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Umgeflaggt

Aus aktuellem Anlass, den anstehenden Wahlen und der Sympathie für dieses Land folgend, habe ich wieder umgeflaggt. Ich habe einen kleinen Tick für Fahnen und Flaggen und hin und wieder passe ich die Fahne den aktuellen Dingen an. Die HSV-Fahne war jetzt seit wir aus Kenya zurück sind am Mast. Es war Zeit sie zu Waschen und am Rand ist sie leicht Reparaturbedürftig. Das ist aber nur ein Nebeneffekt. Zudem war sie auch angefroren am Mast :(. Keiner friert gerne irgendwo fest …

Es weht nun die Flagge Kenyas in unserem Garten. Ein Bild davon ist auch gleich nach Kenya auf die Reise gegangen. Sylvester schrieb das man das er sehr glücklich war die Fahne im Schnee in Deutschland wehen zu sehen. Wenn man in Kenya bzw. in Afrika die Fahne im Schnee sehen möchte, muss man auf den Kilimandscharo steigen. Das ist keine einfache Angelegenheit wie man erahnen kann. Umso erfreuter war Sylvester von dem Anblick. Wir sehen das als moralische Unterstützung für die nächsten Tage in Kenya an. Mehr können wir von hier aus leider nicht tun.

Die Kenya-Flagge im Schnee

Mit etwas Wind auch gut zu erkennen

Warum Schneemüde?

Worte können viel sagen, lebendig werden sie erst durch das Auge. Die gefühlten Sonnenstunden, ich habe sie mit 9 1/2 beziffert ohne gemssen zu haben, waren wirklich rar. Es gab sie aber, datieren kann man sie auch. Ich kann mich nur an den 26. Januar und den 10.Februar erinnern. Da war Kaiserwetter oder zumindest blauer Himmel. Gut das im digitalen Zeitalter genau bestimmbar ist wann es war und man auch einen Apparat zur Hand hatte. Warum wird man nun Schneemüde? Ich überlasse die Begründung den Betrachtern.

Alles verschleiert

Schnee und milchige Luft

egal wohin man geht

 

Schnee fast ohne Ende

... zaubert bizarre Gebilde

die eisige Luft ...

 

Die Bäume haben schwer zu tragen

Tambach in Kenia Teil 2

Wie schon geschrieben, ich habe versucht die Texte die ich am und im Museum von „Tambatsch“ gesehen und gelesen habe zu übersetzen. Das Ergebnis nun  liegt vor und ich stelle es gleich ein.

 

TAMBACH eine Weltkulturerbe Stadt

Diese Ausstellung zeigt die Entwicklung von der Stadt Tambach während der Kolonialzeit und dem Zeitraum der Unabhängigkeit und den Faktoren, die das Wachstum und Niedergang und jetzt ein erneutes Wachstum beeinflusst haben.
Die Ausstellung erforscht auch die Vergangenheit und Gegenwart Kultur ihrer Bewohner. Sie zeigt  ihren Lebensstil, ihre Existenzgrundlagen und Traditionen im Einvernehmen mit dem umgebenden dem Keiyo-Tal und den Hängen des Elgeiyo.

Die Ausstellung wird von Herrn Daniel Kipkorir betreut. Es ist eine Zusammenarbeit und Anstrengungen des NMK, AFRICOM, der norwegischen Botschaft und dem Rathaus von Iten-Tambach..

Die Entwicklung der Stadt Tambach

Tambach ist ein Keiyo Wort für „der Ort der stagnierenden Wasser“. Die Stadt wurde im Jahre 1927 zur Bezirkshauptstadt des Elgeiyo / Marakwet Districtes. Kapsowar Town in Marakwet wurde zunächst als Sitz gewählt, wurde aber später nach Kamariny in Keiyo verlegt nachdem eine britischer Kolonialbeamter von einem wütenden Marakwet Krieger im Kamotony Wald nahe Kapsowar getötet wurde. Kamariny war aber zu weit weg von der Mehrheit der Menschen, die auf dem Höhenrücken der Elgeiyo Böschung lebten. Kamariny wurde zum Platz für ländliche Shows, Feiern und ein hatte einen Sportplatz.
Tambach wurde speziell wegen seiner spektakulären landschaftlichen Schönheit, dem gemäßigten Klima und der konstanten Versorgung mit klaren Quellwasser aus dem nahen Bach Kabei ausgewählt.
Wohnen am Fuße des Kerio Tales im westlichen Teil von Kenias Grabenbruch, dem Rift Valley, bei 00 36 ‚0 “ nördlicher Länge und 350 31‘ 0″ östlicher Breite, und wo man von der Stadt einen herrlichen Blick rundum genießt. An der Ostseite der Tugen Hills die sich auf der Strecke Richtung hin zu dem Tiati Berg angleicht und damit zur Verschmelzung der Keiro-Tal mit dem bedeutenden Grabenbruch führt. Unten schlängelt sich der Keiro Fluss seinen Weg entlang der Kerio Tales den ganzen Weg nach Norden zum Lake Turkana. Im Westen liegt ein nahezu senkrechter Schnitt der massiven des Elgeiyo Hanges, der westliche Arm des kenianischen Rift Valley.
Während der Kolonialzeit wuchs Tambach zu einer kleinen Stadt mit rund einer viertel Quadratmeile im Zentrum zwischen den  Siedlungen Kapterik, Kapkebei und Kapsaniak.. Die Altstadt bedeckt eine Fläche mit etwa 15 Grundstücken mit einer Hauptstraße und einer Reihe von Wegen. Um die Schönheit der Stadt zu verbessern, pflanzten die britischen Kolonialisten entlang der Hauptstraße und Wege Jacaranda(Trompetenbäume mit Lila Blüten), Nandi-Flammen(Tulpenbäume) und Eukalyptusbäume(blue gum tree). Eine Reihe von Häusern wurden mit Steinen gebaut, Schlamm- und Flechtwerkwände gab es ebenso wie Blechdächer. Bis 1960 hatte Tambach eine Bevölkerung von über 1000 Personen und war eine ziemliche große Stadt. Die Einwohner der Stadt setzten sich aus Nubier, Keiyo, Marakwet, Somalis, Swahili, Briten und Indern zusammen.

Kolonialverwaltung

Tambach war gleichbedeutend mit der Kolonialverwaltung. Es war hier, wo die Aufträge der kolonialen Regierung ausgegeben wurden und Gerechtigkeit der Menschen Elgaiyo / Marakwet Bezirk geübt wurde. Menschen besuchten die Stadt zur Inanspruchnahme von Leistungen sowohl der Kolonialverwaltung, des District Commissioner (DC) und der lokalen Behörde, die Lokale Ureinwohner Council (LNC), die später African District Council (ADC) im Jahr 1950 umbenannt wurde.
Der DC war der Chef der Stadt und des gesamten Bezirks und wurde lokal als Bwana Disn bezeichnet. Der Offizier stellte den erweiterten Arm des British Colonial Gouverneur in Kenia und des Königs oder der Königin von England dar. Seine Aufgabe bestand in der Durchsetzung der Kolonialverwaltung durch die Sammlung der wichtigsten Steuern, der Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung und Schlichtung von Streitigkeiten. Das DC Büro war das Herzstück der Stadt und wurde auf der rechten Seite des Iten-Kabarnet Highway auf einem Felsvorsprung mit Blick auf all die anderen Einrichtungen der Boma(zu Hause) errichtet. Das Gebäude, dass heute noch steht, ist ein rechteckiger Block etwa 30 Meter mal 15 Meter. Unten war die ADC Halle, die als ein Gericht diente und von wo aus der DC für die Schlichtungen als Richter eingesetzt wurde. Der DC machte und zusammen mit anderen Gemeinde-Führern Gesetze wonach Fälle geschlichtet wurden und er verhängte Geldbußen im gesamten Bezirk. In den 1950er Jahren war Michael Chemeltio der Staatsanwalt während ein Herr Chepkaner der Gerichtsdolmetscher war.
Von Tambach, bereiste der DC ganzen Bezirk zu Fuß und auch mal mit einem Geländewagen, einem Land Rover, der immer in einem guten Zustand war. Fast jeden Monat verbrachte der DC in den verschiedenen Gegenden. Während der Tour vermittelte er den Menschen in den Gebieten verschiedene Möglichkeiten der Entwicklung und er predigte für den Frieden. Auf seiner Tour wurde er durch den Bezirksbeamten, den Bezirkstierarzt, dem Landwirtschaftsbeamten des Distriktes und dem Kommandeur der Polizeiwache begleitet. Im Jahr 1950 besuchte der Tambach DC Kapcherop in Marakwet und befahl Lieferung von Nahrung für hungernde Schulkinder die im Kapcherop Gebiet verteilt wurden. Dem DC gelang es 1960 auch einen seit dem Jahre 1942 währenden Konflikt um die umstrittene Grenze die den Elgeiyo / Marakwet unterteilt zwischen einer Gruppe von Sengwer Völkern zu beenden.
Im Jahr 1959 besuchte Königin Elisabeth die Stadt und wurde begeistert von der Kolonialverwaltung und der Gemeinde begrüßt. Eine offizielle Veranstaltung wurde im Kamariny Stadium organisiert, eine günstige Gelegenheit das zu zeigen.
Nach dem Erreichen der kenianischen Unabhängigkeit 1963 wurde von Präsident Jomo Kenyatta das gleiche System der Kolonialverwaltung für die Regierung und die Afrikaner übernommen und die Ernennung von DCs des Bezirks wurde verewigt.

Schneemüdigkeit

Es gibt Winterschlaf und es gibt Frühjahrsmüdigkeit. Die einzigen großen Krisen die ich um diese Zeit bisher kannte. Manchmal ging der Winterschlaf sogar ohne „Pause“ in die Frühjahrsmüdigkeit über. Jetzt, nahezu Ende Februar, nach gefühlten 9 ½ Stunden Sonnenschein seit dem wir aus Kenia zurück sind, habe ich das Gefühl das diese „Pause“ dann doch einen Namen hat. Sie muss einen haben: Schneemüdigkeit :(.

Bei uns erzählt man sich, es gäbe immer 7 Winter wenn es in das Laub geschneit hat. Es hat im Oktober in das Laub geschneit. Eine Legende? Dummschwätzerei? Man kann nicht jeden Schneefall als Winter bezeichnen. Ab wann ist es denn „Ein Winter“? Früher habe ich auch hin und wieder versucht einfach mitzuzählen, was dann doch im Winter selber stecken geblieben ist. Bezogen auf diesen Winter, der ja meteorologisch am 1.März vorbei sein soll, könnte man denken wir haben im Moment den 15. Winter. Es schneit und schneit, nicht viel aber irgendwie immerzu. Der Schnee ist auch leicht, man kann ihn gut bewegen, aber ich habe das Gefühl das ich viel zu viel mit Schneebewegung zu tun habe :evil:.  Schaut man aus dem Fenster und die Flocken tanzen den Schneewalzer auf der anderen Fensterseite, das macht müde. Ist es dann trübe und so ganz ohne Sonnenstrahlen, ja das muss doch Schneemüdigkeit sein. 🙄 Der bei mangelndem Sonnenlicht ohnehin schwache Lustpegel fällt gleich in den Keller. Man gerät unter Druck weil das Zeug ja doch irgendwie weg muss. Die Bürgerpflicht besagt, weg aus der Verkehrszone am und um das Haus herum. Irgendwann ist das größte Fass, der größte Garten und das eigene Maß voll. Der Pegel im Kopf ist einfach nicht mehr bereit weiter zugeschneit zu werden. Mir nutzen auch saubere Hunde auf Dauer wenig wenn das Gemüt leidet. Es wird nun doch langsam Zeit den Frühling endlich begrüßen zu können.

Ist es nun schon der 7. oder doch erst der 6.Winter? Hartnäckig hält sich das Gerücht das es doch erst der 6. ist. Ich will stark hoffen dass es dann doch bald recht schnell gehen wird. Ist die Sonne erst Mal da, sie hat mit dem Schnee sicher kein Erbarmen. Ich ja eigentlich auch nicht, das nutzt mir aber nicht viel. Es kommt aber immer mehr dazu und in den Garten würde noch viel mehr rein passen. Beängstigend wann man daran denkt, wenn das zwischenzeitliche Wasser auch noch Schnee gewesen wäre. Irgendwann wird es schon werden … :mrgreen: