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Was macht der Doppelbesatz

Lange habe ich nicht mehr berichtet von unserem Doppelbesatz. Es ist nun schon fast ein halbes Jahr vergangen seit wir diese (unangenehme?)Erkenntnis haben. Zur Erinnerung, das ist so ziemlich das Blödeste was bei Mehrhundehaltung passieren kann. Theoretisch ja, wenn man sich mit Rudelstellungen befasst und auch viel Wahres darin finden kann. Praktisch sieht es auch schon mal anders aus. Darf es ja auch wohl ohne dabei den Grundsatz in Frage zu stellen. Wir haben seit diesem Tag das Zusammenleben zu Hause generell etwas neu beleuchtet und auch teilweises abgeändert. Einerseits gab es Dinge die wir „davor“ schon mit Bauchgefühl scheinbar richtig reguliert haben und seit dem Tag X in Zusammenarbeit mit diesem Gefühl und den gewonnenen Erkenntnissen auch weiter reguliert haben. Nahezu 6 Monate so etwas wie Forschung die wir auch weiter so betreiben werden. Man lernt nie aus, das gilt für uns wie für die Hunde. 😉

Beide wenn sie sich nicht sehen

Doppelbesatz auf Dauer, das ist die Theorie, ist eigentlich zum Scheitern verurteilt, bzw. kann irgendwann zu offenen Problemen führen. Muss aber nicht. Wir haben diese Situation schon über zwei Jahre. Die Frage warum es bei uns doch relativ glatt geht stellt sich für uns natürlich. Wir, die wir eigentlich Laien sind, die nur unser Gefühl und nicht mal 15 Jahre Erfahrungen haben, können wir die Frage beantworten? Immer wieder hört oder liest man von Fällen wo Hundepaare irgendwann nicht mehr miteinander können, wo es plötzlich Probleme gibt. Sogar Auseinandersetzungen stehen am Ende eines langen Zusammenlebens. Das macht betroffen und jede Information in diese Richtung steigert unsere Aufmerksamkeit. Das ist sicher schon als Extremsituation zu sehen. In den meisten Fällen haben Hunde das Bestreben zu heilen. Beziehungen die von der Stellung nicht klappen, wollen sie intern auszugleichen. Ob und wie so ein Prozess abläuft kann man durch Beobachtung erkennen. Signale die von den Tieren kommen müssen richtig eingeordnet werden. Man darf, ja man muss sogar, die menschliche Brille ablegen. Nicht alles was Menschen schon und niedlich finden ist es auch für die Hunde. Was aussieht wie Spiel oder Zuneigung sieht man oft nur als Mensch so. ❓

Es geht aber auch so und das auch noch freiwillig

sie sie doch von einer Rasse

Um die Antwort eventuell geben zu können, muss man doch viel Zeit aufwenden. Warum ging es (bisher) gut bei uns? Wir glauben auch das es auch weiterhin gut gehen wird. Es gibt grundsätzliche Feststellungen und Vermutungen die das auch plausibel machen. Für mich ist ein wesentlicher Aspekt dass beide unterschiedliches Geschlecht haben. Das ist zwar keine Garantie für gute Beziehungen untereinander, denn auch Bashira ist Rüden gegenüber mitunter ziemlich „rüde“ gewesen. Es wirkt aber trotzdem wohl beruhigend. In Verbindung mit dem Altersunterschied der Beiden, da liegen 2 1/2 Jahre dazwischen, ist da doch so etwas wie Respekt bei Bantu zu erkennen. Auch wenn er manchmal die Grenzen ziemlich auslotet hat Bashira doch einen gewissen Stand. Die Hemmschwelle die genau da liegt wo der Wille zur Beschwichtigung größer ist als der Drang zur Konfrontation. Die Wahrscheinlichkeit ist dann einfach höher. Für mich ein Beweis dass es mehr gibt als unterschiedliche Geschlechter die auf das Zusammenleben wirken.

Trotz unterschiedlicher Geschlechter hatten wir zeitweise auch eine ziemliche Unruhe intern. Die strikte räumliche Trennung der Beiden wenn wir nicht zu Hause sind war eigentlich logisch. Das hat uns der Bauch geraten. Oder dass sie vielleicht auch den Raum bekommen um sich gegenseitig zu meiden wenn sie es für richtig halten. Es ist aber nicht so dass sie voreinander geflüchtet sind. Es sei auch erwähnt, dass sie sich nicht angiften, kuscheln allerdings auch nicht. Meist liegen sie nicht zu nah beisammen. Das ist dann schon die Regel. Klar, es gibt eben auch bestätigende (?) Ausnahmen. So manche Situationen basieren auf keiner Logischen Erklärung, man muss ja nicht alles verstehen. Man will es aber versuchen. 😐

dann so etwas, Bashira liegt und bietet den Bauch

Schnauze in Schnauze, es sieht aus wie

auf jeden Fall nicht ernst, es ist friedlich und ruhig

Das ständige Beobachten wenn wir zusammen sind spielt eine wichtige Rolle. Nun rennen wir nicht mit Röntgenblick durch die Gegend, wir führen durchaus ein normales Leben, aber die meisten Details sieht man erst wenn man sie sehen will. Wenn man regelrecht darauf wartet bis sie zu erkennen sind. Das trägt zum Verständnis bei. Dabei werden Sachen die die Hunde machen immer irgendwie mit Fragezeichen versehen. Oft erkennt man erst auf Bildern mehr Kleinigkeiten. Ich finde das faszinierend. Genauso faszinierend wie die eigentlich lautlose Kommunikation der Beiden. Die trotz aller Dinge die wie gleiche Pole am Magnet verhindern dass sich richtig zueinander finden bilden sie doch ein Rudel. Ein Rudel das mit W-LAN verbunden ist auf einer Frequenz die die Menschen nicht oder nicht mehr kennen. Wir werden die ganzen Dinge, oder sagen wir lieber viele Dinge, nicht mehr entdecken können. Das ist irgendwie schade, aber nicht zu ändern. Komplett wird man sie ohnehin nicht finden. Wir arbeiten daran unsere Hunde zu lesen, ihre Meisterschaft in der Beobachtung und Gewinnung von Erkenntnissen werden wir nie erreichen können. Wir wollen uns bemühen wenigstens so viel wie möglich zu erfassen. ❗

2 Kommentare zu Was macht der Doppelbesatz

  • SamsBirgitt

    Tja, das ist ja „das Schlimme“ an Doppelbesatz – man merkt es nicht als Mensch, wie schwierig es für die Hunde ist, damit umzugehen. Das, was man als Mensch als „gut“ und „niedlich“ und „schön“ und ruhig empfindet – dieses eng zusammen liegen, dieses „Daueröhrchenlecken“ usw. – ist nichts weiter als gegenseitige Kontrolle.
    Frau Meyer würde ja auch nicht die Zweitfrau aus den Augen lassen und versuchen, sich gut mit ihr zu stellen, wenn sie der Situation „nicht entrinnen“ könnte, so wie unsere Hunde. Wenn sie 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag denken müsste – wo und wie reagiert nun mein Mann? Da hätte sie die Konkurrentin schon gerne „im Blick“ und ihr „wohlgesonnen“ – denke ich so 😉 Aber ist das dann „gut“ oder „schön“ für sie? (oder eben mit „Zweitmann“ für Herrn Meyer?)*grübel*

  • Liebe Meyerei,
    ich freu mich immer sehr, wenn ich hier rein schaue und die tollen Bilder und Geschichten der Rasselbande lese.
    Wir grüßen Euch herzlich,
    Sarah und der dicke Bruder!

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