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Zu Hause?

Sind wir denn auch wieder zu Hause? Körperlich schon, wir lagen am Sonnabend wieder in unseren Betten. Noch immer suche ich meinen Geist.  Nichts gegen heimische Betten, bessere gibt es kaum 😉 . Geschlafen habe ich trotzdem nicht so wirklich. Immer wieder die Nairobi-(Uhr)Zeit im Hinterkopf. Dann stand ja die Abholung der Hunde an, das hieß früh aufstehen. Zum Anderen ist Kenia und die drei Wochen nochmals mit aller Macht in der Nacht durchs Hirn gerattert. Es waren keine Alpträume. Steffi sprach von Kulturschock wenn wir in Kenia ankommen, jetzt sind wir wieder zu Hause und rätseln welcher Schock wohl der größere sei? Das wird wohl erst die Zeit zeigen.

Von Kenia innerhalb von wenigen Stunden gleich wieder an die Arbeit, meine Güte was für ein Schritt, da kann auch sagen – ein Schock. Wir wollten es so, jeden nur erdenklichen Tag intensiv nutzen, das war eine gute Entscheidung. Schade war auch :mrgreen:, dass in den vergangenen 3 Wochen  hier keiner so richtig an den Hintern gefroren hat. Das ist ungerecht ;). Allerdings gab es wohl herbstliches November-Schmuddel-Wetter, gut das dieser Kelch nicht ereilt hat. Jetzt ist es wichtig so schnell wie es geht den normalen Ablauf wieder anzunehmen und die Trauer abzulegen. Das eine oder andere Erinnerungs-Tränchen muss die nächsten Tage noch verdrückt werden, da bin ich mir sicher. Wieder umgewöhnen, das ist ätzend. Das ist nach jedem Urlaub ätzend, diesmal mehr denn je. In Kenia ging der Prozess der Umgewöhnung wesentlich schneller, ist ja auch die bessere Richtung. Das erstaunt dann auch nicht weiter. Nach vielleicht 3 Tagen waren wir dort wohl richtig angekommen, hatten unser Staunen abgelegt. Diese Zeit wird hier auf dem Weg zurück wohl nicht reichen.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich mir offensichtlich in Kenia schon eine Erkältung eingefangen hatte. Ja, das ist durchaus machbar, denn Afrika heißt ja nicht des es überall erbärmlich heiß ist. Nairobi hat durchaus kühle – hier muss man relativieren – Nächte (15 bis 20 Grad sind in Afrika durchaus kühl). Ein Urlaubsmitbringsel was man nicht wirklich gebrauchen kann. Davor hatte ich schon ein wenig Bammel im Vorfeld. Viele haben ja nach so einem Urlaub durchaus „geschwächelt“, aber wohl mehr wegen des Sturzes der Temperaturen und des Klimawandels im Kleinen. Trotz aller Mühe hatte es mich dann doch erwischt, und das richtig. Dafür muss man auch keinen Zoll bezahlen. Das sieht dann auch schon richtig wie Bettruhe aus die nächsten Tage … . Wir werden das überstehen.

Es wird also das erwartet schwere Comeback zu Hause und mit Sicherheit noch nicht so schnell abgeschlossen sein. In jeder Situation denkt man an die vergangenen Tage, was machen sie wohl gerade in Nairobi? Das ist schlecht für die Wiedereingliederung die ja nun auch wieder sein muss, leider. Dann die Fragen unserer Bekannten, wie es wohl war im Urlaub. Jede Frage sticht dann und je mehr kommen umso komplizierter wird der Wiedereinstieg hier. Schwer wird es dann auch wenn die ganzen Bilder sortiert, ausgewertet und in die Reihenfolge gebracht werden. Andererseits kann man den Urlaub dann nochmals nachleben und sich daran erfreuen. Selbst wenn die eine oder andere Situation ohne Foto oder Filmchen geblieben ist. Diese geile Zeit ist tief in uns verankert. Das nimmt uns keiner mehr 😀 .

Heimkehr der Fellnasen

Nach nun 3 Wochen ohne Hunde, ohne unsere Hunde, war die Frage nun recht spannend wie die beiden das verkraftet haben. Wie reagieren sie auf das Wiedersehen, wollen sie überhaupt wieder nach Hause? Zwischendurch hatten wir Kontakt mit Ulli, der die Betreuung inne hatte. Er schrieb uns dass die beiden recht schnell den neunen Ablauf nicht nur akzeptiert haben, sondern auch recht problemlos diesen auch verinnerlicht hatten. So wie sie zu Hause sind, Bantu als Kampfschmuser der überall dabei sein muss und Bashira als der Ruhepol der auch Kuscheleinheiten fordert, haben sie sich auch gegeben. Das zeigt dass sie offensichtlich nicht unter unserer Abwesenheit gelitten haben. Muss uns das zu denken geben? 😉

Wir also sind am Sonntag recht früh gestartet. Schon vor 11 Uhr sind wir in der Pfalz eingetroffen und haben das Haus betreten. Wie wird das nun? Um das heraus zu finden blieb uns keine Zeit mehr. Die Glastür mit den beiden braunen Schatten war zu sehen, Ulli öffnete die Tür. Meine Güte war das ein riesiger Kopf der dahinter neugierig hervor schaute, war das unser Hund? Klar war er es. Nach einem kurzen Stutzen (man ist ja vorsichtig) hatte Bantu mich recht schnell wiedererkannt und sofort bemühte er sich recht intensiv mit seiner Zunge und Nase mein Gesicht zu erreichen. Die meiste Zeit waren dabei seine Beine in der Luft, so aufgeregt war er. Bashira, die auch gleich tun wollte kam gar nicht zum Zug auch weil uns Bantu gar nicht ins Zimmer gelassen hat. Stau an der Zimmertür, Florian musste draußen bleiben, „Du kommst hier net rein“ war Bantu’s Devise. Freude pur und man musste schon acht geben das die Freude keine Schäden an der Haut, besonders um die Augengegend, hervor ruft. Das ist als Hundebesitzer ein wahnsinnig gutes Gefühl. Nach gefühlten vielen Minuten gelangten wir nun alle in das Zimmer. Ihre Bleibe in den letzten drei Wochen und nun hatte auch Bashira die Chance mich auf ihre Art zu begrüßen. Auch Florian war nun an der Reihe und sie waren beide doch ziemlich aufgeregt, ist ja normal. Es war nun auch die Gelegenheit sich über die 3 Wochen auszutauschen. Was man so auf die schnelle austauschen kann. Beide haben sich vorbildlich verhalten. Bashira bezeichnete Ulli als etwas ignorant, war ja keine Überraschung für uns war. Bantu ist ein Rohdiamant mit einer super Nase, ein Fakt der gefördert werden sollte. Das wollen wir auch gerne tun. Ulli meinte aber dass vorher in Sachen Leinenführigkeit noch Arbeit ansteht. Auch das ist nicht sonderlich neu, wir wissen daran haben wir aber noch nicht wirklich abschließend gearbeitet. Jetzt wollten wir sie einfach nur schnell wieder nach Hause bringen.

Das sind sie wieder die beiden Fellnasen, auf der heimischen Couch

Wir haben dann schnell die Sachen verstaut im Auto. Natürlich haben wir auch etwas vergessen (die Impfausweise kamen dann per Post nach) aber die Hauptsache, beide Hunde haben wir wieder an Bord gehabt. Die Fahrt verlief gewohnt ruhig und am Sonntag auch recht schnell. Eben genau so wie es immer ist mit den Beiden im Heck. Zu Hause angekommen gab es nochmals eine Begrüßungsorgie mit dem Frauchen, wir hatten sie schon darauf vorbereitet. Nach nicht mal einer Stunde hatten dann beide Hunde die Episode Urlaub von den Herrschaften wohl abgehakt und sind gleich in ihr sonst übliches Verhalten übergegangen. Man hatte nicht den Eindruck dass sie 3 Wochen weg waren, alles Paletti. Die Tatsache dass mit Bantu mit seinem Riesenkopf so groß erschien ist auch schnell geklärt. Unsere Augen hatten sich an die Größe von Lotte so gewöhnt das uns die Originalgröße unserer Hunde entfallen war. Auch in Afrika haben wir sehr selten solche großen Hunde gesehen. Ulli hat auch den Bantu wirklich gut gefüttert und offensichtlich hat er auch zugenommen. Allerdings in einem schwer sichtbaren Bereich und kontrolliert haben wir das auch nicht. Der optische Eindruck ist gut und das ist wichtig. Sie waren endlich wieder zu Hause. Und zum Abschluss sagen wir JA, mit dem eigenen Kind hatten wir nicht so ein Theater gemacht :mrgreen: . Der Junior hat ja immer gemeckert, kann sich aber schwer beklagen. Die Tatsache dass auch der Urlaub der beiden Vierbeiner offensichtlich als gelungen bezeichnet werden kann setzt unserem Urlaub insgesamt dann noch ein Sahnehäubchen auf. Schön das wir wieder vollzählig sind 😀 .

Heimkehr

Gegen 14 Uhr werden wir in Leipzig landen. Auch Flieger sind wohl nicht so pünktlich, das ist aber egal. Ist nicht so wie Uganda-Bahn 🙂 . Das Wetter in Istanbul war Stufe 1 der Resozialisierung oder Reeuropäisierung. Der Schock ist nicht allzu groß, es ist ja noch kein Winter. Gefühlte 12 Grad und Nieselregen und diesmal Tageslicht. Aber in 4 Wochen ist ja Weihnachten, schon eigenartig auch in Kenia derartigen Schmuck zu sehen. Es ist bunter und man fängt nicht schon nach Ostern mit Schmücken und Schokoladenweihnachtsmännern an. Trotzdem bin ich unter den Umständen noch nicht bereit für Weihnachten. In Istanbul müssen wir diesmal auch nicht so viel flitzen, im Gegenteil. Wir steigen konventionell über eine Gangway aus. Irgendwie aber weit ab vom Flughafentreiben. Es wartet ein Bus und wir steigen ein, prima!!! Im Gebäude suchen wir dann wieder, nicht jede Schlange muss auch die Unsrige sein. Eine klein wenig Routine haben wir dann aber auch schon. Die hilft schon, wir schrecken nicht mehr vor der Größe zurück und irren nicht ziellos umher. Trotzdem bleibt noch genug Strecke zum Laufen über, aber alles ist entspannt. Ich bin es nicht, ich suche meinen Geist immer noch. Es ist wohl doch so, wir sind auf Heimreise. Inzwischen tickt auf der Uhr wieder die Heimatzeit. Wir steigen wieder in die Maschine ein, wieder über eine Gangway, es bleibt nostalgisch. Gut dass wir das auch erlebt haben 😉 .

Europa zeigt sich bedeckt, man sieht gar nichts. Nur die Wolken, über denen die Freiheit grenzenlos ist, zeigen sich von der Seite die wir sonst nicht sehen. Dieser Flug ist „immer“ (soweit man so reden kann nach dem 2.Flug) recht schnell vorbei. Man schafft gerade die Palette abzuarbeiten. Präsente in Form von Haselnüssen und Ohrhörern werden verteilt. Wir haben inzwischen genug für die Ohren. Wieder ein Essen, ein Puppenstuben-Menü und zum Abschluss, so wie es begann im ersten Flieger, ein türkischer Rotwein nach dem Essen. Die Zeit verging recht fix. Am Ende landen wir sogar ziemlich pünktlich. Es gab sicher Rückenwind. Nun ist nur noch der Zoll zwischen uns und dem wartenden Junior. Wir haben nur 2 Liter Sprit an Bord. Oder doch noch nicht? Erst müssen wir alle Koffer finden, wir sind da leicht geschädigt ;). Alles ist gut, wir wurden fündig und Rollern unbehelligt durch den Zoll. Florian wartete schon auf uns mit einer Erkältung im „Gepäck“. Ich glaube übrigens auch das ich etwas dabei habe aus Kenia was man sonst nicht schmuggelt 🙁 . Was es ist wird sich die Tage zeigen. Reiseunwohlsein war es nicht, obwohl mir nicht wohl war. Es gab aber keinen Grund, denn Freunde haben uns für die Reise einen Begleiter geschenkt. Eigentlich konnte da gar nichts schief gehen.

Der Glücksbringer und Reisebegleiter

Florian fährt uns nach Hause, ich kann nicht mit dem Defizit an Schlaf. Wir haben wieder Rechtsverkehr, muss man auch erst wieder verarbeiten. Es ist aber nicht so schlimm dass ich auf der rechten Seite versuche zu lenken, das habe ich in Kenia auch nicht gemacht. Die Verkehrsdichte ist zumindest auf der Autobahn am Wochenende moderat. Vor allem keine LKW. Es sieht nach vorsichtiger Rückgewöhnung aus und das ist gut so. Nach 2 Stunden sind wir zu Hause und trotzdem ist es für den Moment ja doch fremd. Erstaunlich wie schnell man sich umgewöhnen kann. Irgendwie ist man aber doch froh zu Hause zu sein, liegt wohl in der Hauptsache an der Müdigkeit. Jetzt hieß es auspacken und sortieren und dann endlich wieder Brötchen von zu Hause :mrgreen: . Die Waschmaschine wird nun viel zu tun haben … !

good Bye Kenia

Kein Schlafen und nicht mehr viel Zeit hier, der Abreisetag ist wohl nie zu gebrauchen. Um 1 Uhr allgemeines Wecken, wer halt geweckt werden musste, ich nicht. Schnell nochmals das Handgepäck durchsucht, Flugunterlagen, sonstige Papiere und Dinge die einen Flug kurzweilig gestalten können. Ja, ich habe sogar wieder mal Zeit gefunden zu lesen. Ein Fahrrad hatte ich ja nicht dabei, deswegen waren freie Spitzen vorhanden. Es gab Kaffee und wir füllten die Abmeldeformulare aus. Nochmals Gepäckkontrolle und nochmals mit Lotte toben. Schit, wir müssen ja doch langsam gehen 🙁

Wir starten um 1.30 Uhr. Es sind wohl so 30 km bis zum Flughafen und auch hier sollte man gute 2 Stunden vorm Start auch körperlich anwesend sein. Wo mein Geist war? Keine Ahnung, ich habe nur stumm die Lichter an mir vorbei rauschen lassen. Die Straßen von Nairobi waren nun fast leer. Nur wenige der üblichen Verdächtigen sind unterwegs, aber doch immer welche. Große Städte finden da kaum Ruhe und das ist hier auch so. Micha ist wieder fit, wie immer am Steuer. Da staunt man schon öfter. Stau … Gwenda Hugo … oder so. Eine Lady parkt mal eben Lady-Like und nichts geht mehr. Wir haben genug Zeit, aber etwas kann man das Ventil ja öffnen ;). Das ist eben auch Kenia.

2.05 Uhr sind wir am Flughafen. Keine Worte werden gesprochen. Wir laden alles auf den Gepäckwagen. Mein Geist ist immer noch nicht dabei. Ein letzter Check ob wir alles haben. Handgepäckkontrolle, wo sind die Flugunterlagen. Meine Güte, habe ich die doch liegen lassen? Nervenflattern, hektische Suche, Micha versucht Benny zu erreichen um zu sehen ob der Hefter auf dem Tisch liegt. So ein Mist, nun schwitze ich schon wieder gleich. Nicht zu fassen. Ich habe bestimmt eine gefühlte Stunde gesucht und letztlich auch alles gefunden. Alles wird am Ende gut, wirklich Alles? Ich finde es nicht gut Abschied nehmen zu müssen.

Nun war er da, dieser hässliche Moment. Wir kennen uns gerade mal drei Wochen persönlich und doch ist es wie ewig. Ich könnte eigentlich heulen. Das macht man aber nicht, oder? Wir ziehen es nicht so in die Länge. Auch die Frage ob wir vielleicht wieder kommen dürfen wird gestellt. Astrid ja und ich ? … wir werden sehen. Wir hatten enorm Spaß und mir ist es als verlasse ich nun gute Bekannte. Die Entfernung dazwischen macht es nun auch nicht einfacher, weil man weiß der Abschied ist für eine längere Zeit. Da kann man nicht eben mal vorbei fliegen. Bevor die Augen doch richtig feucht werden, ja ich gebe es ja zu, schieben wir unser Gepäck in das Gebäude. Winken noch mal und ab jetzt beginnt die Reise zurück.

Das „Erinnerungsgeld“, also Scheine die wir mitnehmen wollten, haben wir auch noch ins Geschäft gesteckt. Einmal in einen Souvenirladen auf dem Flughafengelände und in ein Kaffee. Wir haben noch mal mit Steffi telefoniert, noch eine SMS und so langsam ging es Richtung unseres Flugzeuges. Die Zeit vergeht doch recht schnell. Wir steigen ein, sehr geordnet, trifft man wohl nicht so oft? Ich sitze diesmal am Fenster, ich will ja den Sonnenaufgang fotografieren. Der Abflug naht. Wir starten 5.05 Uhr, wieder 20 min zu spät, nicht zu fassen. Nur nicht wieder rennen in Istanbul, mehr wollten wir nun nicht 😕 .

über den Wolken ... muss die Freiheit

so langsam kam die Sonne

als sie dann guckte waren wir schon weit weg von Kenia

Die Sahara, da ist wirklich fast nur Sand

Ein Dankeschön an unsere Piloten - Turkish Airline ist wirklich zu empfehlen