April 2013
M D M D F S S
« Mrz   Mai »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930  

Kategorien

Ein Vortrag

Am Freitag dem 26. April hatten wir gebucht für den Vortrag: „Vererbte Rudelstellungen der Hunde“. Der Vortrag war gut, das ist meine Meinung, sehr gut sogar. Es liegt sicher auch daran dass wir selber eigentlich schon davon überzeugt sind und den Inhalt schon kannten. Trotzdem macht es uns weiter neugierig und es waren auch einige Hundehalter(innen) anwesend. Dass eigentlich fast „nur“ Frauchen anwesend waren, ist wohl so eine Erscheinung im Zusammenhang mit Hundeerziehung :|. Verstehen die Frauen die Hunde etwa besser? Ein Phänomen, genau
wie die Tatsache das es mehr Trainerinnen gibt als Trainer, wobei die männlichen Trainer eher zur „traditionellen Schule“ neigen. Das Traditionelle, das ist aktuell auch gerade eine Erkenntnis aus dem Flirt mit den Rudelstellungen, ist eigentlich überholt. Man muss es aber nicht ganz einmotten. Auch dahinter stecken Erfahrungen auf die man bauen kann. Aber grundsätzlich ist das nicht mehr zeitgemäß, das ist meine Sicht auf die Dinge. Will man einen „funktionierenden“ Hund muss man wohl auch neue Wege gehen ohne den Hund zu „deckeln“. Dann ist kein Platz mehr für eine Partnerschaft und nur Gehorsam mag zwar beeindrucken, ich stelle mir das aber anders vor. Eine Mensch-Hund-Beziehung sollte aber idealer Weise eine Partnerschaft sein. So wie die Menschen haben auch die Hunde Schwächen, man kann lernen damit umzugehen.

Der Vortrag bot reichlich Theorie auf der einen Seite und auch den direkten Bezug zur Praxis in Form von Bildern und Videos andererseits. Natürlich wurde auch zwischendurch viel diskutiert. Viele Situationen kennt man aus dem eigenen Erleben. Als Hundehalter versucht man auch immer das Verhalten der Tiere zu interpretieren. Offensichtlich, so ging es mir am Anfang auch, werden aber häufig Dinge fehlinterpretiert. Zumindest kann man über andere Betrachtungsrichtungen nachdenken. Der Hund sendet die Signale, werden die jedoch nicht richtig verstanden, kommt es früher oder später zu Konflikten. Diese müssen nicht eskalieren, das Potential dazu ist schon gegeben. Aus dem realen Leben gegriffene Alltagssituationen wurden so völlig neu beleuchtet. Das Ergebnis stellt dann mitunter das bisherige Wissen auf den Kopf. Für den Moment ist das erst einmal überfordernd. Zu sehr wackelt das alte Weltbild in Sachen Hunde. Ein paar Leute die wohl letztendlich nicht gekommen sind, haben sicher irgendwie Angst davor an ihrem inneren (vermeintlich) friedlichen Zustand zu rütteln. Diejenigen die dabei waren wurden, das ist verständlich, mit dieser anderen Sichtweite konfrontiert. Wir sind da schon drüber weg.

Ich fand  auch aus Sicht eines“ Vorbelasteten“ diesen Abend trotzdem interessant. Für uns war es kein Neuland und trotzdem gab es neue Erkenntnisse. Vor allem die Bilder und Videos waren aufschlussreich. Im Leben ist man zu oberflächlich. Die Kommunikation läuft auf einer anderen Ebene und der Mensch ist viel zu oft nicht in der Lage diese zu erkennen und richtig zu werten. In einem einminütigen Videoausschnitt ist viel mehr zu erkennen als man glauben kann. Mitunter so kleine Gesten aber doch eminent wichtig. Hunde machen nicht viele Worte, sie kommunizieren leise aber eindeutig und ohne zu viele „Worte“. Man muss sein Auge wirklich darauf schulen, sie ständig beobachten und auf ihre Kommunikation eingehen. Es ist für mich wichtig erst einmal Struktur in das Zusammenleben zu bekommen. Hunde brauchen Strukturen auch wenn es oberflächlich betrachtet nicht so aussieht, ist aber so. Baut man sie, merken es die Hunde auch zuerst. Das schafft Respekt und Hunde honorieren das mehr als es Leckerchen bewirken können.

Die drei Stunden vergingen ziemlich rasch. Natürlich sind bei allen Teilnehmern eine Menge Fragezeichen geblieben. Es wird auch eine Weile dauern bis man sie alle für sich verarbeitet hat. Wir hatten diesen Schritt schon gemacht und konnten von unseren Erfahrungen berichten. Auch uns umkreisten viele Fragezeichen. Das eine oder andere davon ist immer noch übrig und kreist weiter unaufgeklärt über uns. Das ist aber normal sagt  Sandra Herzog, die Referentin. Egal ob erst Workshop oder erst so ein Vortrag, die Wirkungen sind gleich. Hat man aber schon mal einen Workshop erlebt, konnte man schon gut passende Hunde zusammen sehen. Es war gut und recht schnell zu erkennen und beeindruckend.

Rudelstellungen hat auch übrigens nichts mit Hundeschule zu tun, obwohl dieser Vortrag von einer Trainerin organisiert wurde. Die Erwartungshaltung ging aber wohl teilweise in diese Richtung. Es gab und gibt hier und auch anderswo keine ultimativen Tipps für dass Zusammenleben mit dem Hund. Das ist immer von der jeweiligen Situation abhängig. Man kann aber die Erkenntnisse aus dem Wissen der Stellung der eigenen Hunde auf das tägliche Zusammenleben übertragen und darauf reagieren.

Das Rudel

Theorie und Praxis, das sind immer zwei Paar Schuhe wie man so schön sagt. Die Praxis sollte die Theorie untermauern und deren Thesen eigentlich bestätigen, oder doch widerlegen damit man diese den gemachten Erfahrungen anpassen kann. Das ist ein langer Prozess. Ich will nicht sagen das wir nun „rudeln“. Danach funktionieren Rudel nur richtig wenn sie gut strukturiert sind. Zur weiteren Vertiefung der bisherigen Erkenntnisse haben wir am Freitag einen Vortrag zum Thema Rudelstellungen besucht. So ganz „unbeleckt“ sind wir ja nicht mehr, haben da somit einen Vorteil im Wissen. Wir haben auch schon die Praxis erlebt und Hunde gesehen die Strukturen zeigen. Gesehen leibhaftig und auch auf Videos, was aus meiner Sicht wertvoll ist. Zeigt das doch in der Praxis dass diese Theorie nicht aus der Luft gegriffen ist.

Wir haben ja nun sogenannte Unstruktur zu Hause. In den Augen der Vertreter des Vereins Rudelstellungen ist das ein unhaltbarer und schnellstens zur Behebung zu bringender Zustand. Wie sieht nun ein strukturierter Zustand aus? Ich habe bereits auf die Seite verwiesen wo die Beschreibungen  zu finden sind. In geraffter Form habe ich mir die Mühe gemacht, die einzelnen Stellungen zusammen zu fassen. Wie die Hunde in Beziehung zueinander stehen kann man gut am Bild erkennen. Ich lasse die Bezeichnungen und die Beschreibungen mal einfach so in Form der Definitionen so stehen.

Die Stellungen im Bild

Der Vorrang Leithund – VLH

Der Vorrang Leithund ist ein ausdrucksstarker, sich aufbauender Hund, der seiner Stellung entsprechend den gesamten Verband führt, aber in jeder Aktion, die sich vor der Gruppe zeigt, defensiv ist. Er klärt hauptsächlich über Geruch und Gehör die Situation und trifft Absprachen mit dem MBH. Seine Ortungsfähigkeit um das Rudel herum reicht über 180 Grad bis zum MBH. Er ist selbst am wenigsten aktiv und lässt das Rudel für sich arbeiten. Besteht die akute Notwendigkeit, so erteilt er dem 2. Vorrangigen Bindehund direkt die Freigabe. Diesen Hund führt er auch dominant.

Der zweite vorrangige Bindehund – V2

Auch der vorrangige 2. Bindehund (V2) ist ein ausdrucksstarker Hund mit einem großen Vorwärtsdrang. Er orientiert sich ausschließlich am VLH, den er auch als Begrenzung unbedingt benötigt und von dem er, sollte es notwendig sein, bei Außenaktionen unmittelbar eingesetzt wird. Der V2 holt sich dafür nicht zwingend zuerst die Freigabe des MBHs ein. Für gewöhnlich aber erhält er seine Anweisungen vom MBH, der ihn gegebenenfalls auch korrigiert. Er hat keine hohe soziale Kompetenz für alles, was hinter ihm passiert. Bei Außenaktionen, z.B. zur Jagd, führt er den V3.

Der dritte vorrangige Bindehund – V3

Obwohl er ebenfalls nach vorne orientiert ist, geht er eine tiefe Bindung zum MBH ein und dient diesem als Schutz. Er ist ein Wächter. Seine ihm eigene, hohe, innere soziale Bereitschaft zur Schlichtung nutzt er, um den V2 daran zu hindern sich nach hinten zu orientieren. Er benötigt für alle Aktionen die Freigabe des MBHs und ist deswegen nach vorne gefestigter. Von sich aus geht er nicht über seine Kompetenzen hinaus. Der Schutz des MBHs ist seine Aufgabe und er hat deswegen eine geringe Beißhemmung. Trifft er auf Bindehunde, baut er sich dauerhaft stark ihnen gegenüber auf. Wenn Außenreize auf ihn zukommen, orientiert er sich im Radius von 15-20 m vor seinem Halter. Der V3 kläfft gerne und anhaltend. In der Hundeschule hat man über Kommandoführung einen guten Zugang zu ihm. Da er ein Vorwärtskämpfer ist, neigt er schnell zu aggressivem Verhalten, wenn er keine weiteren Körper zur Sicherung um sich hat.

Der Mittlere Bindehund – MBH

Der Mittlere Bindehund ist der soziale Anker und der Mittelpunkt des Rudels. Seine Hauptfunktion ist der dauerhafte Erhalt der Gemeinschaft. Der MBH hat deshalb die höchste Sozialkompetenz und fordert von allen anderen Tieren im Rudel dauerhafte Disziplin. Er hat das Recht, alle im Rudel vorhandenen Stellungen zu korrigieren. Der MBH schlichtet in Differenzen und trifft Absprachen mit den anderen Eckhunden. Er hält zu allen Stellungen dauerhaft die Kommunikation aufrecht und sorgt für die innere Stabilität des Rudels. Er trennt mit seinem Körper den Vorrang vom Nachrang, verteilt die Aufgaben und ist die Respektsperson für alle Hunde in einem strukturierten Rudel. Im Notfall handelt kein Hund ohne seine Freigabe. Als wichtigster und kompetentester Hund des Rudels wird er bei Gefahr am längsten beschützt. Ohne ihn kann ein Rudel auf Dauer nicht bestehen, da er alles zusammenhält. Trotz seiner sozialen Komponente verhält er sich für gewöhnlich distanziert und souverän. Er verfügt über eine große Ausstrahlung und hat oft auch eine große Individualdistanz wie alle Eckhunde.

Der zweite nachrangige Bindehund – N2

Er unterstützt den MBH in allen Abläufen, die für den Nachrang angelegt sind und entlastet damit den Mittleren Bindehund. Wittert der NLH Gefahr und der MBH erteilt die Freigabe, führt er die nachrangigen Hunde bei allen Aktion, die nach hinten orientiert sind. Er verfügt über eine höhere soziale Kompetenz als der V2 und zeichnet sich für gewöhnlich durch defensives Verhalten und Sensibilität aus. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Sicherung des MBH gegenüber allen Gefahren die von hinten kommen. Er wird vom MBH auch korrigiert.

Der dritte nachrangige Bindehund – N3

Seine einzige Aufgabe besteht darin, den NLH beim Rudel zu halten, er fungiert für ihn als Wächter. Er ist der einzige Hund, der mit dem NLH Sozialgesten pflegt und mit ihm eine tiefe, lebenslange Verbindung eingeht (Tiefenverknüpfung); er ist dessen Lebensversicherung. Aktiv unterstützt er alle nach außen gerichteten Aktionen des N2 und wird auch von ihm geführt wenn der NLH für den N3 die Aktion freigegeben hat. Er ist nicht in der Lage, eigenständige Entscheidungen zu treffen und benötigt die Führung und körperliche Sicherheit des NLHs, da er nicht dessen Sensibilität für Gefahren von hinten besitzt.

Der Nachrang-Leithund – NLH

Sensibilität ist die Eigenschaft, die diesen Hund mehr als alles andere auszeichnet. Er verfügt über eine ausgezeichnete Wahrnehmung und ein Gespür für alles, was hinter ihm passiert. Nach gründlicher Prüfung informiert er im Falle der Notwendigkeit den MBH, der dann die Freigabe zur Aktion erteilt. Ohne seine Lebensversicherung, den N3, ist er kaum überlebensfähig, da er keinerlei Handlungskompetenzen besitzt für das, was ihm von vorne begegnet. Aus diesem Grund geht er eine lebenslange, intensive soziale Beziehung zu seinem Wächter, dem N3, ein (Tiefenverknüpfung). Im Falle einer Auseinandersetzung mit Gefahr ist er der Hund, der notfalls geopfert, also zurück gelassen wird, um den Rest des Rudels zu retten. Das Wissen darum veranlasst ihn dazu, sich vom Rest der Gruppe zu separieren, was optisch gut erkennbar ist. Aufgrund dieser Tatsache nannte Karl Werner diese Rudelstellung auch liebevoll „Looser“. Er ist ein in sich ruhender, mental starker Hund, der als Eckhund in der Lage ist das Rudel nach hinten abzuschließen und die nachrangigen Hunde zu kontrollieren. Er kommuniziert ausschließlich mit dem N3 und dem MBH.

Im Wissen um die Stellungen kann man so manche Dinge besser begreifen und Verhaltensweisen der Hunde verstehen. Ich finde, je früher man Bescheid weiß, umso besser kann man den Hund formen und entsprechend seiner Anlagen fördern. Es gibt genug Beispiele für Fehlverhalten die geschaffen werden durch den Menschen. Alleine das Beispiel Apportieren, oder Stöckchen werfen, zeigt das deutlich auf. Einerseits ist der Hund bestrebt bei seinem Rudel zu bleiben, so kennt er das. Das nennt man den Folgetrieb der in der Entwicklung des Hundes sehr hilfreich ist. Plötzlich wirft man etwas weg (muss ja nicht nur ein Stöckchen sein) soll der Hund es holen. Haben wir nicht schon Hunde erlebt die das Wegwerfen nicht verstehen? Sie sehen da gar keinen Sinn etwas zu holen was man wegwirft. Es gibt Hunde die gute anlagen haben und auch Spaß dabei haben, natürlich ist das mit Sicherheit nicht.

Happy Birthday Bantu

Bantu ist nun 2 Jahre alt

Vor genau 2 Jahren habe ich das Licht der Welt erblickt, na gut … richtig hell war es nicht. Außerdem hat mir jemand die Augen zugehalten. Man dachte sich wohl, riech erst mal rein und mach die Augen später auf. Hat so seine Vorteile, nicht das man beim Anblick der Welt gar nicht hier bleiben möchte. Da ich aber von Anfang an gut versorgt wurde, war das kein Thema. Geboren wurde ich als Nummer 4 des C-Wurfes des Kennels Isanusi. Meine Mutter war Amankentschane, genannt Shani und mein Papa ist Tecumseh Camani-Chuma. Man sagt mir nach das ich meinem Vater sehr ähnlich sehe, ich konnte das nicht überprüfen. Ich bin aber ich und nicht mein Vater, das will ich klar stellen. Irgendwann kamen jede Menge Menschen die mich und meine 11 Geschwister begutachtet, beobachtet und auch ständig genervt haben. Manchmal war es nicht schön aus dem Schlaf gerissen zu werden nur das die Menschen auch alles an mir sehen können. Die können gucken wie sie wollen, ich entscheide … jawohl. :mrgreen:

Eines Tages dann nahmen mich dann welche einfach mit. Ich hatte nicht mal richtig Zeit mich zu verabschieden von meiner Familie. Rein ins Auto und eine endlose Fahrt auf dem Rücksitz bei meinem neuen „großen Bruder“. Zwei Tage vorher ist ein Zwerg-Tornado über meine neue Heimat gefegt, ich war dann der nächste. Das hatte ich aber noch nicht gleich gezeigt. Vielleicht musste ich das auch nicht? In meinem neuen zu Hause gab es schon einen Hund, einen Isanusi-Hund und noch dazu eine wahrhafte Zicke manchmal(hoffentlich liest sie nicht mit 😉 ). Da war nicht viel mit Welpenfreude, ich habe mich erst einmal zurück gehalten. Man kann sich bestimmte Optionen für später aufheben, wenn es benötigt wird.

Schlecht ging es mir eigentlich nicht, es gab lecker zu futtern – war nur immer viel zu wenig – ein warmes weiches Plätzchen im Haus und nachts unter der Decke. Ideale Sache, so kann beruhigt man alt werden, wenn da der Tierarzt nicht gewesen wäre. Erster Besuch ergab gleich ein Loch im Fell, das wird keine Freundschaft werden. Mir ist auch egal ob er nur seinen Job macht, ich mag das nicht.

Welpenschule, Hundeschule, Welpentreffen, Sommerfest und und und … das erste Jahr war aufregend. Mein „Freund“ den Tierarzt bekam ich viel zu oft zu sehen, ich habe eine Bauchspeicheldrüse die ihren Job nicht so gut beherrscht. Schade, dafür bin ich aber umso besser. Unschlagbar wenn es um Futtermopsen geht, unaufhaltsam in der Verfolgung vom Papa auf zwei Beinen und unaufhaltsam mit meiner Nase. Die ist wirklich gut. Es wird Zeit das meine Leute sich um die Nase und natürlich mich kümmern in der Beziehung.

Nachdem ich mir den Laden still und heimlich angeschaut habe, wurde ich dann auch etwas aktiver. Ich kämpfte dann häufig mit mir und den Hormonen, wurde schon mal flippig und bin nahezu ruhelos. Es sei denn ich kriege ne Decke zum drunter kriechen. Wobei, im Winter geht das, ist es aber wärmer wird es mir manchmal zu viel. Hunger habe ich immer noch, klammert man die Woche der Hormonturbulenzen mal aus. Ich wog auch schon mal über 38 kg, aber meine Figur ist mir schon etwas wert. Ich bin ein sportlicher und schlanker schöner (Fast)Rüde geworden. Böse Zungen behaupten, bis zum richtigen Rüden vergeht noch ein Jahr. Wenn das stimmt kann ich den genervten Anblick meiner Zweibeiner gut verstehen. ICH habe mit Pubertät die wenigsten Probleme. Ich finde es nur neuerdings recht doof wenn ich nicht mehr beim Spaziergang machen kann was willst du 😀 . Ich habe nun Regeln zu beachten. Das ist schwer und manchmal recht anstrengend. Vielleicht sollte ich auch wenn andere Hunde kommen etwas kommunikativer werden. Das überlege ich mir noch. Ohne Kompromisse geht es bei Katzen. Da gibt’s für mich kein Erbarmen. Seit dem mir der „Katzert“ in Dietharz die Nase geritzt hat ist Schluss mit lustig. Wenn ich diesen Pseudoklitschko noch mal vor die Nase kriege … aber dann. 👿

Ich hoffe dass meine Dosenöffner ihre Bezeichnung etwas ernster nehmen. Als chronisch unterversorgter dauerhungriger Jungrüde sollten sie meine Ansprüche mehr respektieren und danach handeln. Mir ist doch egal wo die Knete fürs Futter her kommen tut. Sie haben mich ja hier her geschleppt. Trotzdem, ich kann mir keinen anderen Platz vorstellen. Die Zeit wo ich mit Bashira im Urlaub war muss wohl nicht immer sein. Manchmal ist die Zicke nicht zu ertragen, liegt wohl daran das wir uns als gleichwertig erkannt haben. Solange die Zweibeiner richtig aufpassen auf uns ist das auch ok. Keiner will Streit, ICH schon gar nicht, höchstens mit Katzen. Schaun wir mal was so alles an Geschenken herüber wächst … Wenn das Wetter passt werde ich mich auch mal wieder vor die Kamera drängeln. Ich bin fotogener als Elefanten und Löwen, das könnt ihr alle glauben ;).

Turbulenzen

Nicht nur Menschen, auch Hunde sind doch irgendwie Gewohnheitstiere. Wir gehen unserem Tagesablauf nach und die Hunde auch. Natürlich gibt es da Unterschiede. Leben beide zusammen, passen sich beide Abläufe zwangsläufig aneinander an. Es muss in sich stimmen und die einzelnen Teile werden danach zum Ganzen zusammen geführt, sonst kann das nicht klappen. Das ist wie puzzeln, man muss es auch richtig zusammen fügen. Wenn die Abläufe dann gestört werden kann es schnell Turbulenzen geben. Dann ist die Ursache auch erst einmal egal, es gerät durcheinander und man ist gefordert die Spur wieder zu finden ;).

Seit einer Woche haben wir unsere kleinen Turbulenzen. Das merkt man auch daran das Zettel auf dem Frühstückstisch weiter gegeben werden. Zettel deswegen weil die Tagesstartzeiten der zweibeinigen Meyerei recht unterschiedlich sind. Bantus Auseinandersetzung mit den Frühjahrshormonen habe  ich schon geschildert. Keiner kann vorher genau sagen wann und ob es denn vorbei geht. Natürlich hoffen wir auf einen vorübergehenden Zustand, aber auch das ist offen. Es gibt Hunde die sich gar nicht wieder beruhigen können. Rüden die dann in ständiger Aufregung in Anwesenheit bei Hündinnen sind. Für diese „Fälle“ muss man sich andere Maßnahmen einfallen lassen. So weit sind wir aber noch nicht. Wir beobachten das was wir derzeit hatten und haben. ❗

Bantu hat seit einer Woche so gut wie kaum Appetit gezeigt. Der morgendliche Blick in die Schüssel hatte Bände gesprochen. Das war das blanke „I-Gesciht“. Einen Hund genau so zu sehen, einer der eher zu viel als zu wenig frisst, das macht stutzig. Seine Gesamterscheinung lies nur die Hormondiagnose zu. Gestärkt in dieser Ansicht wurden wir durch sein Verhalten in der Nähe von Hündinnen. Markerschütterndes Geheule, die Nachbarschaft wurde schon aufmerksam, und übersteigertes zappeliges Verhalten. Unruhig ist er ohnehin, in der letzten Woche gab es jedoch noch eine Steigerung. Er gab hin und wieder ein Känguruh, hier hatte er sich in seinen unterbewußten Erinnerungen wohl im Kontinent geirrt :mrgreen: . Seine Nase kam nun fast gar nicht mehr vom Untergrund weg und bei dem Spaziergang kam erst nach langer Zeit so etwas Ähnliches wie Ruhe auf. Diese Ruhe ist bei ihm aber immer relativ.

Bantu‘s 38 Kilo sind bestimmt erst mal wieder weg, das werden wir aber nicht kontrollieren. Man macht sich ja auch Sorgen dass vielleicht das Futter nicht mehr schmeckt. Wenn dann auch noch Bashira eine Mahlzeit sausen lässt, fängt das große Grübeln an. Sie, die nun immer auf der Lauer lag wenn Bantu sein Futter verweigert hatte, macht nun auch Theater? Da droht vielleicht ein Supergau – ein Futtergau? Wir hatten die ganze Woche über zusätzlich etwas aus der Büchse als Geschmacksanreger beigegeben. Es blieb trotzdem meist etwas übrig bei Bantu. Bei normalerweise zwei „Staubsaugern“ im Haus ist das schon eine blöde Situation.

Sind wir nun nach einer Woche wieder zurück auf dem Weg zur Normalität? Gestern Morgen war es wieder einigermaßen normal. Die Hunde kamen beim Klappern der Schüsseln aus den Federn, raus zum Pullern, beide haben dann am Futter Interesse gezeigt. Das Frühstück gab es ohne geschmacksfördernte Zusätze. Sie haben ihre normale Ration ohne Büchsenzusatz verdrückt. Bantu hat sich zwar ziemlich viel Zeit gelassen, aber egal Hauptsache weg. Bei Bashira war es wohl „nur“ eine Unpässlichkeit. Sie hatte in der Nacht zum Montag auch gebröselt, kann ja mal vorkommen. Sie schien etwas verhalten, wobei sie ohnehin deutlich ihre wohl altersbedingte Gelassenheit präsentiert. So alt ist sie ja auch noch nicht, aber Ridgebacks scheinen nach dem dritten Geburtstag mehrere Gänge herunter zu schalten. 🙂

Gestern Abend schon zeigten auch beide wieder größeres Interesse an der Futterzubereitung. Es scheint dass wir wieder auf den Weg in die Normalität sind. Vor allem bei Bantu konnte man auch schon wieder ein mehr an Ruhe erkennen. Die „heiße Phase“, so wollen wir hoffen, klingt offensichtlich „schon“ nach einer Woche wieder ab. Das dieser Trend anhält wurde auch heute morgen deutlich. Das beruhigt doch irgendwie. Man hat zwar im Leben immer offen Augen für Abwechslungen, aber ein geregelter Ablauf ohne Turbulenzen hat doch seine Vorteile. Warten wir also nun „geduldig“ auf den nächsten Hormonflug oder irgendwelche anderen Auswüchse :mrgreen: .

PS: Am Abend konnte man denken es sei nie etwas passiert … 😉