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Typisch norwegisch

Nicht erst nach unserer Heimkehr aus Norwegen befasst man sich mit den Dingen die typisch sind für das tolle Land. Sylvester, der Guide aus Kenya, schrieb beim Betrachten der Bilder das es topografisch sehr schön ist in Norwegen. Dem kann man nur vorbehaltlos zustimmen, zumal Kenya auch eine Menge zu bieten hat, wie eigentlich nahezu jedes Land. Selbst Grönland soll ja seine Reize haben. Ich werde das nicht vor Ort überprüfen. 😛

Norwegen, das Land der Trolle. Trolle hier und Trolle da, Trolltunga und Trollstiegen. Ein Troll war ursprünglich ein Oberbegriff für plumpe und unheimliche Wesen, häufig auch Schaden bringende Riesen, der nordischen Mythologie. In vielen Märchen und Sagen kommen Trolle vor. Trolle gibt es auch in Schweden und Dänemark :mrgreen: . Als holzgeschnitzte Puppen gehören sie zum Kunsthandwerk und sind als Souvenir überall zu haben. Die Ausführungen und der Variantenreichtum ist schier unerschöpflich. Wir haben bei unserer ersten Reise bereits einen importiert ;).

Ein Troll

ganz klein und vielleicht lustig? Wer stand hier bloß Modell?

mittelgroß als Bewachung

dann auch mal grimmig

aber am Ende doch freundlich

In Sachen Essen merkt man schon die paar Kilometer deutlich. Man hat einige typische Essereien hier zu bieten. Da gibt’s Boller – Rosinenbrötchen oder auch Kuchenbrötchen, manchmal auch mit anderem Inhalt. Es gibt Smultringer, eine Backware so in der Art des Kräpfels also leicht frittiert, aber auch weich und ohne Inhalt. Oder auch Lefse godt, wieder etwas weiches, ein Fladenbrot mit Füllung aus Marmelade, Vanillecreme oder Zimt in der Art der Milchschnitte. Überhaupt, knusprige Dinge habe ich nicht finden können, das ist auf Dauer etwas gewöhnungsbedürftig. Selbst das Brot in Norwegen, hier gibt es zum Glück mehrere Varianten, ist alles, nur nicht knusprig. Da muss man vielleicht mit einem Toaster nachhelfen wenn es sein muss. Natürlich gibt es auch Smør, hier ist die gesalzene Ausgabe aber weiter verbreitet. Es gibt sie auch ungesalzen meist im 500 g Pack. Auch Brötchen kennt man, die heißen hier Rundstücke, wir hatten keine probiert. Auch Knäckebrot, hier Knekkebrød – Helsprøtt (wohl die Art oder Hersteller) geschrieben gibt es dort. Ist allerdings auch anders wie wir es kennen, das von uns probierte hatte eine gepresste Vollkornmischung (Rugog Speltkli war noch die Aufschrift).

Lefse godt - die restlichen "Proben" haben den Shooting-Termin nicht mehr "erlebt"

Typisch Norwegen auch die Lebensweise. In Norwegen gibt es das sogenannte Jedermannsrecht, “ Allemannsretten“. Es erlaubt jeden sich frei in der Natur zu bewegen, egal ob Wald, Wasser, Gebirge und egal von den Besitzverhältnissen. Es gibt natürlich gewisse Regeln im Umgang miteinander. Die Norweger sehen das alles ziemlich gelassen, man sollte aber nicht übertreiben und die Regeln entsprechend respektieren. Nur so kann diese gewisse Freiheit die nun auch einen Urlaub in Norwegen ausmacht erhalten werden. Dass inzwischen wesentlich mehr und vieles besser zu erreichen ist verdanken wir auch der norwegischen Baukünste. In Sachen Häuser und Bauwerke haben sie eine alte Tradition, aber wir teilweise im Straßen- und Brückenbau gesehen haben ist schon der Hammer. Ich dachte immer die Schweizer wären Spitze in Sachen Tunnelbau, die Norweger sind Weltmeister. Ich denke dass sie auch statistisch die meisten Tunnel haben. Sie liegen zwischen 200 Metern und über 20 Kilometer. Kreuzungen und Kreisverkehre aber auch Spiraltunnel, hier gibt es wirklich nichts was es nicht gibt.

Fjordstraße, Brücke in den Tunnel, Tunnel raus auf Fähre, es flutschte eigentlich immer

Als auch typisch norwegisch würde ich die durchaus beeindruckende Verkehrsdisziplin bezeichnen. Zumindest erscheint die Kultur auf den –Straßen in den nordischen Ländern auf einem wesentlich höheren Niveau zu stehen. Hier steht Paragraph 1 auch an erster Stelle, das geht auch gar nicht anders. Zu oft lassen die Bedingungen auch nicht viel Spielraum, man muss sich arrangieren können und tut es auch. Sicher gibt es einige die es eiliger haben, aber die „groben Dinge“ wie sie hier viel zu oft erlebbar sind. Auf norwegischen Straßen herrscht doch ziemliche Ruhe. Das liegt auch nicht daran das dort nur 0,2 ‰ erlaubt sind. 😉 Inzwischen ist jedoch das Fahren mit Tageslicht nicht mehr nur eine nordische Angelegenheit. Schon längst bewegen sich in Deutschland eine Menge Autos auch am Tage mit Licht. Es ist aber in Norge immer noch mit 1500 Kronen (ca. 190 Euronen) ein teures Vergehen es zu vergessen. Für Norweger mögen die empfindlichen „Erinnerungsgelder“ an Verkehrssünden vielleicht erschwinglich sein,  als Urlauber gehen da aber bei „kleinen Delikten“ schon einige Tagessätze in die Staatskasse. Das muss man nicht haben.

Es ist ja auch nicht so das es woanders keinen Käse gibt, aber der norwegische hat schon Besonderheiten in Sachen Geschmack und Art. Da gibt es den sogenannten Braunkäse. Das ist Käse aus Molke von Ziegen-, Schafs- und Kuhmilch der karamellisiert wird. Der Geschmack ist süßlich-herb und bedarf schon einer gewissen Eingewöhnung, ist aber geschmacklich doch gut. Das liegt auch darin, dass es für unsere Zungen fremdländisch daher kommt. Gudbrandsdalsost oder Ekte Geitost sind zwei Arten. Wobei Geitost Ziegenkäse bedeutet. Der Besuch in Unredal galt neben der kleinsten Stabkirche auch einem bekannten norwegischen „Käsezentrum“. Es ist aber nur ein Ort wo Käse gemacht und der aber auch ziemlich bekannt ist. Dort Leben ca. 80 Menschen und gut 300 Ziegen. Einmal im Jahr ist sogar ein 3tägiges Käsefestival. In Unredal selber kann man auch die heimischen Käsesorten probieren bevor man sie kaufen darf. Dass der Käse aber auch ein teures Vergnügen ist erwähne ich nur am Rand, denn richtig guter Käse ist überall nicht nebenher zu bekommen.

Der Braunkäse - noch steht er im Kühlschrank

 

Helly Hansen … ist noch etwas typisch Norwegisches. Es ist ein bekannter norwegischer Hersteller von Schlechtwetterkleidung und vor allem in Sachen Segeloutfit bekannt. Dass die Norweger genug Testmöglichkeiten haben konnten wir erleben. Es soll wohl die meistgekaufte Merke sein, allerdings haben wir so viele Norweger nicht damit gesehen. Das hat nichts zu sagen. Wir hatten ja unser eigenes Testfeld gehabt. Ziemlich am Beginn bei unserer Wanderung im Husedalen und teilweise auch in Richtung Hovdungo. Dort standen sich Tschibo :mrgreen: , Adidas-Kampfrichterjacke 😉 und Helly Hansen direkt auf dem „Regenfeld“ gegenüber. Dabei hat sich meine Helly Hansen Jacke frühzeitig der Feuchtigkeit ergeben. Sie war sicher froh endlich in der Heimat zu sein und war dem Regen gegen äußerst empfänglich. Von dem Adidas-Träger ist nicht wirklich überliefert ob die Feuchtigkeit mehr von Außen oder gar von Innen (der Anstrengungen geschuldet)kam. Die Tschibo-Testperson schwor auf ihr wasserresistentes „Billigprodukt“. Da haben wir wieder den Salat. Auch kann man sagen dass es nicht am Geld gelegen hat, Qualität ist anders messbar.

Wir haben in der Zeit bei weitem nicht alle norwegischen Spezialitäten erleben und verspeisen können. Es ist auch hier also genug Raum vorhanden um einen weiteren Urlaub hier zu begründen. Wenn es den Junior vielleicht doch irgendwann nach Norwegen ziehen sollte, haben wir gleich mit unserem Erscheinen zwecks Urlaubsgestaltung gedroht. Er wird dann vor Ort wieder die Reiseleitung übertragen bekommen, bis dahin kreiselt aber noch jede Menge Wasser über die Landschaften der Fjorde.

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