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Australian Pink Floyd Show

Hoch lebe die Kultur. Wir haben am 1.April keinen Aprilscherz erlebt, jedenfalls keinen bösartigen. Ein Scherz war es auch nicht, wir haben „nur“ unser Weihnachtsgeschenk eingelöst. Der Junior hat uns nicht ohne Eigennutz Tickets für ein Konzert unter den Weihnachtsbaum gelegt. Die Band „Australian Pink Floyd Show“ war in der Messehalle in Erfurt zu Gast.

Pink Floyd gibt es ja nun wie so viele andere Bands nicht mehr. Die Australian Pink Floyd Show ist eine von sicher unzähligen Coverbands von Pink Floyd. Jede große Band der Vergangenheit hat so „ihre“ Coverband, Pink Floyd hat auch mehrere und sogar mehrere gute und relativ bekannte. Florian Meyer ist bekennender Pink Floyd Fan. Ich war ja mit ihm schon in Frankfurt bei Roger Waters und er hat in Oslo „Brit Floyd“ erlebt und für ihn schließt sich hier erst einmal die erste Reihe der „großen Floyds“. Das in Oslo war eigentlich nur Zufall, den er gerne mitgenommen hat. Mit Erfurt das hat er schon berechnet, der Schlingel. 🙂

Coverbands haben es relativ einfach, die Besucher die kommen wissen was sie musikalisch erwartet. Allzu viele dieser Bands habe ich noch nicht live gesehen. In dieser Größenordnung war es schon eine Premiere, insofern ist das auch eine neue Erfahrung. Der Vergleich zum Original (jedenfalls kann man ja Roger Waters in etwa so bezeichnen) liegt so weit nicht auseinander. Trotzdem ist es ja etwas anderes. Man hat natürlich auch schon Konzertmitschnitte der Originale gesehen: Wozu gibt es DVD Player? Musikalisch war klar was kommen wird, nur die Umsetzung ist dabei völlig offen. Naja, eigentlich nicht, denn das Konzert ist ausverkauft und das über Jahre schon. Da muss auch Qualität dahinter stehen.

Pünktlich und ohne Vorband (wozu auch) ging es los. Angelehnt an das Original waren natürlich die Showeffekte. Zum musikalischen Genuss ist ja auch das Auge mit dabei. Eine Bühnenshow im klassischen Sinne ist nicht erforderlich. Die Gäste wollen Pink Floyd und das bekommen sie nahezu in Perfektion. Trotzdem war Lasershow genial und die „Floydschen Fuguren“ wie das z.B: Schwein überdimensional am Schweben, genauso wie der Lehrer von The Wall. Das diente nur als Untermalung. denn in Sachen Spielqualität gab es eigentlich nichts zu meckern. Das ist ja auch ein Aspekt einer Coverband, sie muss eigentlich mindestens genauso gut sein wie das Original, denn man misst sie an dem was man meist von CD kennt. Dass es dabei ein Live-act war ist nebensächlich. Die Zuschauer nahmen jeden Titel in sich auf und überzogen die Darbietung mehr und mehr mit Applaus, verdientem Applaus. Alljährlich gastiert diese Show in Erfurt mit wechselnden Programmen. Pink Floyd hat der Nachwelt viel Material hinterlassen auch wenn sich das Fanlager wegen der einzelnen musikalischen Abschnitte nicht einig ist. Das spielt insofern keine Rolle weil sich immer noch  genug Titel für ein langes Programm anbieten ohne dass es langweilig werden könnte.

Es war im gewissen Sinne für uns wieder eine Reise in die Vergangenheit. Ich hatte 1981 während meiner Armeezeit eine „Begegnung“ mit Pink Floyd die eigentlich keine war. Zum einen konnte ich das Album „The Wall“ ergattern (war ja früher nicht sooo einfach) und zum anderen gab es in Berlin einen Auftritt vor der Berliner Mauer. Unweit auf der anderen Seite habe ich als Soldat an der Charite mitgebaut. Allerdings gab es keine Chance vom Bau der Charite (immerhin fast 100 Meter hoch) ein Auge oder gar ein Ohr auf dieses Konzert zu werfen. In de DDR war die Mauer auch in der Luft darüber dicht ;).

Ein Blick übers Publikum war zudem noch ein weiteres Indiz dass die „Floyd-Zeiten“ schon recht weit zurück liegen. Recht wenige Gäste konnten sich noch die langen Haare leisten, da wo sie sicher früher sprießten reflektierte sich an diesem Abend die Lichtshow, mal mehr mal weniger da die Flächengrößen ein breites Spektrum hatten. Das Zahn der Zeit nagt nicht nur in den Gliedmaßen, egal … so ist die Welt. 😐 Trotzdem war es ein großes Erlebnis und die leichte Skepsis war schnell weg. Die leichten Vorurteile gegenüber der eben nicht original gespielten Musik war schnell weg. Die Originale gibt es ja ohnehin nur noch recht selten. damit muss man sich abfinden, wir im fortgeschrittenen Alter ;).

 

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