so guten Seiten eines Hundepaares. Bashira alleine ist in den meisten Fällen gelassener wenn auch angespannt. Klar hat sie auch Fälle wo sie was sagen muss … auch daran muss man weiter arbeiten.

schöne Augenblicke

Endlich Sommer … aber richtig!

 Lange eingefordert nach den Nassen Tagen im Juli und nun herrscht er über uns, der Achim. Nein, es ist nur ein Hochdruckgebiet über Deutschland, kein Diktator oder gar König. Wobei, so ein Hochdruckgebiet diktiert schon die Bewegungsenergie der Lebewesen. Ich habe schon mal erwähnt dass wir auch dachten dass afrikanische Hunde bei solchem Wetter besser klar kommen, einfach „wetterfester“ sein könnten als andere Hunde. Ein Trugschluss wie sich heraus stellte. Nicht das ich ihnen die Sonnenfestigkeit absprechen will, auch afrikanische Hunde tun nur das nötigste und werden einen Teufel tun und vielleicht Energie nutzlos zu vergeuden. Selbst Löwen jagen ja nicht in der prallen Sonne und für Nahrung arbeiten müssen unsere Beiden nicht wirklich hart. Das wissen sie wohl, wobei sie das nicht vor Leckerli’s schützt. Aber selbst an solchen Tagen kommen sie bereitwillig wenn Schlüsselgeräusche zu hören sind. Bantu auf jeden Fall nahezu immer und Bashira lässt hierbei allerdings schon mal etwas zwischendurch sausen.

Bashira beim Sonnenanbeten

Bantu total im "Chill-Modus" versunken

genüsslich "Abhängen" geht auch zu zweit

Sonnenfestigkeit und Wärmefestigkeit gehören zusammen. Auch wenn Bashira gerne oft in der Sonne liegt, oder direkt am Lagerfeuer oder auch unter einer kuscheligen Decke, sie ist da schon wählerischer geworden. Erstaunlich ist dann doch die Tatsache das die Temperaturgrenze bei denen vor allem sie in den „Chill-Modus“ fällt im Laufe der Zeit gesunken ist. Als Chill-Modus bezeichne ich mal das Ridgeback typische permanente Abhängen rund um die Uhr. Egal wo sie gerade liegen, manchmal ist ihr Drang zur Ruhestellung schon größer als ihre Wachsamkeit. Meist – wenn überhaupt – bleiben nur Sehschlitze offen. Trotzdem hat man den Eindruck dass sie online sind, tarnen jedoch diesen Zustand ordentlich ab. Nur gegen Abend ist ihre Betriebsamkeit mit einem Schlag wieder da. Da muss man auch wirklich aufpassen und die Futtergabe nach ihrer „Tobe-Runde“ einplanen. Nach dem Essen sollte man ruhen sonst drohen Magendrehungen die niemand gebrauchen kann. Manchmal erfordert es auch mal schon ein Machtwort bis hin zur räumlichen Trennung.

in Action

Bewegung macht bei Hunden schon mal die Zunge lang

es geht auch manchmal anschmiegsam? Nein ... sieht nur so aus

4000

Schon wieder 1000 Kilometer abgeradelt, das ging ja mal schnell, schneller als im letzten Jahr aber noch nicht so schnell wie „früher“. Das muss es auch nicht, ich bin froh überhaupt davon berichten zu können. Vielleicht wird der August auch nach 2 Jahren auch einmal wieder ein 1000-er Monat, das gab es schon länger nicht mehr. Ein gutes Gefühl ist es allemal, es geht noch immer oder wieder gut mit den Beinchen.

Mit dem Formanstieg kann man auch die Wiederkehr des Ehrgeizes fühlen, ich konnte es schon richtig spüren. Alleine an mir liegt es nun diesen Ehrgeiz in einem gesunden Rahmen zu belassen. Mit gesund meine ich die Wahrung des Verhältnisses in Sachen Bewegung, Zeitaufwand, Familie und natürlich die körperliche Belastung. Ja, ich bin keine 30 mehr und auch nicht alleine. Trotzdem ist es immer ein gutes Gefühl wenn man Spaß an der eigenen Leistung entwickelt und sich langsam mehr und mehr zutraut. Das eher durchwachsene Radjahr 2011 kann so vergessen gemacht werden auch wenn es eine andere Erfahrung war. JA, es gibt auch wichtigere Dinge als Rad fahren und erstaunlicher Weise habe ich das auch noch überlebt :mrgreen: .

Nebenbei möchte ich noch erwähnen dass ich inzwischen mehr und mehr Radkilometer auf die Straße verlegt habe. Ursache hierfür ist das gespenstige „wüten“ im Wald im Rahmen der industriellen Waldausbeutung. Abgesehen von wahnwitzigen „Projekten“ die im größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands unter dem Deckmantel der „Energiewende“ drohen, sind die meisten der Wege inzwischen nicht mehr oder nur eingeschränkt nutzbar. Auf vielen Strecken ist das Radeln zur richtigen Qual geworden und nicht jeder kann das bewältigen. Darum der Ausweich auf die Straßen auch wenn es mit der Sicherheit im heutigen Verkehr nicht mehr so toll ist. Deswegen wird auch das nächste neue Rad – wenn es mal für ein Neues reichen sollte – ein Straßenrad werden. Bis dahin dauert es aber noch eine Weile.

Auf zu den nächsten Tausend …